Asrael ist der Engel des Todes, der die Seele der Menschen vom Körper trennt und sie ins Jenseits begleitet, aber er ist auch Lichtbringer und Tröster. Nach diesem Engel benannte der tschechische Komponist Josef Suk seine 1905/06 entstandene Sinfonie op. 27, die dem »Andenken Antonín Dvořáks und seiner Tochter, meiner Gattin Ottilie« gewidmet ist. Die Sinfonie, von Suk ursprünglich als Erinnerungsmusik konzipiert, entwickelte sich zur kraftvollen Überwindungs- und Aufbruchsmusik.

Tim Plegge knüpft mit seiner neuen Kreation »memento« auf die Musik Suks an dessen Idee des Loslassens und Kraftschöpfens aus Ängsten, Trauer und Tod an. Ohne konkrete Situationen zu bebildern, entwirft Plegge einen Reigen, der den Menschen und seine Fähigkeit zur Transformation aus Krisenmomenten heraus zeigt. Ein Aufruf, sich seiner Sterblichkeit ebenso bewusst zu werden wie der Kostbarkeit des Lebens. Und ein Feiern des Augenblicks, zwischen »memento mori« und »memento vivere«.

Besetzung

Choreografie Tim Plegge
Bühne Andreas Auerbach
Kostüme Judith Adam
Dramaturgie Karin Dietrich
Hessisches Staatsballett, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden