Judith Bohle

Schauspielerin
Judith Bohle, geboren 1984 in Berlin, lebte und studierte einige Jahre in Großbritannien, bevor sie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Graz ihr Schauspielstudium absolvierte. Während des Studiums war sie in mehreren Produktionen am Schauspielhaus Graz zu sehen.
Von 2009 bis 2014 führte ihr erstes Festengagement sie ans Theater Augsburg. Dort spielte sie die Klara in Hebbels »Maria Magdalena«, die Titelrolle in Lessings »Minna von Barnhelm« (beides Regie: Anne Lenk) und arbeitete mit Regisseuren wie Wiebke Puls und Tom Stromberg (»Das Weiße Album«), Sylvia Sobottka (»Gespräche mit Astronauten«) und Jan Philipp Gloger, in dessen »Leonce und Lena«-Version sie auch in Wiesbaden zu sehen ist. Sie initiierte aber auch die theatrale Rauminstallation »Ein Platz an der Sonne – Leben im Grandhotel« und weitere künstlerische Aktionen im »Grandhotel Cosmopolis«, einer von Augsburger Künstlern und Aktivisten in einem ehemaligen Altenheim eingerichteten Unterkunft für Asylbewerber, Hotelgäste und Kulturpublikum.
Desweiteren spielt Judith Bohle in Film- und Fernsehproduktionen, etwa in »Es werde Stadt!« von Martin Farkas und Dominik Graf, mit dem sie auch einen »Polizeiruf 110« drehte.
In Wiesbaden gehört sie seit der Spielzeit 2014.2015 fest zum Schauspielensemble des Hessischen Staatstheaters.

Produktionen

Gertrud Chiltern in »Der ideale Ehemann«

Galerie

Foto: Paul Leclaire
Hedda Gabler
Judith Bohle
Foto: Paul Leclaire
Hedda Gabler
Judith Bohle
Foto: Paul Leclaire
Hedda Gabler
Judith Bohle, Tom Gerber
Foto: Paul Leclaire
Hedda Gabler
Judith Bohle
Foto: Andreas Etter
Sechs Jahre – Der Abschied von meiner Schwester
Kruna Savić, Judith Bohle
Foto: Andreas Etter
Sechs Jahre – Der Abschied von meiner Schwester
Evelyn M. Faber, Kruna Savić, Judith Bohle
Foto: Bettina Müller
Eine Familie
Judith Bohle, Janina Schauer, Sólveig Arnarsdóttir
Foto: Bettina Müller
Eine Familie
Sólveig Arnarsdóttir, Judith Bohle, Monika Kroll
Foto: Bettina Müller
Die Kinder bleiben
Judith Bohle, Ensemble
Foto: Bettina Müller
Die Kinder bleiben
Judith Bohle
Foto: Andreas Etter
Kollaps
Judith Bohle, Ensemble, Statisten
Foto: Sven-Helge Czichy
Leonce und Lena
Judith Bohle
Foto: Sven-Helge Czichy
Leonce und Lena
Judith Bohle
Foto: Andreas Etter
Onkel Wanja
Tom Gerber, Judith Bohle
Foto: Andreas Etter
Onkel Wanja
Judith Bohle, Uwe Kraus
Foto: Andreas Etter
Onkel Wanja
Judith Bohle, Janina Schauer
Foto: Paul Leclaire
Der ideale Ehemann
Judith Bohle, Michael Birnbaum
Foto: Paul Leclaire
Der ideale Ehemann
Judith Bohle, Michael Birnbaum
Foto: Lena Obst
Wie es euch gefällt
Judith Bohle, Felix Mühlen, Maria Munkert
Foto: Lena Obst
Wie es euch gefällt
Felix Mühlen, Judith Bohle, Michael Birnbaum

Pressestimmen

Judith Bohle ist grandios, der Alptraum einer Frau, total unauffällig, subtil durchtrieben, böse Zicke, neugierig berechnend, dazu nymphoman. So viel Geschlechtsverkehr in so kurzer Zeit gab es auf Wiesbadens Bühne wohl noch nie. Diese Hedda treibt es mit Jedem und Jeder jederzeit.
BILD, Dr. Josef Becker, 04.04.2016
Die Aufführung ist Ibsen pur, angereichert mit Musik für die künstlerische Form (...) bis zur Hedda der Judith Bohle, die in ihrer Partie alles bieten muss: das teilnahmslos Laszive, die verführerische Manipulation und das selbstbestimmte Ende. Sie kann das. Und der Applaus erkennt alle Leistung an.
Wiesbadener Kurier, Viola Bolduan, 02.04.2016
Da zeigt die großartige, kühle, schattierungsreich spielende Judith Bohle in der Titelrolle erstmals, wie sie ihrer Lust freien Lauf lassen kann, Menschen zu beeinflussen, zu manipulieren, zu beherrschen. Das wird sie perfektionieren in den knapp drei Stunden, (...) die lang, aber nie langweilig sind, weil Laufenberg den sieben Personen auch in der Enge des Salons Luft zum Spielen lässt.
Op-online.de, Axel Zibulski, 02.04.2016
Es geht um Liebe, Untreue, Tyrannei, um Rache und Einsamkeit – die ewigen Themen, mit archaischer Wucht in die weite Landschaft des Mittelwestens gedrückt. Der Hausdrachen Violet, der von Anfang an im Mittelpunkt der Verwerfungen steht, wirkt in Wiesbaden in der Darstellung Monika Krolls zunächst tatsächlich wie das perfekte Produkt dieser viel zu eng gebauten Umgebung. Judith Bohle als Ivy, die Jüngste: Das ist die Melancholikerin vom Dienst – unnahbar, leise, ein bisschen alternativ. Karen, die Mittlere, hat bei Janina Schauer ihren großen Auftritt auf atemberaubenden High Heels – mit einem Lover (Uwe Kraus) im Schlepptau, dessen Dauer-Anmache für Heiterkeit pur sorgt. Wie in Stein gemeißelt steht daneben Babs, die Älteste. Und auch wenn sie bei Solveig Arnarsdottir sehr auf Empörung gebügelt ist, ihre Harschheit ist wohlmotiviert.
Sehr schöne Figurenstudien liefern daneben Elena Packhäuser als Barbaras zerbrechliche, nach und nach allerdings zum Filou erste Güte avancierende Tochter Jean. Und Benjamin Krämer-Jester als deren Onkel Charlie verliert beim Tischgebet auf hochamüsante Art Fassung und Haltung. Drei Stunden insgesamt – sie werden der Größe der Textvorlage rundum gerecht.
Jens Frederiksen, Wiesbadener Kurier, 02.11.2015
Letts weiß ganz genau, was ein gut konstruiertes Stück ausmacht. »August: Osage Country« ist ein Schauspielerstück, das wie geschmiert läuft, hat man es erst mal passend aufs Gleis gesetzt – mit den richtigen Leuten. Nun hat Ingo Kerkhof es am Staatstheater Wiesbaden inszeniert. Die Sache sitzt, sie ist unterhaltsam, sogar gute drei Stunden lang und könnte den ein oder anderen Blick in den eigenen Leichenkeller aufnötigen.
Die Königin des Hetzens ist, fraglos, Violet. Kerkhof findet im langjährigen Ensemblemitglied Monika Kroll eine so feinsinnige und bösartige Violet, wie man sie nur finden kann. Jeder verbale Schienbeintritt, jede biestige Pointe und auch die zarten Noten, mit denen dieses Mutter-Untier immer wieder Hoffnung sät, der kühle Intellekt, der zum Vorschein kommt, wenn sie genüsslich die Schwachheiten der anderen seziert samt dem Zwang, jahrelang neben einem vermeintlichen Genie existieren zu müssen, alles ist drin. Das Gute an Letts‘ Stück und Kerkhofs Inszenierung ist, dass es wirklich jeder Figur, wie in einem guten Orchesterstück, ihre Momente gibt. Das Ensemble geht darauf ein, vor allem Sólveig Arnarsdóttir, die als älteste Tochter Barbara in ihren Konflikten der Mutter immer schrecklicher zu ähneln beginnt, und Judith Bohle als herbe Ivy. Als dritte Tochter Karen verleiht Janina Schauer der Hohlköpfigkeit auf High Heels neue Dimensionen, von ihrem Steve (Uwe Kraus) über Benjamin Krämer-Jenster als Charles bis zu Elena Packhäuser als Teenager Jean spielt das ganze Ensemble so, dass es sehr viel Spaß macht, dieser Familienhölle zuzusehen.
Eva-Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2015
So spektakulär das schräg gestellte, spiegelnde Bühnenbild im ersten, die Steinwüste im zweiten Teil der Aufführung (verantwortlich Elisabeth Vogetseder), so exakt durchchoreographiert der Text und das sechsköpfige Ensemble.
„Klug verzahnt Regisseurin Johanna Wehner diese beiden Stücke nicht nur mit, sondern ineinander und nutzt die verblüffende Ähnlichkeit ihrer beiden Hauptdarstellerinnen Kruna Savic und Judith Bohle für intelligentes Spiegelbild-Spiel. Ebenbürtig sind beide in ihrer jeweils starken Präsenz. Das Ensemble mit Evelyn M. Faber, Uwe Kraus, Stefan Graf und Janning Kahnert ist ihre präzis alerte Begleitung.
Wiesbadener Kurier, Viola Bolduan, 26.09.2015
Stefan Graf und Michael Birnbaum haben als Melancholiker Jaques und als Probstein die dankbaren, da sprachmächtigen und burlesken Narrenrollen übernommen, feinsinnig und durchtrieben der eine, während die Partie des Probstein eher aufs Clowneske angelegt ist. Felix Mühlen reimt sich als Orlando aufs Komischste durch die Zettelwirtschaft seiner Liebesgedichte an Rosalind, der Judith Bohle das gesamte Charakter-Kaleidoskop zwischen Charme und Chuzpe zu verleihen vermag.
Die deutsche Bühne, Volker Oesterreich, 22.09.2014
Wenn Judith Bohle als Rosalind, nur angestrahlt von Scheinwerfern, mit tiefer Stimme und leuchtenden Augen den vertriebenen Orlando fragt: »Wie heißt du, junger Mann?«, dann ist das ein wunderbarer Bühnenmoment. Einfach, klar, der Moment in dem sich zwei Menschen ineinander verlieben. Der Abend funktioniert da, wo er das Verliebtsein als eine (bisweilen alberne) Inszenierung ausstellt. Wenn Felix Mühlen mit glühenden Wangen Liebesbriefe über das Publikum flattern lässt, um seine Angebetete zu erobern, dann zeigt sich der jugendliche Wahnsinn, den es braucht, um diese Welt zu verändern.
Frankfurter Rundschau, Matthias Bischoff, 22.09.2014

Termine

WiederaufnahmeKleines Haus19:30 - 22:15
Kleines Haus19:30 - 22:25
Ausverkauft / evtl. Restkarten an der Abendkasse