Konzert

7. Sinfoniekonzert

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 2 c-Moll
»Auferstehungssinfonie«

Yoel Gamzou
Foto: Christian Debus
Beate Ritter
Foto: Shirley Suarez
Ketevan Kemoklidze
Foto: Giorgi Tsaava

Ein archaischer Torso entlockte dem Dichter Rainer Maria Rilke einst den Ausruf »Du musst dein Leben ändern«. Dass von einem Kunstwerk ein derartiger »ästhetischer Imperativ« ausgeht, dürfte selten sein. Gustav Mahlers 2. Sinfonie allerdings, die meist mit dem (nicht authentischen) Namen »Auferstehungssinfonie« bezeichnet wird, hat dieses lebensverändernde Potential definitiv. Berühmt ist die Geschichte des New Yorker Unternehmers Gilbert Kaplan, den eine Aufführung der Sinfonie derart beeindruckte, dass er sein ganzes Tun in den Dienst dieses Werkes stellte: Er erwarb die Originalhandschrift, gab ein Faksimile heraus und lernte Dirigieren, um selbst Konzerte mit seinem Lieblingsstück leiten zu können. Tatsächlich dürfte niemand, der von der Totenfeier des ersten Satzes über das »Urlicht« des vierten zu den gewaltigen Auferstehungsklängen des Finales hindurchgegangen ist, gänzlich unverändert bleiben – zu tief greift Mahler in den Seelenhaushalt der Menschen ein.

Gustav Mahler hat auch das Leben des Dirigenten Yoel Gamzou verändert: Schon im Alter von 19 Jahren gründete er 2006 ein eigenes Orchester, das International Mahler Orchestra, mit dem er 2010 eine vielbeachtete eigene Rekonstruktion von Mahlers 10. Sinfonie zur Uraufführung brachte. Dem Mahler zugeschriebenen Ausspruch »Tradition ist Schlamperei« erweist Gamzou seitdem alle Ehre, indem er immer wieder bei Kernwerken des Opern- und Konzertrepertoires für frische und emotional aufwühlende Lesarten fernab von eingeschliffenen Konventionen sorgt (in Wiesbaden zum Beispiel bei so unterschiedlichen Stücken wie »Carmen«, »Die lustige Witwe«, »Turandot« oder Brahms’ 2. Sinfonie). Für Konzertfreunde ist Gamzous Dirigat der »Auferstehungssinfonie« so etwas wie ein Pflichttermin. Aber Vorsicht: Es wird Ihr Leben ändern!
»Für mich gibt es keine Musik, die das Spektrum der menschlichen Emotionen und Zustände so vollständig umfasst wie die Gustav Mahlers. Die 2. Sinfonie endet mit einer erlösenden Apotheose. Doch eine Erlösung hat er nie geschafft: die eigene von seinem Schmerz, seiner Verlorenheit und seiner Heimatlosigkeit.« – Yoel Gamzou
Foto: Anna Meuer

Besetzung

Mitwirkende Chöre

Chor der Stadt Wiesbaden (Leitung: Jud Perry)
Chor der Marktkirche Wiesbaden (Leitung: Thomas J. Frank)
Sänger des Wiesbadener Knabenchores (Leitung: Roman Twardy)

Termine

Internationale Maifestspiele | SinfoniekonzertKurhaus19:30 - 21:00
18:45 Einführung im Friedrich-von-Thiersch-Saal