Schauspiel

Die Antigone des Sophokles

Nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Bertolt Brecht
Sa, 20.01.2018
PremiereKleines Haus19:30
April 1945: Zwei Schwestern finden in ihrem zerbombten Haus den Soldatenmantel ihres Bruders, dem es offenbar gelungen ist, lebend aus dem Krieg zurückzukehren. Vor der Tür ist ein Brüllen zu hören. Während eine Schwester nach draußen gehen und nachsehen, gegebenenfalls eingreifen will, hält sich die andere aus Angst vor unangenehmen Folgen zurück. Als die beiden dann das Haus doch verlassen, verleugnet letztere gegenüber einem SS-Mann ihren Bruder, der soeben vor der Geschwister Tür als Deserteur gehenkt wurde. Dieses Vorspiel stellt Bertolt Brecht seiner Bearbeitung des Antigone-Stoffes voran. Es folgt die auf Kreon als Tyrann und Antigone als einsame aufrechte Rebellin zugespitzte sophokleische Handlung im antiken Theben, die Brecht selbst 1951 in einem alternativen Prolog, ganz im Sinne der überzeitlichen Zeitgenossenschaft dieses antiken Klassikers, mit folgender – auch für das 21. Jahrhundert gültigen – Botschaft versah:

»[ … ] Das ist Antigone / Fürstin aus dem Geschlecht des Ödipus. Das hier / Kreon, Tyrann der Stadt Theben, ihr Oheim. [ … ] Dieser da / Führt einen Raubkrieg gegen das ferne Argos. Diese / Tritt dem Unmenschlichen entgegen und er vernichtet sie. / Aber sein Krieg, nun unmenschlich geheißen / Bricht ihm zusammen. [ … ] Wir bitten euch / Nachzusuchen in euren Gemütern nach ähnlichen Taten / Näherer Vergangenheit oder dem Ausbleiben / Ähnlicher Taten. Und nunmehr / Werdet ihr [ … ] sehn, wo einst unter den / Tierschädeln barbarischen Opferkults / Urgrauer Zeiten die Menschlichkeit / Groß aufstand.«

PREMIERE 20. Januar 2018

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PremiereKleines Haus19:30