Schauspiel

Kafka / Heimkehr

Theaterprojekt nach Texten von Franz Kafka

Stefan Graf
Foto: Bettina Müller
Stefan Graf, Janning Kahnert, Rainer Kühn, Nils Strunk
Foto: Bettina Müller
Janning Kahnert
Foto: Bettina Müller
Nils Strunk
Foto: Bettina Müller
Janning Kahnert
Foto: Bettina Müller
Nils Strunk, Janning Kahnert
Foto: Bettina Müller
Foto: Bettina Müller
Rainer Kühn
Foto: Bettina Müller
Nils Strunk, Rainer Kühn
Foto: Bettina Müller
Stefan Graf, Janning Kahnert
Foto: Bettina Müller
Nils Strunk, Rainer Kühn
Foto: Bettina Müller
Rainer Kühn, Ensemble
Foto: Bettina Müller
Janning Kahnert, Stefan Graf
Foto: Bettina Müller
Janning Kahnert, Nils Strunk, Stefan Graf, Rainer Kühn
Foto: Bettina Müller

»Liebster Vater, du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor Dir.«

So beginnt Franz Kafkas berühmter »Brief an den Vater«. Der Text ist das faszinierende Dokument einer hochkomplizierten Beziehung und zugleich ein literarisches Meisterwerk, das in direkter Linie zu Kafkas Hauptwerken zu lesen ist.

Jan Philipp Gloger, bekannt für seine ebenso intelligenten, wie unterhaltsamen Textexkursionen, ist dieser Spur genauer nach gegangen und hat neben Auszügen aus dem Brief, zahlreiche Erzählungen, Parabeln, Fragmente und Tagebucheinträge versammelt, in denen familiäre Strukturen und besonders das Vater Sohn Verhältnis eine zentrale Rolle spielen.

In unserem Projekt laden wir nun ein zu einer spielerischen und atmosphärischen Reise in Kafkas Leben und Werk, auf der nicht nur das verblüffend theatralische Potential sondern auch die oft übersehene Komik seiner Texte neu zu entdecken sein wird.

PREMIERE 31. Oktober 2015


Besetzung

Vater Rainer Kühn
Erster Sohn Janning Kahnert
Zweiter Sohn Stefan Graf
Dritter Sohn Nils Strunk

Pressestimmen

»Das Urteil« hat Jan Philipp Gloger zum archimedischen Punkt seines großartigen Theaterabends »Kafka / Heimkehr« gemacht.
(Er) hat am Staatstheater Wiesbaden mit der Dramaturgin Andrea Vilter aus fast einem Dutzend Werke und den Tagebüchern Kafkas einen Text gewebt, der, das ist schon die erste große Freude an diesem düster strahlenden Abend, niemals selbstgebastelt, sondern wie ein einzelner langer logischer und rhythmischer Fluss erscheint.
Gloger setzt das souverän in eine Bühnenwelt, die das Armselige, Gedrängte seiner Existenz und die sprichwörtlich kafkaesken Szenen seiner Romane und Erzählungen in einen soghaften, fast filmischen Kafka-Kosmos verwandelt. Das Trio Janning Kahnert, Stefan Graf und Nils Strunk entfaltet wie ein Orchester, mal leise, mal brüllend, die Widersprüche des »Sohnes«. Rainer Kühn spielt den »Vater«, den echten, erinnerten, und den ins Übergroße verzerrten als lauernden Gegner aller drei Söhne.
Franziska Bornkamm (Die Bühnenbildnerin) hat […] eine Plunder- und Wunderkammer gebaut.
Überhaupt erinnert vieles an Gemälde, Installation, Filme in dieser Kafka-Welt, an der auch das Licht, der Bühnennebel, die Gerüche von Gebratenem oder Seife teilhaben und zumal der Komponist Kostia Rapoport, der am Klavier minutenlang auf einem Ton insistiert, dann wieder einen Tango schmettert oder gebrochene Akkorde zwischen die Suada rieselt. So nähert sich die Sorgfalt dieses Theaterabends der Sorgfalt der Texte, nähert sich das Publikum Kafka.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ, Eva-Maria Magel, 05.11.2015
Jan Philipp Gloger (1981) gehört zu den vielbeschäftigten Regisseuren im Sprech- und auch Musiktheater. Heute versteht man wieder einmal, woran das liegt, und nicht zufällig zeigt es sich auf einer kleinen Bühne mit maximalem Spielraum.

Aus den Texten [...] entwickeln sich elegant kleine Spielszenen, spielerische Lösungen in jeder Hinsicht […]. Sie kommen aus dem Nebel, in dem sie wieder verschwinden, es braucht weder Geschrei noch Verausgabung dazu, bis die Zeit für Geschrei und Verausgabung gekommen ist. Kostia Rapoport liefert am Klavier die ideale Bühnenmusik, bizarr, surreal, unterhaltsam wie die Bilder.

Der stille Schrecken, hier kann man ihn sehen und hören und selbst noch einmal davonkommen. Wie beim Kafka-Lesen.
Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 05.11.2015