Prinz Eisenherz
Uraufführung
von Daniel Heßler
Nach dem Comic von Harold R. Foster
Wiederaufnahme am 30. September. 2011
Freitag, den 28.10.2011, 19.30 Uhr
Kleines Haus
Aufführungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten. Keine Pause

Eisenherz ist ein Wikingerprinz aus Thule, der in der verwunschenen Welt der britannischen Sümpfe mit seiner Familie Asyl findet. Fernab von Schlössern und Königshöfen wächst der Prinz zu einem versierten Fischer und mutigen Kämpfer heran. Sein Lebenstraum ist es, Ritter zu werden. Mit einem struppigen wilden Pony und selbst gefertigter Rüstung zieht er zur sagenhaften Burg Camelot. Doch der Weg ist beschwerlich. Eisenherz muss sich zunächst als Knappe des Ritters Gawain beweisen, kämpft gegen Riesenechsen und Meeresschlangen, gewinnt im Kampf um seine erste Liebe Illene das ‚singende Schwert‘ und wird schließlich von König Arthur zum Ritter der Tafelrunde geschlagen. Doch die Hexe Horrit weissagt, das Schwert sei ein entsetzlicher Gebieter: ‚Wer es führt, wird blutig Siege erringen, wenn er reinen Herzens kämpft und für eine gute Sache. Doch wehe dem, der Böses im Schilde führt.‘
Harold Rudolph Foster, genannt Hal Foster, gehört zu den Pionieren und wichtigsten Künstlern der amerikanischen Zeitungs-Comics. Er führte einen neuen, exakten und detailreichen Zeichenstil ein und schuf 1937 mit ‚Prinz Eisenherz‘ einen Klassiker des Mediums. Als er die Zeichenarbeit an der Serie 1971 im Alter von 78 Jahren an John Cullen Murphy übergab (bis 1979 erstellte er noch Vorschlagsskizzen und schrieb die Story), hatte er 1.788 Seiten gezeichnet.
Regisseurin Caroline Stolz hat den weltweit erfolgreichen Prinzen-Comic von Harold R. Foster in der Fassung von Daniel Heßler auf die Bühne des Kleinen Hauses gestellt – es ist ein launiger 80-Minüter geworden; für alle mit einem Faible für den jungen Mann, der die Haare schön hat, ob sie ihn nun aus verschiedenen Filmadaptionen oder gar noch aus den ‚Heftchen‘ kennen. (…)Wolfgang Böhm verleiht der Prinzen-Rolle Witz und Trotz, die Regisseurin gibt ihm ebenso die lange Leine wie dem weiteren Ensemble. Tobias Randel als Erzähler darf sich erneut als Sänger profilieren, Stefanie Hellmann ist nicht nur eine verführerische Märchenprinzessin, sondern auch eine veritable Disco-Queen. Rainer Kühn (Arthur), Stefan Schießleder (Gawein) und Benjamin Krämer-Jenster (Lancelot) machen als Ritter die Tafel rund und Doppelrollen wie noch andere Mitwirkende auch als Wikinger und Hunnen. Dieser ‚Prinz Eisenherz‘ ist ein spaßiges Vergnügen für kleinere und größere Kinder, in dem viele, viele Register des Theaters – reichlich Kampfeinlagen inbegriffen – gezogen werden.
Wiesbadener Tagblattt, 14.6.2011
Fürs Leichte und Schräge hat Regisseurin Caroline Stolz erwiesenermaßen ein Händchen (…). Im Kleinen Haus konfrontiert sie nun Hal Foster mit Monty Python und Michael Herbig. Wenn Wolfgang Böhm mit effeminiertem Wedeln seinen Pagenschnitt sortiert, dann reiht sich sein Prinz Eisenherz auf Anhieb ein zwischen Apachen und Vulkaniern der ‚Bullyparade‘. Und nicht nur, wenn das Mittelalter singt, ist das Musical ‚Die Ritter der Kokosnuss‘ nah.
Caroline Stolz bricht den hohen Ton der edlen Recken mit klamottigem Spiel, antwortet auf den Comic mit Comedy. Tobias Randel gibt den Minnesänger falsettierend als Bruder des Troubadix, Stefanie Hellmann stattet Prinzessin Aleta mit einer modernen Wehrhaftigkeit aus.
Main Echo, 14.6.2011
Es ist der Inszenierung zugute zu halten, dass es ihr gelingt, mit aufwendigen Kampfszenen, überzeichneter Mimik und lautmalerischen Spezial-Effekten eine passende Bühnen-Entsprechung für die Wort- und Bildsprache eines Comics zu finden. Es ist nur nicht ganz die Sprache, die Hal Foster selbst einst für seinen Comic fand.
Frankfurter Rundschau, 14.06.2011
Ist ‚Prinz Eisenherz‘ komisch? In Wiesbaden ist er es. (….) Verwirrung kommt jedenfalls nicht auf, woran der komisch-schief kommentierende und zusammenfassende Troubadix-Gesang eines Minnesängers (Tobias Randel) mit aus dem Off ertönender Leier ebenso Anteil hat wie die überzeugende Bühne.
Nachtkritik, 11.06.2011
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