Oper

Salome

Richard Strauss (1864 – 1949)
Musik-Drama in einem Aufzug
Libretto Richard Strauss, nach dem Drama »Salomé« von Oscar Wilde in der Übersetzung von Hedwig Lachmann Uraufführung 1905 in Dresden
In deutscher Sprache. Mit Übertiteln.
Fr, 15.03.2019
GROSSES HAUS19:30 - 21:05
Ensemble
Foto: Karl & Monika Forster
Sera Gösch
Foto: Karl & Monika Forster
Sera Gösch
Foto: Karl & Monika Forster
Sera Gösch, Andrea Baker, Frank van Aken
Foto: Karl & Monika Forster
Frank van Aken, Doheon Kim
Foto: Karl & Monika Forster
Frank van Aken, Sera Gösch, Andrea Baker
Foto: Karl & Monika Forster
Frank van Aken
Foto: Karl & Monika Forster
Frank van Aken
Foto: Karl & Monika Forster
Ensemble
Foto: Karl & Monika Forster
Doheon Kim, Thomas de Vries, Daniel Carison
Foto: Karl & Monika Forster
Thomas de Vries, Sera Gösch
Foto: Karl & Monika Forster
Ensemble
Foto: Karl & Monika Forster
Ensemble
Foto: Karl & Monika Forster
Thomas de Vries, Frank van Aken
Foto: Karl & Monika Forster
Simon Bode, Silvia Hauer
Foto: Karl & Monika Forster
Ensemble
Foto: Karl & Monika Forster
Thomas de Vries, Frank van Aken
Foto: Karl & Monika Forster

Aus der biblischen Geschichte von Salome und Johannes dem Täufer machte Oscar Wilde einen skandalträchtigen Einakter, und daraus Richard Strauss einen musikalischen Psychokrimi: Die Prinzessin verliebt sich in Jochanaan, den Staatsfeind Nr. 1, einen fundamentalistischen Gegner der dekadenten Gesellschaft. Der eingekerkerte Anarchist, der allem, was gegen seine religiöse Weltsicht steht, Untergang schwört, verweigert sich der Begierde des verwöhnten Teenagers.
Es kommt zum Kräftemessen: Jochanaan provoziert durch radikale Askese, Salome zeigt ihre Macht durch erotische Manipulation. Beide Wege enden tödlich. Doch Salome singt: »Das Geheimnis der Liebe ist stärker als das Geheimnis des Todes«.

Besetzung

Musikalische Leitung Patrick Lange
Inszenierung, Bühne, Kostüme Le Lab – Jean-Philippe Clarac, Olivier Deloeuil
Licht Christophe Pitoiset, Oliver Porst
Video Jean-Baptiste Beïs
Künstlerische Mitarbeit Lodie Kardouss
Graphic Design Julien Roques
Dramaturgie Luc Bourrousse, Regine Palmai
Herodes Frank van Aken
Herodias Andrea Baker
Salome Sera Gösch
Jochanaan Thomas de Vries
Narraboth Simon Bode
Ein Page Silvia Hauer
1. Jude Rouwen Huther
2. Jude Erik Biegel
3. Jude Christian Rathgeber
4. Jude Ralf Rachbauer
5. Jude Philipp Mayer
1. Nazarener Young Doo Park
1. Soldat / 2. Nazarener Daniel Carison
2. Soldat Doheon Kim
Ein Capadocier Nicolas Ries
Ein Sklave Maike Menningen
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pressestimmen

Richards Strauss´ progressiver Einakter Salome, 1905 in Dresden uraufgeführt, ist ein Meisterwerk des frühen 20. Jahrhunderts und brachte dem Komponisten den internationalen Durchbruch im Bereich der Oper. Er verwendete eine orientalisch anmutende Harmonik, die er kunstvoll mit Bitonalität (der Parallelität von nur zwei verschiedenen Tonarten) verband. Marcel Reich-Ranicki betitelte Salome einst als das „schamloseste und obszönste Werk der Opernliteratur“, Cosima Wagner soll es als „Wahnsinn“ bezeichnet haben. Dennoch, oder gerade deshalb, übt es bis heute eine ungebrochene Anziehungskraft aus.
Die Oper beruht auf dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde, das sich auf die neutestamentarische Geschichte von Salome und Johannes dem Täufer bezieht. Anders als in der biblischen Geschichte wird Salome in der Oper nicht von der Mutter angestiftet, sondern ist eine eigenständige barbarische Femme fatale.[…]
Für die Neuinszenierung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden wurde das aus Bordeaux stammende Künstlerkollektiv Le Lab – Jean-Philippe Clarac und Olivier Deloeuil, verpflichtet, dass sich auf Opern und Kunstinstallationen spezialisiert hat. […]

Die in Istanbul geborene österreichische Sopranistin Sera Gösch stellt sich in der Titelrolle erstmals dem Wiesbadener Publikum vor. Die darstellerisch und gesanglich anspruchsvolle Rolle der Salome verkörperte sie bereits im vergangenen Jahr bei der Koproduktion der Ungarischen Staatsoper Budapest und dem Margaret Island Open-Air. Mit jugendlicher Frische gibt sie eine selbstbewusste, verwöhnte Tochter aus reichem Haus und präsentiert sich als zeitgemäßes It-Girl. Ihre Schärfe bei den dramatischen Ausbrüchen ist nicht jedermanns Geschmack, verleiht der Figur der Salome aber eine zusätzliche Dramatik.

Der dramatische Tenor Frank van Aken, lange Jahre Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, verkörpert die Rolle des Herodes, hier ein autoritätsloser Lüstling im goldenen Jackett und weiter schwarz gepunkteter roter Freizeithose. Stimmlich überzeugt er umso mehr, ganz besonders beim verzweifelten Versuch, Salomes Wunsch nach Jochanaas Kopf abzuändern.
Bariton und Kammersänger Thomas de Vries bleibt trotz seiner nur kurzen Auftritte als fanatischer Bußprediger ob seiner Ausdrucksstärke nachhaltig in Erinnerung. Der lyrische Tenor Simon Bode besticht, gewissermaßen als Widerpart zu Jochanaan, mit samtiger Stimme und unterstreicht damit den reinen Charakter des Narraboth glanzvoll. Diabolische Energie versprüht Sopranistin Andrea Baker als dominante Herodias, Silvia Hauer nimmt als Page für sich ein. Die leicht humoreske Seite der Salome, schließlich bezeichnete sie selbst Strauss als „Scherzo mit tödlichem Ausgang“, wird nicht nur im Kostüm Herodes, sondern auch im Spiel der fünf Juden (Rouwen Huther, Erik Biegel, Christian Rathgeber, Ralf Rachbauer und Philipp Mayer) deutlich.

Unabhängig vom szenischen Geschehen ist die musikalische Seite, nicht zuletzt wegen der verstärkten Bläsergruppen, dem Harfenspiel und dem groß besetzten Schlagzeug im Hessischen Staatsorchester Wiesbaden unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Patrick Lange, ein Erlebnis und sehr angenehm.

Am Ende starker Applaus, aber auch einige Buhs.
www.kulturfreak.de, Michael Kaminski, 18.02.2019

Termine

GROSSES HAUS19:30 - 21:05
Im Anschluss Publikumsgespräch im Foyer
GROSSES HAUS19:30 - 21:05
GROSSES HAUS19:30 - 21:05
GROSSES HAUS19:30 - 21:30
GROSSES HAUS19:30 - 21:05
GROSSES HAUS16:00 - 17:35
GROSSES HAUS19:30 - 21:05
GROSSES HAUS19:30 - 21:05
Internationale Maifestspiele 2019GROSSES HAUS19:30 - 21:05