Wiesbaden Biennale

Utopie mit Hammer und Nagel

Ein Möbelbau-Workshop nach Enzo Mari

Jeder sollte sich die Grundbedürfnisses des Lebens – Bett, Tisch, Stuhl, Schrank – selbst herstellen können. Einfach, ohne viel Geld, ohne besondere Fähigkeiten. Nichts Geringeres wollte der italienische Designpionier Enzo Mari, als er 1974 sein Buch »Autoprogettazione« mit 17 Möbelentwürfen zum Nachbauen veröffentlichte. Ein paar Planken Holz, ein Hammer, ein paar Nägel und etwas Neugierde, mehr braucht es nicht zum utopischen Neuanfang, jenseits von Konsum und Wegwerfkultur.

Demokratisches Design, ohne Schnörkel. Heute über 40 Jahre später sind seine Entwürfe so zeitlos wie aktuell. Tausende Menschen wagen den Neubeginn in Deutschland, wo und wie werden sie leben? Sie stellen auch die Lebensgewohnheiten unserer Gesellschaft infrage: Was brauchen wir wirklich?
»I want to create models for a different society.«
Enzo Mari
Die Wiesbaden Biennale, Wiesbadens Festival für europäische Theater- und Performance-Avantgarde am Hessischen Staatstheater widmet sich in diesem Jahr den drängenden politischen Fragen europäischer Lebensrealität. Was macht sie aus, die europäische Identität? Wer gehört dazu? Welche  gesellschaftlichen Rituale und Ideale macht sie aus? Das Festivalzentrum entsteht im Park am Warmen Damm: Ein offener Ort für Künstler, Neugierige und Gäste, um zusammen zu essen, zu diskutieren und zu feiern. Die Möbel für dieses Festivalzentrum, sowie für das temporäre Grandhotel, wollen wir gemeinsam mit Freiwilligen in den nächsten Monaten herstellen, ganz im Geiste und nach den Entwürfen Enzo Maris. Einmal im Monat treffen wir uns samstags in den Werkstätten des Theaters und stellen unter  professioneller Anleitung Stühle,Tische, Bänke und Betten her. Alle Werkzeuge werden gestellt, Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Alle hergestellten Möbel, werden von ihren Erbauern signiert und dürfen nach dem Festival mitgenommen oder verschenkt werden.

Eine vorherige Anmeldung ist erwünscht (moebelbau@wiesbaden-biennale.eu, 0611 58296257), aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen. Das Asyl des müden Europäers befindet sich in der Wilhelmstr. 47.