Schauspiel

Mutter Courage und ihre Kinder

Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg
Von Bertolt Brecht
Musik von Paul Dessau

Sólveig Arnarsdóttir, Christian Erdt
Foto: Andreas Etter
Kruna Savić
Foto: Andreas Etter
Barbara Dussler, Sólveig Arnarsdóttir
Foto: Andreas Etter
Christian Erdt
Foto: Andreas Etter
Christian Erdt, Nils Strunk
Foto: Andreas Etter
Ensemble
Foto: Andreas Etter
Kruna Savić, Ensemble
Foto: Andreas Etter
Tom Gerber
Foto: Andreas Etter
Sólveig Arnarsdóttir
Foto: Andreas Etter
Kruna Savić, Sólveig Arnarsdóttir
Foto: Andreas Etter
Sólveig Arnarsdóttir
Foto: Andreas Etter
Janning Kahnert, Barbara Dussler, Kruna Savić
Foto: Andreas Etter
Sólveig Arnarsdóttir, Barbara Dussler, Kruna Savić
(hinten: Gabriel Cazes)
Foto: Andreas Etter
Kruna Savić, Ensemble
Foto: Andreas Etter
Barbara Dussler, Sólveig Arnarsdóttir, Gabriel Cazes, Ensemble
Foto: Andreas Etter
Barbara Dussler, Ensemble
Foto: Andreas Etter

Die Marketenderin Anna Fierling, genannt Mutter Courage, zieht mit ihren Kindern Eilif, Schweizerkas und der stummen Kattrin den Truppen des Dreißigjährigen Kriegs hinterher, um Geschäfte zu machen. Auf ihrem Planwagen verkauft sie alles, was man für die Schlacht und in deren Pausen gebrauchen kann. Selbst in brisantesten Situationen versucht sie rücksichtslos, »ihren Schnitt« zu machen. Allerdings ist der Grat zwischen Gewinn und Verlust auf dem Schlachtfeld ein schmaler. Deshalb wird die Courage das Handeltreiben mit dem Krieg teuer bezahlen.

Das 1938/1939 verfasste Stück thematisiert Krieg als reine »Fortführung der Geschäfte« und formuliert damit eine Kritik an der Kapitalorientierung des Menschen. Selbst die Familienbande verlieren im Kontext des Geldes an Wert. Mit diesem thematisch hochaktuellen Exempel des epischen Theaters wird Hausregisseur Thorleifur Örn Arnarsson nach »Die Dreigroschenoper« einen weiteren Klassiker von Bertolt Brecht in Wiesbaden inszenieren.

PREMIERE 13. Januar 2016

Besetzung

Mutter Courage Sólveig Arnarsdóttir
Kattrin, ihre stumme Tochter Barbara Dussler, Christina Tzatzaraki
Eilif, der ältere Sohn / Soldat 1 Maximilian Pulst
Schweizerkas, der jüngere Sohn / Soldat 2 Nils Strunk
Der Weber / der Koch Janning Kahnert
Der Feldwebel / der Feldhauptmann / Feldwebel mit der Binde Tom Gerber
Der Feldprediger Michael Birnbaum
Yvette Portier Kruna Savić

Pressestimmen

(Eine) lupenreine Tragödie. (…) Sólveig Arnarsdóttir spielt eine zupackende, hart gewordene Courage, die ihre Mütterlichkeit verloren hat oder verbergen muss, mit beachtlicher Bühnenpräsenz und lässt doch das hervorragende Ensemblespiel um sie herum zu. Das kommt Michael Birnbaum als zynischem Feldprediger, vor allem aber Barbara Dussler zugute, die ohne Text alles zeigt, was der Krieg mit dem Menschen anrichtet, und die am Schluss mit zarter Stimme singend an der Rampe steht. Ihr gehören zu Recht die letzten Minuten dieses Abends.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Matthias Bischoff, 03.02.2016
Der helle Raum ist weit geöffnet, strukturiert von weißen Flächen, im ersten Bild noch unbesudelt wie die Uniformjacke. Die Bilder werden sich ändern. Bilder aber werden in Erinnerung bleiben. Wunderschöne. Bunte. Harte. Elende. (...) Nach zweieinhalb Stunden ohne Pause Jubel für Hauptdarstellerin Sólveig Arnarsdóttir.
Wiesbadener Kurier, Viola Bolduan, 01.02.2016
Die Musik bleibt zwar Brechts Komponistenpartner Paul Dessau verbunden, doch treibt der als Brettl-Pianist mitspielende musikalische Leiter Gabriel Cazes die Songarrangements weit übers Original hinaus bis in den Pop. Auch die Inszenierung selbst klebt nicht an den Vorgaben von Brechts »epischem Theater«. Zwar verweigert sie äußerlich jeden Naturalismus und stützt sich auf mancherlei Brecht'schen Verfremdungseffekt, freilich in modernisierter Form: Zeitangaben und bildliche Verweise werden als Graffiti auf die Wände gesprüht (…). Doch schon Brecht konnte trotz seiner auf rationale Erkenntnis abzielenden Stückanlage emotionale Betroffenheit nicht verhindern. Arnarsson will das gar nicht, Zug um Zug verlangsamt und verdichtet sich seine Inszenierung zum Kammerspiel verletzter Seelen. Angelpunkt wird Courages stumme Tochter, die sich nach Frieden und Liebe sehnende Kattrin. Barbara Dussler glänzt mit einer körperlichen Präsenz, die aus Zurückgenommenheit ungeheure Ausdruckskraft zieht. Und sie durchbricht in einer überraschenden Schlussszene der Courage, Maxime vom Gefangensein in der Logik des Krieges: Nähre dich an ihm oder stirb.
Rheinzeitung, Andreas Pecht, 01.02.2016
Ein Glück, dass der Regisseur der Versuchung nicht erlegen ist, das Stück in die kriegerische Gegenwart zu übertragen. Der Zuschauer hat auch so verstanden.
Frankfurter Rundschau, Grete Götze, 05.02.2016

Termine

WiederaufnahmeKleines Haus19:30 - 21:50
WiederaufnahmeKleines Haus19:30 - 21:50
WiederaufnahmeKleines Haus19:30 - 21:50