Oper

Elektra

Richard Strauss (1864 – 1949)
Tragödie in einem Akt
In deutscher Sprache. Mit Übertiteln.
Libretto: Hugo von Hofmannsthal, nach der Tragödie von Sophokles
Uraufführung: 1909 in Dresden
Sa, 06.06.2020
GROSSES HAUS19:30 - 21:20
Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Dalia Schaechter
Foto: Sven-Helge Czichy
Young Doo Park, Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Catherine Foster, Erika Sunnegårdh
Foto: Sven-Helge Czichy
Catherine Foster, Young Doo Park
Foto: Sven-Helge Czichy
Aaron Cawley, Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Dalia Schaechter, Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Erika Sunnegårdh
Foto: Sven-Helge Czichy
Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Dalia Schaechter, Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Catherine Foster, Erika Sunnegårdh
Foto: Sven-Helge Czichy
Catherine Foster, Erika Sunnegårdh
Foto: Martin Kaufhold
Young Doo Park, Erika Sunnegårdh, Catherine Foster
Foto: Sven-Helge Czichy
Celeste Haworth, Marta Wryk, Katharina Konradi, Stella An, Ruth Staffa
Foto: Martin Kaufhold
Catherine Foster, Erika Sunnegårdh
Foto: Martin Kaufhold
Ensemble, Chor
Foto: Martin Kaufhold

Das »dämonische, ekstatische Griechentum des 6. Jahrhunderts« wollte Richard Strauss mit seiner Oper »Elektra« nach dem alten griechischen Mythos heraufbeschwören und »Winkelmannschen Römerkopien und Goethescher Humanität« entgegenstellen. Er brauchte alle seine »Steigerungskraft«, um nach seinem Jahrhundertwerk »Salome« (Oscar Wilde) zum ersten Mal ein genialisches Textbuch Hugo von Hofmannsthals in Musik zu setzen, erneut eine große Frauengestalt auf die Bühne zu bringen.
 
Der griechische Mythos aus Homers »Ilias« wurde zuerst von Sophokles für die Bühne bearbeitet. Die Librettoversion Hofmannsthals von 1903 spitzt den Stoff um die Hysterieforschung von Freud, die Aggressionen der Vorzeit des kommenden Weltkriegs und den Untergang des Habsburgerreichs Österreich zu. Richard Strauss führt ein bis aufs Äußerste gespanntes großes Orchester in die Klänge der Moderne, ohne die Tonalität und das Melos zu verlieren. Dieses Werk am Beginn des 20. Jahrhunderts steht für alles Folgende, aber auch für eine untergegangene Welt, die wir in uns tragen.

Besetzung

Musikalische Leitung Marius Stieghorst
Inszenierung Magdalena Weingut
Bühne Matthias Schaller
Kostüme Amélie Haas
Licht Klaus Krauspenhaar
Chor Albert Horne
Dramaturgie Bodo Busse
Elektra Maida Hundeling
Klytämnestra Dalia Schaechter
Chrysothemis Johanni van Oostrum
Orest Young Doo Park
Ägisth Aaron Cawley
Der Pfleger des Orest Doheon Kim
Die Vertraute Petra Urban
Die Schleppträgerin Ines Behrendt
Ein junger Diener Julian Habermann
Ein alter Diener Leonid Firstov
Die Aufseherin Sharon Kempton
1. Magd Silvia Hauer
2. Magd Marta Wryk
3. Magd Fleuranne Brockway
4. Magd Stella An
5. Magd Shira Patchornik
Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pressestimmen

Catherine Foster singt Richard Strauss' »Elektra« mit archaischer Wucht. Sie ist in Wiesbaden der umjubelte Star der klugen Neueinstudierung von Rebecca Horns Sicht auf die Atridentragödie.
Das Hochdramatische, Radikale, seelisch Versehrte der archaischen Elektra verkörpert sie am Premierenabend in Wiesbaden mit einer Intensität, die das Blut gefrieren lässt. Dabei gelingt es ihr, nicht nur die stimmfolternde Partie bravourös zu bewältigen, sie füllt ihre mänadische Rolle auch mit einer darstellerischen Kraft aus, die wirkmächtig in Bann zieht. In jeder ihrer atemlosen Auftrittsminuten strahlt sie Intelligenz, gefährliche Reizbarkeit und tiefste Verzweiflung aus. Dabei stehen ihr strahlende Spitzentöne zu Gebot, mit denen sie mühelos über das Orchester hinwegsingen kann – dank auch des sensiblen Dirigats von Vassilis Christopoulos.
Die zweite Frau, die an dem Gelingen der Neueinstudierung entscheidenden Anteil hat, ist Magdalena Weingut.
Die Spielleiterin hat vor allem die Personenregie einer gründlichen Prüfung unterzogen. Ergebnis: Endlich herrscht bei der Wiedererkennungsszene zwischen Elektra und Orest die vom Komponisten geforderte Höchstspannung. Diese Szene wird nun zum dramatischen Höhepunkt.
Beeindruckend auch die stimmliche und darstellerische Präsenz der Männer. Young Doo Park verleiht seinem Orest eine geheimnisvolle Zurückhaltung, die mit der ernsthaften Ausstrahlung seines Bassbaritons bestens korrespondiert. Aaron Cawley ist als Ägisth zwar sehr jung besetzt, überzeugt aber vor allem mit seiner tenoralen Schlagkraft auf ganzer Linie. Sehr präzise auch der Vortrag der jungen Mägde in der schwierigen Eingangssequenz der Oper.
Im Orchestergraben setzt Gastdirigent Vassilis Christopoulos einerseits das Vermächtnis des Komponisten um, »Elektra« wie zarte »Elfenmusik« zu dirigieren, zum anderen lässt er die durchschlagende Blutrünstigkeit der Komposition, ihr düsteres Drängen, Mahlen, Schlagen und Stampfen rückhaltlos ausspielen.
klassik.com, Bettina Boyens, 01.02.2016
In der Titelpartie der Elektra, Tochter des ermordeten Königs Agamemnon; die von der Rache an ihrer Mutter Klytämnestra und deren neuem Mann Ägisth besessen ist, debütierte in Wiesbaden mit Catherine Foster eine hoch dramatische Sopranistin, die diese Partie unter anderem in Kopenhagen, Weimar und Köln gesungen hat. Eine große, kräftige, nervenstarke Gesamtleistung, mit der die gebürtige Engländerin sich der Partie stellte, süßlich fein im Versuch, die Schwester Chrysothemis für ihre Racheidee zu begeistern.
Ganz stark im Sonoren begeisterte daneben die nicht weniger präsente Chrysothemis von Erika Sunnegårdh. Wuchtig sang Young Doo Park den Orest, jungenhaft klang der Ägisth von Aaron Cawley.
Wiesbadener Kurier, Axel Zibulski, 30.01.2016

Termine

WiederaufnahmeGROSSES HAUS19:30 - 21:20
GROSSES HAUS19:30 - 21:20
Internationale Maifestspiele 2020GROSSES HAUS19:30 - 21:20
GROSSES HAUS19:30 - 21:20