Tilo Nest

Regie
Tilo Nest, 1960 in Bad Homburg geboren, studierte Schauspiel am »Mozarteum« in Salzburg. Seit 1986 war er u. a. am Schauspielhaus Bochum, am Theater Essen, Schauspiel Köln, Schauspielhaus Zürich und am Theater Basel engagiert. Es folgten Gastengagements, u. a. am Schauspielhaus Hamburg und am Berliner Ensemble. Von 2009 bis 2015 gehörte er zum festen Ensemble des Wiener Burgtheaters. Im Kino war Tilo Nest erstmals 1993 in Peter Sehrs »Kaspar Hauser« zu sehen. Seitdem arbeitet er immer wieder für Film und Fernsehen, spielte z. B. 2007.2008 in der RTL-Serie »Post Mortem« den »Hauptkommissar Brandt« sowie in verschiedenen Folgen des »Tatort«. Musikalisch ist Tilo Nest seit Jahren mit Hanno Friedrich und Alexander Paeffgen als »ABBA jetzt!« und mit eigenen Musikprogrammen unterwegs. Im Dezember 2003 erhielt er beim New Yorker IFCT-Festival den Best Actor Award. 2012 und 2013 führte er an den Wuppertaler Bühnen bei Alan Ayckbourns »Schöne Bescherungen« und Ibsens »Nora« erstmals Regie. »Ein idealer Ehemann« war seine erste Regiearbeit am Hessischen Staatstheater.


Produktionen

Regie in »Shockheaded Peter«
Inszenierung in »Der ideale Ehemann«

Pressestimmen

[Tilo Nest stellt die Familie] in den Mittelpunkt eines Musicals, das das Publikum im Großen Haus mit einer mutig-großstädtischen und denkbar schrägen Inszenierung konfrontiert. Nach Motiven von Heinrich Hoffmanns »Der Struwwelpeter« haben die Tiger Lillies, Julian Couch & Phelim McDermott eine wilde Mischung aus »Addams Family« und »Rocky Horror Picture Show« gestrickt. In Nests Lesart treffen auch noch Einfälle wie von Quentin Tarantino und Tim Burton dazu. Da wird aus dem Conférencier Struwwelpeter (mit starker Präsenz: Hanno Friedrich) fast ein »Edward mit den Scherenhänden«, und aus abgehackten Daumen darf nach Splatter-Movie-Manier das Blut nur so schießen. Nein: Dieses bitterböse Bilderbuch ist wahrhaftig nichts für Kinder. [...] Der Abend ist ein 100-minütiges Spektakel von Schau- und Hörwerten, das mit Begeisterung aufgenommen wurde und Kult werden könnte. [...] Tilo Nest fordert seinem Ensemble alles ab, sie singen und spielen mit Herzblut, unterstützt von der formidablen Band. Vor allem aber ist es der bröckelnde Schein der glücklichen Familie heute, der dieser »Junk-Oper« Tiefgang verleiht. Den man natürlich sofort wieder mit Nonsense aufbrechen kann, zum Beispiel mit »Also sprach Zarathustra« als Blockflötenorchester...
Wiesbadener Kurier, Birgitta Lamparth, 31.10.2016