Christian Erdt

Schauspieler
Christian Erdt, geboren und aufgewachsen in Furth im Wald.
Seit dem 16. Lebensjahr arbeitete er mit dem Jungen Landestheater Bayern zusammen, wo während der Schulzeit bis 2008 insgesamt sechs Arbeiten im Rahmen von internationalen Theater- und Filmprojekten entstanden. Zweimal waren diese zu Gast beim Theaterfestival Pilsen / CZ.
Nach dem Abitur studierte er Schauspiel am Max Reinhardt Seminar in Wien und spielte bereits während des Studiums am Theater in der Josefstadt und bei den Werkstatttagen des Burgtheaters
Seit der Spielzeit 2012.2013 war er Mitglied im SchauspielSTUDIO am Schauspiel Frankfurt und arbeitete dort u. a. mit Jorinde Dröse, Alexander Eisenach, Andrea Breth und Ersan Mondtag zusammen.
Seit der Spielzeit 2014.2015 ist Christian Erdt Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden.

Galerie

Foto: Andreas Etter
Mutter Courage und ihre Kinder
Christian Erdt
Foto: Lena Obst
Der Findling
Christian Erdt
Foto: Lena Obst
Der Findling
Christian Erdt
Foto: Lena Obst
Der Findling
Janina Schauer, Christian Erdt, Ulrich Rechenbach
Foto: Karl & Monika Forster
Hamlet, Prinz von Dänemark
Sólveig Arnarsdóttir, Christian Erdt
Foto: Karl & Monika Forster
Hamlet, Prinz von Dänemark
Christian Erdt
Foto: Lena Obst
Clavigo
Christian Erdt
Foto: Lena Obst
Die lächerliche Finsternis
Christian Erdt
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Rein Gold
Sólveig Arnasdóttir, Christian Erdt, Roland S. Blezinger, Wolfgang Vater

Pressestimmen

Was für ein Saisonstart am Staatstheater Wiesbaden: Ein Hamlet-Darsteller, der sich rückhaltlos in die Rolle wirft; ein Bühnenbild, das mit düsterer Wucht bezwingt, und eine Regie, die sich für die Charaktere begeistert und Shakespeares Sprache feiert. (…)
Altmeister Nicolas Brieger zeigt Shakespeares familiäre Rachtragödie als düsteres Endspiel. (…) Christian Erdt in der Titelpartie ficht einen aussichtslosen Kampf um die Wahrheit gegen eine abgehobene Politikerkaste, die sich moderner Überwachungskameras bedient. Wie er unermüdlich an den Gittern seines Käfigs rüttelt, wie er Kameras zerschlägt und verzweifelt an den Menschenmasken zerrt, geht spürbar unter die Haut.
Tom Gerber als Brudermörder Claudius ist sein dunkler Gegenspieler, ein Machtmensch, der Hamlet bereits zusammenzucken lässt, wenn er ihn nur beim Namen nennt. Sólveig Arnarsdóttir als seine charmante Königin Gertrud lässt bis zum letzten offen, ob sie von der Ermordung ihres Mannes wusste. (…) In jeder Szene ist spürbar, wie tief sich Nicolas Brieger in die Übersetzung von Angela Schanelec und Jürgen Gosch gekniet hat. Seine Figuren sin Charaktere, die Zeit haben, sich zu entwickeln. Da sorgt Michael Birnbaum als zwangsloser Polonius ebenso für Heiterkeit wie Urgestein Rainer Kühn als hohlwangiger Mime und grotesker Totengräber in Personalunion. Hamlets Alter Ego Horatio (Nils Strunk) rundet einen überragenden Theaterabend ab, an dem es einfach nicht auszusetzten gibt. Jubel für alle Beteiligten.
Gießener Allgemeine Zeitung, Bettina Boyens, 08.09.2015
Alles ist hier groß. Ein wuchtiger Turm wie aus einem alten Stahlwerk dominiert die Bühne, überall liegen mächtige Rohre kreuz und quer, Edelrost überzieht Autowracks und Eisenträger. Und alles dreht sich, eine effektsichere Lichtregie und viel Dampf aus der Nebelmaschine schaffen immer neue Perspektiven, machen den Raum mal eng, um dann wieder die ganze große Bühne zu einem wirklich durch und durch faulen, verrotteten Dänemark werden zu lassen. Kein Zweifel, dieser „Hamlet“, der auch mit seinen über vier Stunden Spielzeit auf das Recht zur Größe pocht, ist ein visuelles Fortissimo, ein Fest für die Augen, denen bis kurz vor Mitternacht niemals langweilig wird. (…) man hat sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, den „Hamlet“ in bisweilen recht brachial gekürzten Fassungen zu sehen, die angesichts der zahlreichen populären Stellen kaum mehr waren als ein Zitat-Potpourri mit Action-Einsprengseln. Nicolas Brieger setzt dagegen mit nur wenigen Strichen ganz auf den Text. (…) Besonders Christian Erdt in der Titelrolle stattet seinen Hamlet mit einer stupenden jugendlichen Frische aus, die über vier Stunden nicht nachlässt und den Abend auf jeden Fall für ihn zu einem großen macht.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Matthias Bischoff, 08.09.2015
Nachdem sich der aus einer anderen Zeit stammende Theatervorhang gehoben hat, erweckt Brieger seine wie aus einer anderen Welt erwachenden Figuren zum leben. Sein Ensemble spielt gewissermaßen auf unterschiedlichen Zeit- und Realitätsebene. Gegenwart, Zukunft, Theater- oder Spielebene sowie mahnende Geister. Die Kostüme von Andrea Schmidt-Futterer unterstreichen das: Stilisierte elisabethanische Kostüme sind ebenso zu sehen wie heutige (Politiker-)Anzüge. Wie die Truppe, mit der Hamlet Claudius entlarvt, zeigen Brieger und sein Team, was wohin führt. Da ist es nur konsequent, dass Christian Erdts Hamlet nicht in einen einzigen Ton und Gestus verfällt. Mal scheint er an der Welt verrückt zu werden, mal ist er ruhig und erwachsen. Was soll man auch tun, wenn die Welt ist, wie sie ist, schon so viele Menschen Hamlet gesehen haben und sich doch nichts ändert?
Frankfurter Neue Presse, Astrid Biesemeier, 08.09.2015
Christian Erdt ist ein wirklich überzeugender Clavigo, ein gescheites Windei, ein heiterer Intellektueller, nicht zuletzt auch ein angenehmer junger Mann, der selbst doch fast immer glaubt, was er gerade sagt. [...] Die Lesart bleibt gezielt leichtherzig (glücklicherweise nicht halbherzig). Auf schlichter Bühne mit luftigen weißen Vorhängen als Begrenzung der Spiegelspielfläche bewegen sich die Figuren in modernem Puderperücken-Reifrock-Look puppenhaft exaltiert. Die verratene Liebe ist ein Riesenärger, aber nichts, was den Menschen umbringt. – Schulklassen haben hinterher was zu besprechen.
Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 11.03.2015
»[In Wiesbaden] allemal ein Experiment. Dass es über weite Strecken aufgeht, ist neben den engagiert zu Werke gehenden Laiendarstellern den Ensemblemitgliedern Christian Erdt, Ulrich Rechenbach und Kruna Savić zu danken und dem geschmeidigen Wechsel der Perspektiven.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Christoph Schütte, 27.09.2014