Text: Uwe Eric Laufenberg

Edita war die größte Sängerin ihrer Zeit.

Als man Karl Böhm in Wien sagte, man hätte die weltbeste Zerbinetta am Haus, aber es kenne sie keiner, hat er sie wenigstens noch angehört. Und danach engagiert. Und mit der Premiere »Ariadne auf Naxos« an der Wiener Staatsoper im Oktober 1976 ist eine Weltkarriere gestartet.

Als ich so Anfang 2002 Edita zum ersten Mal persönlich traf, um mit ihr im Kempinski in Berlin eine »Ariadne«-Aufführung in Barcelona zu besprechen, raunzte sie nur: Ich habe die Zerbinetta-Arie noch nie mit männlichen Statisten gemacht und habe das auch nicht vor. Ich setze entgegen: Liebe Frau Gruberova, ich habe ihre Zerbinetta in Bonn und in Zürich bestimmt zehnmal gehört, manchmal bin ich nur zu ihrer Arie ins Opernhaus gegangen, und was in meinem Herzen und in meinem Kopf geschah, als ich Sie erlebt habe, habe ich in Brüssel mit Elzbieta Szmytka und Tony Pappano inszeniert. Wenn ich dieses einmal im Leben mit Ihnen zusammenbringen könnte, wäre es mein höchstes Glück. Sie überlegte kurz, schob ihre große Brille auf der Nase zurecht und sagte dann: Na gut, versuchen wir es.

Als es dann zur ersten Probe in Barcelona kam, fragte sie: Wo ist das Double? Das war natürlich aus Ehrfurcht vor ihr weggeschafft worden. Also wurde das Double herbeigeschafft, Grubi sah sich das an, was mit zwölf Strandboys erarbeitet wurde, sie sollte um jeden girren, dann wurden Reihen gebildet, dann gab es eine komplizierte Tanzchoreographie, am Ende wurde sie in die Luft geworfen und wie Marika Rökk zum Tanzfinale gebeten. Sie sah sich das einmal an und sagte: Gut, ich mach das. Dann machte sie es, ohne Fehler, ohne Irritation. Aber Frau Gruberova, wie können Sie das? – Ich gucke mir nie was an, ich mache es immer im Geiste direkt, war ihre Antwort. Sie lebte alles, auch wenn sie es nur ansah.

In Barcelona war die siebenjährige Laura ihre größte Verehrerin. Sie hatte dutzende Male das »Hänsel und Gretel«-Video geguckt, mit Edita als Gretel. Du bist doch die Gretel, hat Laura sie begrüßt. Und die große Gruberova hat geantwortet, ja, ich bin die Gretel und Du auch, wir sind die Gretel. Und wann immer sie sich wiedergesehen haben, haben sie sich begrüßt mit: meine Gretel.

In Köln haben wir dann Arienabende gemacht, und ich konnte sie zu zwei konzertanten »Norma«-Aufführungen überreden. Mit Will Humburg und der in Köln leider dann schlecht behandelten Regina Richter als Adalgisa. Gruberova wurde an der Pforte nicht erkannt und ins Schauspiel von Karin Beier geschickt. Da irrte sie umher und ging in eine Garderobe, in der ein nackter Schauspieler stand. Sie stürzte aus der Garderobe und fand irgendwie den Weg zurück in die Oper, ich wartete schon ungeduldig auf sie, sie schrie nur: Ich trete heute nicht auf, was muten Sie mir zu, nackte Schauspieler, keiner kennt mich, was soll ich hier, zeigen Sie mir den Weg, wie ich aus diesem Irrenhaus wieder rauskomme, ich will hier nicht sein, ich will nur nach Hause. – Aber Frau Gruberova, alle warten auf Sie, wir sind doch nur Ihretwegen hier. – Na gut, dann lassen Sie mich etwas beruhigen, und dann sehen wir weiter… Sie sang vielleicht die zwei besten »Norma«-Vorstellungen ihres Lebens. Das Adrenalin stimmte …

Dann nochmal »Norma« in Wiesbaden. Erst ein Telefonat. Diese Inszenierung wollen Sie mir nicht im Ernst zumuten, das ist ein Verbrechen an »Norma«, das mache ich nicht. Dann meine Beschwichtigungen, alle Vorstellungen sind ausverkauft, alle kommen nur Ihretwegen, wollen Sie nicht doch …? – Na gut, ich komme, aber nur in meinem konzertanten Kleid, ich spiele diese Inszenierung nicht, ich mache das konzertant. Na gut, Nassauer Hof gebucht, konzertant. Zur ersten Aufführung dieselbe aufgebrachte Gruberova, hier, hier, hier, das Programmheft auf den Tisch werfend, was ist das für ein Bild? Es war Erika Sunnegårdh, die Premierenbesetzung, wir hatten das Programmheft nicht neu drucken lassen. Mit diesem Programmheft singe ich hier nicht. Wieder Beschwichtigung: Aber alle warten auf Sie, ausverkauft, wollen Sie wirklich? Na gut, dann natürlich, ich trete auf.

Sie hatte nach jeder Vorstellung einen Rück- und Hinflug nach und von Zürich. Dann rief sie mich an: Kann ich in Wiesbaden bleiben? Ich wusste gar nicht, wie schön die Stadt ist, ich würde gerne die ganzen Tage im Nassauer Hof verbringen und durch den Kurpark spazieren. Und übrigens finde ich die Inszenierung von dieser Claudia Rech, oder wie heißt die, Gabi? jedenfalls ist das gar nicht so schlecht. Ich lasse mir jetzt mal auf meine Kosten ein passendes modernes Kostüm schneidern, und dann spiele ich das auch. Und so geschah es. Sie spielte und sang es und erlebte in Wiesbaden dreizehn glückliche Tage.

Wir waren frohgemut, dass wir noch etwas zusammen machen müssen, aber das kam nicht mehr zustande. Nach der letzten »Norma«-Vorstellung in Wiesbaden hat sie sich 33-mal verbeugt, die letzten Male vor dem runtergelassenen eisernen Vorhang, durch eine sehr schmale Seitentür. Wirklich nochmal? Ja, nochmal.

Marcus war in der Pause gegangen. Er hatte den Glauben an die Stimme der Gruberova verloren. Er glaubte, das sei nicht mehr ihre Stimme. Aber ein Mensch hat seine Stimme bis zuletzt. Ein Mensch ist seine Stimme. Am Ende hat sie in Wiesbaden 40 Minuten Standing Ovations bekommen.

Sie hatte eine Stimme, die niemals verloren gehen wird.
Dahinter war ein Mensch, der niemals verloren geht.
Mit ihr sind Erinnerungen, die niemals verloren gehen.

Aber was zählt, ist der Augenblick, der Moment, in dem ein Ton erklingt und vergeht und eine lange Pause entsteht. Und dann fängt die Ewigkeit an, oder es kommt nichts mehr, oder Edita singt doch weiter... In unserer Erinnerung.
Internationale OpernWerkstatt präsentiert internationale Talente

Am Montag, den 18. Oktober 2021 um 19.30 Uhr, ist das »Festival der jungen Stimmen« im Foyer des Großen Hauses des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden zu Gast.

Die Internationale OpernWerkstatt ist ein Treffpunkt für den hochbegabten Sänger:innennachwuchs aus aller Welt in Sigriswil im Berner Oberland. Sie fördert junge Stimmen in intensiver musikalischer, szenischer und gesanglicher Vorbereitung, stellt sie jedoch nicht in einer sterilen Vorsingsituation, sondern in einem modernen, lebendigen Regiekonzept in Opernszenen vor. Diese werden präsentiert vor einem Publikum, das Intendanten und Agenten einschließt. Dank dieses außergewöhnlichen Konzepts konnten Sängerinnen und Sänger immer wieder ihren Weg direkt von hier ins Engagement finden.

Das Ziel dieses Projektes ist es, jungen Menschen beim Einstieg in den Beruf zu helfen, was jedes Jahr gelingt. Aus diesem Projekt konnten Karrieren beginnen wie z.B. diejenige von Aluda Todua, der in der Spielzeit 2021.2022 u.a. als Graf von Luna in »Il Trovatore« und als Rodrigo in »Don Carlo« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden auftritt.
Die Internationale OpernWerkstatt arbeitet mit dem Liceu Barcelona und der dortigen Viñas Competition, dem Belvedere Wettbewerb in Wien und dem Meistersinger Wettbewerb in Nürnberg zusammen.

Die Aufführungen finden in Sigriswil, Bern, Basel, Zürich und Wiesbaden statt.
Ein großer Dank gilt allen Sponsoren, Stiftungen und Unterstützenden die dazu beitragen, dass dieses Projekt weitergeführt werden kann.
Musikalische Leitung Roland Böer
Regie Wolfgang Nägele
Leitung Verena Keller
Mehrere Highlights aus den vergangenen Spielzeiten feiern im Oktober am Hessischen Staatstheater ihre Wiederaufnahme – aufgrund der erweiterten Platzkapazitäten gibt es noch Karten in fast allen Kategorien!

»Admissions«
Von Joshua Harmon, Deutsch von Anika Bárdos
Wiederaufnahme am 9. Oktober 2021 um 19.30 Uhr in der Wartburg.
Weitere Vorstellungen am 11. und 12. Oktober 2021
Der 37jährige New Yorker Autor Joshua Harmon, der mit »Bad Jews« (2012) und »Significant Other« (2015) am Broadway und im Londoner West End große Erfolge erzielte, provoziert mit seinen Stücken gerne die etablierte obere Mittelklasse in ihrer Komfortzone. In »Admissions« muss sich die wohlmeinende intellektuelle und vornehmlich weiße Mittelklasse die Frage gefallen lassen, wie liberal und aufgeschlossen ihr Weltbild im Angesicht des alltäglichen Rassismus ist, wenn es ans Eingemachte geht.
Inszenierung / Bühne Daniela Kerck Kostüme Hannah König
Mit Jacqueline Macaulay, Martin Plass, Linus Schütz, Ragna Guderian und
Evelyn M. Faber

»Szenen einer Ehe«
Wiederaufnahme am 12. Oktober 2021 um 19.30 Uhr im Kleinen Haus.
Weitere Vorstellungen am 17. und 31. Oktober sowie am 22. November 2021.In der Neuinszenierung von Ingo Kerkhof, den Wiesbadenern durch Inszenierungen wie »Die Möwe«, »Richard III.« oder »Jenufa« bekannt, ziehen Tom Gerber und Sybille Weiser in die unbarmherzige Eheschlacht.

Johan und Marianne führen solange eine Musterehe, bis ihre Beziehung ebenso musterhaft zerfällt. Das so anrührende wie gnadenlose Psychogramm einer Ehe bewegt nach wie vor Generationen von verheirateten (und unverheirateten!) Menschen. Ein Klassiker, der zunächst 1973 als Fernsehserie und Film einen großen Erfolg feierte; 1981 arbeitete Ingmar Bergmann »Szenen einer Ehe« zu einem Theaterstück um, das seither von den Theaterbühnen nicht mehr wegzudenken ist.

Inszenierung Ingo Kerkhof Ausstattung Dirk Becker Masken- und Puppenbau Rita Hausmann
Mit Tom Gerber und Sybille Weiser

»Die Pest«
Wiederaufnahme am 14. Oktober 2021 um 19.30 Uhr im Kleinen Haus.
Weitere Vorstellungen am 23. und 28. Oktober 2021.

In der letzten Spielzeit feierte Regisseur Sebastian Sommer mit seiner Fassung von Albert Camus‘ »Die Pest« einen großen Erfolg und wurde außerdem zu den Hessischen Theatertagen nach Marburg eingeladen. Noch immer hat das Stück nichts an Attraktion und Aktualität eingebüßt.
Im Zentrum des Abends steht Schauspieler Matze Vogel.

Der Arzt Dr. Bernard Rieux schildert in seiner Chronik den Verlauf der Pestseuche im algerischen Küstenort Oran. Dabei beschreibt er, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Gesellschaft und das soziale Leben hat und was der anhaltende Zustand von Angst, Isolation und Ungewissheit mit den Menschen macht. Trotz der eigenen Hilflosigkeit kämpft Rieux jeden Tag aufs Neue gegen das Grauen der Pandemie. Der Text ist nicht nur ein Aufruf zum Widerstand, sondern auch ein Plädoyer für mehr Solidarität und Menschlichkeit.

Inszenierung Sebastian Sommer Bühne Fabian Wendling Kostüme Wicke Naujoks Video Astrid Gleichmann
Mit Matze Vogel

»Gespenster«
Wiederaufnahme am 20. Oktober 2021 um 19.30 Uhr im Kleinen Haus.
Weitere Vorstellungen am 21. und 24. Oktober sowie am 13. November 2021.
Henrik Ibsens »Gespenster« waren eines der skandalträchtigsten Stücke des 19. Jahrhunderts. Ibsen stellt darin eine tief verrottete und bigotte Gesellschaft dar, deren Handlungen mit ihrer Moral in offenem bzw. geflissentlich verdecktem Widerspruch stehen. Was der Autor unter dem Teppich hervorkehrte, wollten seine Zeitgenossen nicht wahrhaben: Ehebruch, Alkoholismus, Geschlechtskrankheiten oder gar angedeuteter Inzest. Auf Dauer aber konnte sich keiner der Wucht der Ibsen’schen Enthüllungen entziehen, und die »Gespenster« traten ihren Siegeszug auf den Bühnen der Welt an – sie wurden nachgerade zum Inbegriff des naturalistischen Dramas. In Wiesbaden deutet der Regisseur Johannes Lepper diesen Klassiker neu.
Inszenierung Johannes Lepper Bühne Doreen Back Kostüme Sabine Wegmann
Mit Anne Lebinsky, Tobias Lutze, Michael Birnbaum, Uwe Kraus und Lina Habicht
Endlich ist es soweit; Ab Donnerstag, den 7. Oktober, um 15:30 Uhr sind Karten für die Familienvorstellungen des diesjährigen Weihnachtsmärchens »Kleiner König Kalle Wirsch« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden online, per E-Mail und an der Theaterkasse erhältlich.

Jenny und Max möchten ihrem Großvater ein ganz besonderes Geschenk zu Weihnachten machen. In einem kleinen Töpferladen entdecken sie einen Gartenzwerg, der sie mit seinen funkelnden Augen in den Bann zieht. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: In dem Zwerg steckt der gefangene König der Erdmännchen, Kalle Wirsch. Der heimtückische Zoppo Trump hat ihn in diese Lage gebracht, um ihn von seinem Thron zu stürzen. Jenny und Max befreien Kalle Wirsch, machen sich gemeinsam mit ihm auf den Weg in das Reich der Erdvölker, und helfen ihm, die gemeinen Pläne Zoppo Trumps zu durchkreuzen. Ihr Weg führt sie durch die geheimnisvollen Welten des Erdinnern und lässt sie so manches Abenteuer bestehen.
Mit »Kleiner König Kalle Wirsch«, in einer Fassung von Dirk Schirdewahn, ist ein festliches Weihnachtserlebnis für die ganze Familie garantiert. Für alle ab 6 Jahren.

Inszenierung Dirk Schirdewahn Ausstattung Nina Wronka Musik Timo Willecke
Dramaturgie Anika Bárdos
Kalle Wirsch Philipp Steinheuser Jenny Vera Hannah Schmidtke Max Calvin Auer Tutulla Sophie Pompe Zoppo Trump / Kohlenjuke Martin Bringmann Ratte Ipek Bayraktar Fährmann / Wächter / Wirsch Immanuel Mich Spinne Jennifer Klaus Bolle Jakob Köbler Musiker Timo Willecke, Lucas Dillmann, Elija Kaufmann

»Kleiner König Kalle Wirsch« feiert am Sonntag, den 14. November, um 11 Uhr Premiere im Großen Haus.
Mit dem vom Gesundheitsamt Wiesbaden genehmigten Hygienekonzept unter »3G«-Bedingungen wird das Hessische Staatstheater Wiesbaden ab Samstag, den 16. Oktober 2021 die geplanten Vorstellungen mit 100%-iger Auslastung spielen können.

Voraussetzung für einen Theaterbesuch ist der Nachweis des Geimpften-, Genesenen oder Getesteten -Status, wobei der Test nicht älter als 24 Stunden sein darf. Im Theater ist laut geltender Verordnung auf dem Weg zum Platz und auch am Platz selbst eine medizinische oder FFP2-Maske zu tragen. Maßgeblich ist hier die jeweils tagesaktuell geltende Verordnung.

Der Vorverkauf für alle Vorstellungen bis Ende November hat heute begonnen.
Die Neuinszenierungen der Opern »Tristan und Isolde«, »Pique Dame« und »Don Carlo« werden von den Dirigenten Michael Güttler, Oleg Caetani und Antonello Allemandi dirigiert.

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden freut sich sehr, dass die Dirigenten Michael Güttler, Oleg Caetani und Antonello Allemandi gewonnen werden konnten, um die musikalische Leitung bei den Produktionen zu übernehmen, die durch den Weggang von Patrick Lange frei geworden sind.

Für »Tristan und Isolde« wird mit Michael Güttler ein international anerkannter Wagner-Experte engagiert. Die Premiere findet am 7. November 2021 um 16 Uhr statt.

In »Pique Dame« übernimmt Oleg Caetani die Musikalische Leitung, der nicht zuletzt durch seine ausgezeichneten Schostakowitsch-Aufnahmen als Spezialist für russisches Repertoire gilt. Die erste Opernpremiere am Hessischen Staatstheater Wiesbaden im Jahre 2022 findet am 22. Januar statt.

»Don Carlo« wird von einem der weltweit führenden Verdi-Dirigenten, dem Italiener Antonello Allemandi, gestaltet werden. Die Premiere findet am 20. März 2022 statt.

Die Biografien der Dirigenten finden Sie im Anhang.
Mit drei Wiederaufnahmen bietet das JUST im Oktober spannendes Kindertheater für jedes Alter.


»Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse«
von Christine Nöstlinger für Menschen ab 6

Wiederaufnahme am 2. Oktober um 16 Uhr im Studio.
Weitere Aufführungen am 3., 30. und 31. Oktober

Mit Kindern hat Frau Bartolotti nicht viel am Hut. Darum fällt sie aus allen Wolken, als sie mit der Post einen Sohn geschickt bekommt: Konrad aus der Konservenbüchse. Er ist schrecklich ordentlich und nahezu perfekt, und Frau Bartolotti ist sehr chaotisch. Aber dann gewinnt Frau Bartolotti Konrad so lieb, dass sie ihn gar nicht wieder hergeben will, auch wenn die unheimlichen Menschen aus der Konservenfabrik schon nach ihm suchen.

Inszenierung Stephan Rumphorst Ausstattung Claudia Weinhart

Konrad Gesa Geue Berti Bartolotti Katharina Heißenhuber Egon, Apotheker István Vincze Der Fabrikdirektor / Sehr kleiner himmelblauer Mann Elke Opitz
Briefträger / Sehr großer himmelblauer Mann / Frau Stephan Rumphorst

»Das NEINhorn«
Nach Marc-Uwe Kling für Menschen ab 4

Wiederaufnahme am 15. Oktober 2021, um 16 Uhr im Studio
Weitere Aufführungen am 16., 17. und 19. Oktober 2021

In Kristine Stahls Inszenierung von »Das NEINhorn« (4+), einem Bilderbuch des preisgekrönten Autors Marc-Uwe Kling, wird die Geschichte eines trotzigen Einhorns erzählt. Es sagt einfach immer »Nein«, sodass seine Familie es bald nur noch NEINhorn nennt. Eines Tages reicht es dem NEINhorn, und es bricht aus seiner Zuckerwattewelt aus. Es trifft einen Waschbären, der nicht zuhört, einen Hund, dem alles schnuppe ist, und eine Prinzessin, die immer Widerworte gibt. Die vier sind ein ziemlich gutes Team.

Inszenierung & Ausstattung (Puppenbau) Kristine Stahl Musik Andreas Böhmer

Spiel Elke Opitz, Sophie Pompe
Der Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden gibt hiermit bekannt, dass das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) heute einen Brief mit folgendem Wortlaut erhalten hat:

»Sehr geehrte Frau Staatsministerin Dorn,

seit Anfang des Monats sollten wir gemäß der Vertragsverlängerungsklausel miteinander reden, ob und zu welchen Konditionen mein Vertrag als Intendant über den Ablauf der Spielzeit 23/24 hinaus verlängert wird.

In der Wiesbadener Stadtgesellschaft wird das heftig diskutiert, mit gutem Pro und größtenteils lächerlichem Contra.

Leider kam aus Ihrem Haus noch kein Signal. Ihr lautes Schweigen kann ich mir nur so erklären, dass Sie nicht reden wollen.

Ich frage mich, ob die schiedsgerichtliche Bewertung der aus Ihrem Haus als Kräftemessen angelegten Abmahnung (die als ungültig festgestellt wurde!) insofern nachwirkt: Seit der Verkündung der Entscheidung habe ich von Ihrer Seite nichts mehr gehört. Das hätte ich anders erwartet. Jedenfalls finde ich es schade, dass Ihr Haus die in meinem Anstellungsvertrag selbst gesetzte Obliegenheit nicht ernstnimmt.

Den Slogan Ihrer Partei »Zukunft passiert nicht. Wir machen sie.« kann ich angesichts Ihrer Passivität bezüglich des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden beim besten Willen nicht wiedererkennen. »Bereit, weil ihr es seid.« trifft durchaus auf meine Person zu; aber auf Sie und Ihr Ministerium?

Wie auch immer, hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich mein Amt ab der Spielzeit 24/25 zur Verfügung stelle. Bis dahin werde ich das Wiesbadener Staatstheater selbstverständlich weiterhin verantwortungsbewusst und vertragsgerecht führen und hoffe auf eine bessere, gedeihliche Zusammenarbeit für die noch verbleibende Zeit.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Eric Laufenberg
Intendant«
»WIR 1« Konzert am 22. September im Kurhaus Wiesbaden

Am Mittwoch, den 22. September 2021, um 18 Uhr und 20 Uhr startet das Hessische Staatsorchester Wiesbaden mit dem »WIR 1 Sinfoniekonzert« unter der Leitung von Christina Domnick in die Konzertsaison.
Für das erste Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit hat die Dirigentin Christina Domnick ein Programm zusammengestellt, das sich als ein Fest der Künste beschreiben lässt: Eine Schauspielmusik von Henry Purcell, die Ballettsuite »Pulcinella« von Igor Strawinsky (bei der Uraufführung des Balletts hat kein Geringerer als Pablo Picasso die Ausstattung besorgt) und das »Trittico Botticelliano«, Ottorino Respighis kongeniale musikalische Umsetzung dreier berühmter Bilder des Renaissance-Malers Sandro Botticelli. Musik meets Schauspiel meets Tanz meets Malerei – die Saison beginnt mit einem großen synästhetischen Zusammenklang.

Programm:
Henry Purcell Suite aus der Oper »Abdelazer«
Igor Strawinsky Suite aus dem Ballett »Pulcinella«
Ottorino Respighi »Trittico Botticelliano«

Dirigentin Christina Domnick
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Schauspiel nach dem Roman von Salman Rushdie
In einer Fassung von Daniel Kunze und Marie Johannsen. Deutsch von Sabine Herting.

Wiederaufnahme am 18. September 2021 um 19.30 Uhr im Kleinen Haus.
Die nächsten Vorstellungstermine: Am 26. September um 19.30 Uhr, am 3. Oktober um 18.00 Uhr und am 7. Oktober um 19.30 Uhr.
Die gefeierte Uraufführung von Daniel Kunzes Inszenierung mit Rainer Kühn in der Titelrolle wird wiederaufgenommen. Salman Rushdies Roman »Quichotte« erzählt, in Anlehnung an Cervantes Klassiker, die Geschichte eines einsamen Mannes: Der Rentner ist fernsehsüchtig und verliert sich völlig in der Welt der Shows und Serien – bis er sich in den TV-Star Miss Salma R verliebt und beschließt, sich auf seine »Quest« (Suche) zu begeben und die hübsche Moderatorin zu seiner Frau zu machen. An seiner Seite: sein Sohn Sancho, den er mit der Kraft seines Geistes neben sich auf den Beifahrersitz imaginiert. Zusammen reisen Vater und Sohn durch Trumps Amerika, in Zeiten von Rassismus, Opioid-Krise und einer Bevölkerung, die hoffnungslos reizüberflutet ist.

Inszenierung Daniel Kunze Bühne Dorothea Lütke Wöstmann Kostüme Sophie Leypold Choreografie Mats Süthoff Musik Vasko Damjanov Video Eduardo Mayorga
Quichotte Rainer Kühn Sancho / Sohn Christoph Kohlbacher Autor Christian Klischat
Miss Salma R / Weiße Lady / Frau Sybille Weiser Dr. R. K. Smile / Mann Thomas Maria Peters Menschliches Trampolin / Schwester Monika Kroll Evel Scent / Grille / Jonesco / Hans Christian Andersen Matze Vogel Der Schwarm / Anderson Thayer Lydia Anastasopoulou*, India Ayres-Jones*, Lara Henneberger*, Tamara Kurti*, Josefine Ella Rau* (*Statistinnen)