Zsolt Hamar

Generalmusikdirektor & Musikalische Leitung
Der gebürtige Ungar ist seit 2012 GMD in Wiesbaden. Er war Erster Ständiger Dirigent der Ungarischen Nationalphilharmonie, Chefdirigent der Pannon Philharmoniker Pécs, ständiger Gastdirigent in Zürich und ist ständiger Gastdirigent des Orchestra di Padova e del Veneto. Er dirigiert u. a. an Opernhäusern in Budapest, Lissabon, Verona, Frankfurt und beim Maggio Musicale, Florenz. Diese Saison dirigiert er u. a. » Der fliegende Holländer«, »Katja Kabanowa«, »Boris Godunow«, »Die Soldaten«, fünf Sinfoniekonzerte und geht mit »Lohengrin« auf Gastspiel nach Daegu/Südkorea.

Produktionen

Dirigent in »5. Sinfoniekonzert«
Dirigent in »2. Sinfoniekonzert«
Dirigent in »1. Sinfoniekonzert«

Galerie

Foto: Martin Kaufhold

Pressestimmen

Bewundernswert: Die Souveränität, mit der Wiesbadens scheidender Generalmusikdirektor Zsolt Hamar und das Staatsorchester und die erhebliche Solistenschar sich durch eine Partitur arbeiten, die einst als nicht zu bewältigen galt.
Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 02.05.2016
GMD Zsolt Hamar führt das Hessische Staatsorchester Wiesbaden zu einem Qualitätslevel hohen Rangs und formierte wiederum das prächtig aufspielende Instrumentarium zu wahrem Klangrausch. Zudem bestach das Orchester durch rhythmische Präzision, intensive Farbmischungen der vielfältigen Partitur gleichwohl im feinnervigen Bereich sowie den eruptiven Ausbrüchen. Somit ergaben sich kraftvolle spannende und ebenso lyrische Momente konstruktiver Klangkultur.
Der Neue Merker, Gerhard Hoffmann, 26.03.2016
Eine zentrale Bedeutung kommt dem Bühnenbild zu, das tatsächlich ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk ist. Zusammen mit dem Bühnen- und Kostümbildner Luis Carvalho, dem Lichtregisseur Peter van Praet, dem Filmer Pinn Ross und dem Videodesigner Leo Flint hat Robert Carsen einen Illusionsraum geschaffen, in dem die Grenzen zwischen Sein und Schein, Ereignis und Traum, realen Personen und filmisch eingeblendeten Figuren verschwimmen und schließlich verschwinden. Unter der Leitung von Zsolt Hamar trägt das aus Mitgliedern des Hessischen Staatsorchesters gebildete Kammerensemble viel zum exzellenten Gesamteindruck bei. Hamar disponiert souverän, gestaltet umsichtig den Kontrast zwischen unheimlicher Handlung und einnehmendem Schönklang. Eine sehr überzeugende Leistung bieten die Sängerdarsteller. Ein Festspielauftakt nach Maß,stürmischer Schlussapplaus. 
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Benedikt Stegemann, 04.05.2015
Generalmusikdirektor Zsolt Hamar trägt im Großen Haus, wo das Publikum die Premiere feiert, die Verantwortung für die gleißende Pracht der großen Orchester-Tableaus und das hartnäckige Blut-Motiv, das Judit und Blaubart durch den Versuch einer Annäherung folgt.
Der ungarische Dirigent ist hier bei Bartók ganz in seinem Element und sorgt im Orchestergraben für eine konzentrierte Intensität (...) Auf der Bühne stehen für Bartók freilich auch zwei Sängerdarsteller zur Verfügung, bei denen er nicht den Schongang einlegen muss: Stargast Vesselina Kasarova ist mit ihrem kraftvoll glühenden Mezzo eine großformatige Judit von starker Bühnenpräsenz. An ihrem Blaubart, den der vorzüglich gestaltende Gerd Grochowsld für den erkrankten Johannes Martin Kränzle übernommen hat, klebt nicht nur das Blut der Exfrauen und anderer Opfer seiner Macht, sondern auch das Bürograu eines Funktionärs. (...) Hier ersticht Blaubart die Frau, die, ähnlich wie Lohengrins Elsa, zuviel wissen wollte. Wie das in der Oper immer mal wieder passiert, darf Vesselina Kasarova trotzdem noch weitersingen in einer szenisch wie musikalisch eindringlichen Interpretation, an deren Erfolg auch Susanne Füllers Kostüme und Matthias Schallers Bühne ihren Anteil haben. Atemberaubend ist der synästhetische, auch orchestral glanzvoll illustrierte Ausblick auf Blaubarts weite, wüste Seelenlandschaft, für die sich die Bühnenarchitektur weit öffnet. (...) Julia Migenes, Jahrgang 1949, fasziniert in einer Filmfassung der Monooper, die sie vor einem Vierteljahrhundert mit George Prêtre, dem Dirigenten der Uraufführung, eingespielt hat. (...) Der Regisseur Thorleifur Örn Amarsson sozusagen aus dem Verfall Konzept macht, das Altern einer Künstlerin selbst: thematisiert: Schallplatten liegen in ihrer beengten, ausweglosen, von Susanne Füller gestalteten Guckkasten-Garderobe auf dem Boden verstreut. Sie künden von glanzvolleren Zeiten. (...) Die anrührendsten Passagen aber zeigen in großformatigen Videoprojektionen des Gesichts von Julia Migenes, dass diese Sängerin immer noch eine große Darstellerin ist – mit einem Ausdruck in den Augen, um den sie auch Stummfilmstars wie Gloria Swanson beneiden müssten.
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 21.04.2015
Mit großem Schlussapplaus und Bravos ging am Staatstheater Wiesbaden die Neueinstudierung von Richard Wagners romantischer Oper »Lohengrin« unter Leitung von Magdalena Weingut über die Bühne. Gegenüber der 2012 von Kirsten Harms verantworteten Premiere [sind] vor allem aber (...) die Hauptrollen weitaus besser besetzt.
Hier brilliert der Tenor Marco Jentzsch mit Strahlkraft und erprobter Bühnenpräsenz als weiß gekleidete, inmitten der tiefschwarzen höfischen Herrengesellschaft als Glanzpunkt erscheinende märchenhafte Erscheinung, die es Elsa sofort angetan hat. Die südafrikanische Sopranistin Johanni van Oostrum singt und spielt die im Hochzeitsstaat prangende Braut mit feiner Zurückhaltung und lyrischem Schmelz in der gepflegten Stimme. Oliver Zwarg besticht als eiskalter und machtgieriger Graf Telramund, und die Mezzosopranistin Andrea Baker gibt der heimtückischen Ortrud mit schneidender Stimme starkes Profil.
Im Zentrum der im Mythisch-Märchenhaften angesiedelten Oper steht der von Albert Horne fabelhaft einstudierte Chor. Am Pult agiert Generalmusikdirektor Zsolt Hamar, der mit ebenso viel Feingefühl wie dramatischem Schwung für Farbenreichtum und effektvolle Abschattierungen sorgt.
Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Britta Steiner-Rinneberg, 20.03.2015
Man muss aber nicht bis zu den Maifestspielen warten, um am Staatstheater einen wirklich bemerkenswerten Schwanenritter zu hören. In die empfindsame, dabei doch durchsetzungsfähige Richtung geht auch die Auffassung von Marco Jentzsch (…). Seine Gralserzählung wird, auf dem Opferstein am Bühnenrand sitzend, in fast kontemplativer Gestaltung einer der vokalen Höhepunkte dieser vom Generalmusikdirektor Zsolt Hamar dirigierten, vom Publikum gefeierten Wiederaufnahme. (…)
Die Intensität, mit der Oliver Zwarg, der Färber der letzten Spielzeiteröffnung, die Telramund-Partie gestaltet, lässt indes alle szenischen Lächerlichkeiten vergessen. Hochspannung herrscht in der ersten Szene des zweiten Aktes im Dialog mit Ortrud, der wieder Andrea Baker ihre Stimme leiht. Deren böser Biss kennt keine Angst vor ästhetischer Grenzüberschreitung und lässt spüren, welche enorme Energie da am Werk ist. Eine wahre Lichtgestalt dagegen die Elsa der südafrikanischen Sopranistin Johanni van Oostrum, die (…) eine anrührend mädchenhafte Klarheit mit dramatischen Höhenflügen verbindet. Bjarni Thor Kristinsson lässt als voluminöser König Heinrich patriarchale Fülle hören. (…)
Die höchst erfreuliche Besetzung und die kraftvolle, von Albert Horne einstudierte Leistung der Chöre versöhnen mit Schwächen der Inszenierung, die im Bühnenbild von Bernd Damovsky doch schön mystisch schimmert und im Dämmerlicht an Nietzsches Diktum von der »blauen Musik« denken lässt. Für deren atmosphärische Qualitäten zeigt Zsolt Hamar nicht nur im fein ausgesponnenen Vorspiel Sinn. (…)
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 17.03.2015
Zunächst jedenfalls agierte das Staatsorchester eindrucksvoll,: sehr schön mit Straussischer Geschmeidigkeit und fast elegant, vom Kurorchester, das in früheren Zeiten bei dem Orchester oft durchklang, ist nichts mehr zu bemerken. Zsolt Hamar zeigte die Fähigkeit, die Riesenpartitur vorausblickend souverän zu disponieren, die dramatischen Akzente markant herauszumodellieren. Und in der wunderbaren nächtlichen Wächterszene die Stimmen, mit dem Orchesterklang subtil zu verschmelzen. Das hört man an größeren Opernhäusern kaum überzeugender. [...] Thomas Piffka lieh dem »Kaiser« einen hellen, heldisch-strahlenden und durchsetzungsfähigen Tenor, Erika Sunnegårdh sang die »Kaiserin« mit leuchtenden Soprantönen, schöner Linearität und besaß auch die stimmliche Ausdruckskraft, um die qualvolle Gewissensentscheidung der Frau überzeugend glaubhaft zu machen. Großartig auch das Färberpaar, die Gegenwelt der kleinen Menschen, die sich mühsam durchs Leben schlagen. Oliver Zwarg als der Färber Barak: hinreißend in der feinen psychologischen Durchzeichnung der Figur. Eine Studie des Leisen, Differenzierten, auch herrlich gesungen. [...] Nicola Beller Carbone bot als Färberin eine perfekte Verschmelzung von darstellerischer Durchzeichnung der komplizierten Figur mit ebenso differenzierter, gesanglicher Gestaltung. [...] Andrea Baker spielte und sang die Amme so locker und auch ein wenig konventionell, als hätte sie die Partie schon hundertmal dargestellt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gerhard Rohde, 15.09.2014
All das kommt über die längste Zeit ohne regietheatralische Ornamentierungen aus: weder die sozialen noch die geschlechterspezifischen Bildklischees brauchen bemüht zu werden. Oft dichte, in den Paar-Interaktionen schön ausgearbeitete Szenen bleiben haften. [...] Ansonsten keine Fesselungen, keine Maschinenpistolen, kein flimmernder Fernseher nirgends. [...] Musikalisch hatte Zsolt Hamar die vielen Fäden des Abends fest im Griff. Zusehends besser sättigte sich der Klang, brillierten die makellosen Blechbläser dieser oft lautstarken Partitur. Wunderbar abgehoben davon die weichen Streicherkantilenen.
Frankfurter Rundschau, Bernhard Uske, 15.09.2014