Schauspiel
Vertrauen verloren | Drei zeitgenössische Stücke in der Wartburg

Der Bußfertige

Von David Mamet
Deutschsprachige Erstaufführung

Sybille Weiser, Thomas Peters
Foto: Karl & Monika Forster
Trailer
Sybille Weiser, Thomas Peters
Foto: Karl & Monika Forster
Matze Vogel, Thomas Peters
Foto: Karl & Monika Forster
Thomas Peters
Foto: Karl & Monika Forster
Benjamin Krämer-Jenster
Foto: Karl & Monika Forster
Sybille Weiser
Foto: Karl & Monika Forster
Sybille Weiser
Foto: Karl & Monika Forster
Thomas Peters, Sybille Weiser
Foto: Karl & Monika Forster
Sybille Weiser, Thomas Peters
Foto: Karl & Monika Forster

Der Psychotherapeut Charles weigert sich, ein entlastendes Gutachten für einen Mörder zu schreiben. Weil der Täter jedoch homosexuell ist, sieht sich Charles im Handumdrehen mit einer massiven Medienkampagne konfrontiert, in der er der Homophobie bezichtigt wird. Dabei liegen seine tatsächlichen Motive ganz woanders. Charles will der öffentlichen Meinung nicht nachgeben, doch ihr Druck wird zur enormen Belastung: Charles flüchtet sich in die Religion, derweil seine Ehe zu zerbrechen droht.

Spätestens seit dem spektakulären Bühnenerfolg von »Oleanna« gilt der amerikanische Pulitzer-Preisträger David Mamet als Spezialist für die Ambivalenzen der Political Correctness. Wie kaum ein anderer vermag er in seinen Texten den Finger in die offenen Wunden der liberalen Gesellschaft zu legen. Auch in seinem neuen Stück »Der Bußfertige«, das in Wiesbaden zur deutschsprachigen Erstaufführung kommt, lässt er den Protagonisten mit den Institutionen des öffentlichen Lebens hadern. Die Medien, das Rechtssystem, die Psychoanalyse – bei Mamet kommen sie auf den Prüfstand.

Besetzung

Charles Thomas Peters
Kate, seine Gattin Sybille Weiser
Richard Matze Vogel
Ein Staatsanwalt Benjamin Krämer-Jenster

Pressestimmen

[…] „Dialog als Duell“. Das ist die perfekte Kurzformel. Es gibt unglaubliche Wortwechsel zwischen dem Psychiater (gespielt von Thomas Peters) und seiner Frau (Sybille Weiser), die nicht verstehen kann, weshalb ihr Mann nicht zur Entlastung des Täters beitragen will. Es tritt ein Staatsanwalt auf (Benjamin Krämer-Jenster), der mit seiner Wortgewalt an die Großinquisitoren von Schiller und Dostojewski denken lässt – von Krämer-Jenster unglaublich eindringlich gespielt. […]
Autor Mamet erweist sich auch als ein Meister der Auslassung, des bedeutungsschweren Schweigens, der unter der Oberfläche brodelnden Bedrohung. Seine Geschichte handelt im Kern vom Versuch seiner Hauptfigur, die Heldenrolle ihres eigenen Lebens zu behaupten. Und vom unvermeidlichen Scheitern des Helden, der auf dem Weg zu seinem Untergang kleine, flüchtige Triumphe erlebt. Dazu passt die Abwesenheit eines Bühnenbilds – von der Ausstattung her hätte Tim Kramer den Einakter kaum minimalistischer inszenieren können.
Das Premierenpublikum spendet lang anhaltenden Applaus.
Wiesbadener Kurier, Ingeborg Toth, 02.10.2018
Hier zählen die Worte, nichts als die Worte, die der amerikanische Erfolgsautor David Mamet in seinen Dialogen abfeuert. Das unterstreicht Tim Kramer mit seinem Regie-Purismus zwischen den drei klinisch weißen Bühnenwänden in der Spielstätte Wartburg des Staatstheaters Wiesbaden. Laboratmosphäre, gestaltet vom Bühnenbildner Matthias Schaller und wie geschaffen dafür, 100 Minuten lang einer blitzgescheiten Experimentieranordnung zu folgen.
[...]
Die Wiesbadener Premierengäste feiern auch den neuen intellektuellen Schlagabtausch Mamets mit einhelligem Applaus.
die-deutsche-buehne.de, Volker Oesterreich, 02.10.2018

Termine

Wartburg19:30 - 21:00
Wartburg19:30 - 21:00
18:00 Einführung in der Probebühne Wartburg
Wartburg19:30 - 21:00
Wartburg19:30 - 21:00

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