Schneeflöckchen:

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow:
Sa 24 01 2026:
Libretto: vom Komponisten, nach Alexander N. Ostrowski
14+
Sprache:
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Inhalt:

Sie wuchs im Ewigen Eis auf und ist damit immun gegen Kälte. Aber Rimski-Korsakows Titelfigur Schneeflöckchen wünscht sich nichts sehnlicher, als Menschen kennenzulernen. Auf der Suche nach der Liebe muss sie lernen, dass dieses Gefühl nicht nur überwältigend, sondern auch lebensgefährlich für sie ist …
„Schneeflöckchen (Snegurotschka)“ von 1882 ist Nikolai Rimski-Korsakows dritter Beitrag zum Musiktheater, der den musikalischen Bogen weit spannt: von russischen Volksmelodien über detaillierte Klanggemälde von Naturgeräuschen bis zu einer innovativen Musiksprache, die später Rimski-Korsakows Schüler Strawinsky wieder aufgriff. Generalmusikdirektor Leo McFall und Regisseur Maxim Didenko laden ein zur Entdeckung eines vergessenen Schatzes.
Aufgewachsen in Sibirien, hat Maxim Didenko selbst erlebt, wie extreme Kälte das Verhalten von Menschen beeinflussen kann. Zusammen mit seinem Team zeigt er eine Welt über dem Klimakipppunkt – eine Eiswüste, deren Bevölkerung ums nackte Überleben kämpft. Um mit den lebensfeindlichen Bedingungen umzugehen, haben die Menschen verschiedene Strategien entwickelt: Während die Forschungsteams um Vater Frost und Mutter Frühling die Kälte mit Hilfe der Wissenschaft überwinden wollen und um die letzten grünen Pflanzen dieser Landschaft ringen, ist die Mehrheit zu archaischen Ritualen zurückgekehrt. Angeführt vom charismatischen Schamanen Lel, wird alles beschworen, was irgendwie wärmt – ob thermische Energie oder Alkohol. Wer kann, verteidigt seine Interessen mit bewaffneten Sicherheitskräften. Und nicht alle haben dieselben Chancen: Zar Berendey lebt und regiert mit einer kleinen Elite in einem unterirdischen Schutzraum. Für sein Volk an der Oberfläche hingegen wird der ganz private Alltag wichtiger denn je – allen voran die Spielarten der Liebe. Mit spektakulären Bildern, atmosphärischen Videos und choreografischen Tableaus erzählt die Produktion ein Märchen im modernen Gewand einer Science-Fiction-Serie.
Diese Inszenierung wird theaterpädagogisch betreut.
Für Vor- und Nachbereitungsworkshops sowie andere Angebote wenden Sie sich gerne an die Vermittlungsabteilung.

Handlung:

Prolog:

Im Land des Zaren Berendey herrscht seit 16 Jahren Kälte. Damals entstand aus einem kurzen Flirt zwischen Mutter Frühling und Vater Frost die gemeinsame Tochter Schneeflöckchen. Aus Zorn über diese verbotene Verbindung verweigerte der Sonnengott Yarilo der Bevölkerung seitdem Wärme und Licht. Mutter Frühling kommt, um die Herrschaft über ihre Jahreszeit wieder zu übernehmen, aber sie kann nicht viel ausrichten; es bleibt weitgehend kalt. Neben ihrem schlechten Gewissen gegenüber den frierenden Menschen bedrückt sie das Schicksal ihrer Tochter, die isoliert bei Vater Frost im Eis aufwuchs. Schneeflöckchen bittet ihre Eltern, sie freizulassen, weil sie die Menschen treffen möchte, die sie heimlich beobachtet hat. Besonders der hübsche Lel und sein Gesang haben sie beeindruckt. Mutter Frühling und Vater Frost lassen Schneeflöckchen im Dorf zurück und befehlen Leshy, über sie zu wachen. Die Eltern wissen, dass die Liebe ihre Tochter zum Schmelzen bringen könnte, und warnen sie vor intensiven Begegnungen mit den Menschen. Im Dorf wird ausgelassen das Frühlingsfest Masleniza gefeiert. Staunend bemerkt die Festgesellschaft das unbekannte Wesen. Bobyl und Bobylicka, ein armes Ehepaar, nehmen Schneeflöckchen bei sich zu Hause auf.

1. Akt:

Lel besingt die Liebe und wird von allen Mädchen im Dorf bewundert. Auch Schneeflöckchen ist fasziniert und schenkt ihm eine Blume, aber Lel wirft sie fort, weil er merkt, dass Schneeflöckchen nicht zu menschlicher Liebe fähig ist. Schneeflöckchen fühlt sich gekränkt und verlassen. Ihre Freundin Kupawa tröstet sie und erzählt ihr überglücklich von ihrem Verlobten Misgir, den sie noch am selben Tag heiraten möchte. Misgir und die Freundinnen beginnen ein Hochzeitsritual, bei dem die Braut gegen Lösegeld eingetauscht wird. Doch sobald Misgir Schneeflöckchen erblickt, hat er nur noch Augen für sie und verlässt Kupawa. Verzweifelt stellt Kupawa ihn zur Rede, doch er erwidert die Vorwürfe. Die Dorfgemeinschaft verurteilt Misgir und empfiehlt Kupawa, beim Zaren Gerechtigkeit zu suchen.

2. Akt:

Zar Berendey besucht sein Volk. Er ist besorgt über das immer rauere Klima. Um Yarilo gnädig zu stimmen, beschließt Berendey, dass zum Sommeranfang – dem Festtag des Gottes – alle ledigen Untertanen heiraten und Yarilo huldigen sollen. Bermjata, der Verwalter des Zaren, berichtet, dass Schneeflöckchens Ankunft im Dorf zu Unruhen geführt habe; da eilt Kupawa weinend zum Zaren, klagt Misgir an und bittet den Zaren um Unterstützung. Berendey ist gerührt, lässt Misgir suchen und ein Volksgericht einberufen. Misgir jedoch ist nicht zu einer Rückkehr zu Kupawa zu bewegen und wird ins Exil verbannt. Zu seiner Verteidigung schlägt er dem Zaren vor, Schneeflöckchen selbst kennenzulernen. Als Berendey sie sieht, wird ihm klar, dass sie der Grund für den Zorn des Sonnengottes ist. Er fordert Schneeflöckchen auf, vor Tagesanbruch die Liebe zu finden Lel und den kurzzeitig begnadigten Misgir schickt der Zar in einen Wettbewerb, um Schneeflöckchens Herz zu gewinnen.

3. Akt:

Am Vorabend des Yarilo-Tages gibt es fröhliche Gesänge und Tänze im Dorf. Als Dank für sein Lied fordert der Zar Lel auf, ein Mädchen auszuwählen, das ihn mit einem Kuss belohnen soll. Schneeflöckchen hofft, dass Lel zu ihr kommt, aber Lel entscheidet sich für Kupawa. Verletzt beklagt Schneeflöckchen ihre Unfähigkeit zu lieben. Misgir erscheint, wirft sich ihr zu Füßen und fleht um ihre Liebe. Erschrocken flieht sie. Misgir schwört erneut, Schneeflöckchen zu heiraten und versucht sie zu
verfolgen. Da greift Leshy ein und betäubt Misgir, sodass dieser einem Trugbild von Schneeflöckchen nachjagt. Inzwischen gestehen sich Kupawa und Lel ihre Liebe. Schneeflöckchen weiß nur noch einen Ausweg, wie sie zu wahrer Liebe gelangen könnte: durch ihre Mutter.

4. Akt:

Schneeflöckchen bittet Mutter Frühling, ihr die Fähigkeit zur Liebe zu schenken. Die Mutter gewährt ihr den Wunsch, warnt sie vor Yarilo. Schneeflöckchen spürt plötzlich Empfindsamkeit. Als Misgir zu ihr kommt, verliert sie alle Angst und verliebt sich in ihn. Misgir kann sein Glück kaum glauben und bringt Schneeflöckchen zum Zaren, um von ihm die gemeinsame Hochzeit segnen zu lassen. Aber mit der Liebe kommt die Wärme und Schneeflöckchen schmilzt, wie ihr Vater es befürchtet hatte. Aus der Hochzeitszeremonie wird ein Opferritual, bei dem auch Misgir ums Leben kommt. Misgir nimmt sich bei diesem Anblick das Leben. Zar Berendey jedoch erkennt, dass mit dem Opfer von Schneeflöckchen das Volk gerettet wird: Der Sonnengott ist nicht länger zornig und wird dem Land seine Kraft zurückgeben. Alle Überlebenden besingen das Glück, das ihnen durch Wärme und Licht zuteilwird.

Termine:

https://www.staatstheater-wiesbaden.de/ Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden
Sa
24 01 2026
19.30 Uhr
Premiere: Musiktheater: Großes Haus:

Schneeflöckchen:

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow
Libretto: vom Komponisten, nach Alexander N. Ostrowski
14+
Premierenfeier im Anschluss
19 Uhr Einführung
11 – 108 €
https://www.staatstheater-wiesbaden.de/ Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden
Fr
30 01 2026
19.30 Uhr
Musiktheater: Großes Haus:

Schneeflöckchen:

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow
Libretto: vom Komponisten, nach Alexander N. Ostrowski
14+
10 – 82 €
https://www.staatstheater-wiesbaden.de/ Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden
Sa
14 02 2026
19.30 Uhr
Musiktheater: Großes Haus:

Schneeflöckchen:

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow
Libretto: vom Komponisten, nach Alexander N. Ostrowski
14+
19 Uhr Einführung
10 – 82 €
https://www.staatstheater-wiesbaden.de/ Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden
Do
26 02 2026
19.30 Uhr
Musiktheater: Großes Haus:

Schneeflöckchen:

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow
Libretto: vom Komponisten, nach Alexander N. Ostrowski
14+
19 Uhr Einführung
10 – 82 €
https://www.staatstheater-wiesbaden.de/ Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden
So
22 03 2026
18 Uhr
Musiktheater: Großes Haus:

Schneeflöckchen:

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow
Libretto: vom Komponisten, nach Alexander N. Ostrowski
14+
10 – 82 €
https://www.staatstheater-wiesbaden.de/ Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden
Mi
29 04 2026
19.30 Uhr
Musiktheater: Großes Haus:

Schneeflöckchen:

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow
Libretto: vom Komponisten, nach Alexander N. Ostrowski
14+
10 – 82 €

Interview:

Maxim Didenko im Gespräch:

Über Sibirien, Kälte und eine Welt nach dem Kollaps:
Wir haben uns mit Regisseur Maxim Didenko in der zweiten Probenwoche zum Gespräch anlässlich seiner Inszenierung von Schneeflöckchen getroffen.
Dabei berichtet er über seine eigenen Erfahrungen mit Kälte, darüber bei -45 Grad in Sibirien barfuß im Schnee zu laufen und dass weder seine Freunde noch er im Katastrophenfall wüssten, wie moderne Technologien grundlegend funktionieren.
Und was das alles mit der seiner Erzählung von Schneeflöckchen zu tun hat, war natürlich auch ein Thema.
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Besetzung:

Musikalische Leitung:

Inszenierung:

Bühne und Kostüme:

Licht:

Oliver Porst

Dramaturgie:

Vermittlung:

Musikalische Assistenz:

Musikalische Einstudierung:

Abendspielleitung:

Marvin Mohrhardt

Bühnenbildassistenz:

Kostümassistenz:

Annika Kuchnowski

Inspizienz:

Kenneth Pettitt

Mediathek: