Oper
Der Ring des Nibelungen

Götterdämmerung

Richard Wagner (1813 – 1883)
Libretto: Vom Komponisten | Uraufführung: 1876 in Bayreuth
In deutscher Sprache mit Übertiteln.
Mo, 21.05.2018
Internationale Maifestspiele 2018 | WiederaufnahmeGROSSES HAUS17:00 - 22:30
Thomas de Vries, Shavleg Armasi
Foto: Karl & Monika Forster
Katharina Konradi, Marta Wryk, Andreas Schager, Silvia Hauer
Foto: Karl & Monika Forster
Andreas Schager, Matias Tosi
Foto: Karl & Monika Forster
Shavleg Armasi, Sabina Cvilak, Andreas Schager
Foto: Karl & Monika Forster
Shavleg Armasi, Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Foto: Karl & Monika Forster
Shavleg Armasi, Matias Tosi
Foto: Karl & Monika Forster
Catherine Foster
Foto: Nele Schmitt
Matias Tosi, Andreas Schager, Shavleg Armasi
Foto: Karl & Monika Forster
Andreas Schager
Foto: Karl & Monika Forster
Sabina Cvilak
Foto: Karl & Monika Forster
Andreas Schager, Sabina Cvilak, Matias Tosi
Foto: Karl & Monika Forster
Sonja Gornik
Foto: Karl & Monika Forster

Der Schicksalsfaden ist gerissen. Siegfried, Wotans Enkel, der den Ring des Nibelungen am Finger trägt, der gottgesandte Held, der die Welt retten sollte, stirbt im Wald. Der Mörder ist Hagen, der zur Machteroberung gezeugte Sohn Alberichs. Wagner komponierte Siegfried einen Trauermarsch, der den Weltenatem anhält, ein Requiem der Leitmotive. Auch die Übermenschlichkeit Siegfrieds, des „herrlichsten Helden der Welt“, bestärkt durch die Liebe Brünnhildes, der nunmehr menschlichen Göttertochter, kann nichts mehr zum Guten wenden.

Die Welt ist aus den Fugen, beherrscht von Habgier, Betrug, Rache, Angst, Trostlosigkeit. Alberichs Ring-Fluch ist wahr geworden, Erdas Warnung hat sich erfüllt. Der Speer Wotans ist zerschlagen, die Götter schutz- und ratlos Alberichs Machtanspruch ausgeliefert, die Natur ihrer regulierenden Kräfte beraubt. Die „Ring“-Welt ist am Ende, der Konflikt des Göttervaters zwischen Utopie und Realität nicht mehr zu lösen.

Wagner lässt alle Geschichte in einem Meer von Klang untergehen: ein reinigender Weltenbrand. Die Utopie wird trotzdem Bestand haben. Als junger Hofkapellmeister stand Wagner selbst furchtlos auf den Revolutionsbarrikaden im brennenden Dresden, die Handgranaten neben sich. Am Ende seines Lebens zeigt er Wotan als tragische, nicht überlebensfähige Figur. Diese Widersprüche gilt es auszuhalten. Früher, wie auch heute und in Zukunft.

Konzeption, Symbole und Wirklichkeit

Anlässlich seiner Inszenierung des »Rings des Nibelungen« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden äußert sich Intendant Uwe Eric Laufenberg zu Geschichte und Wirkung von Richard Wagners Opus Magnum.

Besetzung

Musikalische Leitung Alexander Joel
Inszenierung Uwe Eric Laufenberg
Bühne Gisbert Jäkel
Kostüme Antje Sternberg
Licht Andreas Frank
Video Falko Sternberg
Chor Albert Horne
Dramaturgie Regine Palmai
Siegfried Lance Ryan
Gunther Johannes Martin Kränzle
Alberich Thomas de Vries
Hagen Albert Pesendorfer
Brünnhilde Catherine Foster
Gutrune Betsy Horne
Waltraute / Erste Norn Margarete Joswig
Zweite Norn Silvia Hauer
Dritte Norn Betsy Horne
Woglinde Heather Engebretson
Wellgunde Marta Wryk
Flosshilde Silvia Hauer
Chor, Extrachor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pressestimmen

Es war eine der Großtaten des damals noch neuen Linzer Musiktheaters und seines Intendanten Rainer Mennicken, ein halbes Jahr nach Eröffnung gleich zum Schwierigsten anzusetzen, was ein Opernhaus zu leisten vermag: Richard Wagners vierteiligem „Ring des Nibelungen“, der zwischen 2013 und 2015 Premiere hatte. Das Ergebnis war in Details umstritten, wurde aber zu Recht viel beachtet. Und da der Regisseur Uwe Eric Laufenberg mittlerweile Intendant in Wiesbaden ist, hat er sich die einzelnen Teile des Werks nach und nach in sein Theater „hinüber geholt“. So, dass der Zyklus komplett war, um die renommierten „Maifestspiele Wiesbaden“ in diesem Jahr zu eröffnen.
Laufenberg sieht Richard Wagners großen Mythos nicht als die Götter-Riesen-Zwerge-Menschen-Geschichte im Vergangenheits-Look, sondern quasi als Schale, in die er die reale Menschheitsgeschichte „hineingießen“ kann, um von Hoffnung und Enttäuschung, Traum und Wirklichkeit, Utopie und Untergang zu erzählen. Dabei bedient er sich gänzlich heutiger, ideologischer wie digitaler Mittel — ohne Videos wäre der Abend nicht zu denken.
Visionen von Krieg und Untergang und Trump
Wotan am Konferenztisch und Siegfried, der behände mit dem Tablet agiert, zwischendurch als Bankdirektor. Die Nornen agieren nicht mehr mit dem Seil des Schicksals, sondern mit Laserstrahlen. Dazu kommen immer wieder schreckliche Visionen von Krieg und Untergang (in die — im Gegensatz zu Linz — nun auch immer wieder das Gesicht von Donald Trump hineingeschnitten wurde), da gibt es Szenen von geradezu verstörender Intensität.
Es ist kein „Ring“ aus einem Guss, aber ein spannender, der in Wiesbaden auch „festspielmäßig“ besetzt war. In Evelyn Herlitzius, Bayreuth-geeicht, bietet man eine der weltbesten Brünnhilden auf, eine strahlende junge Frau mit Erlöserqualität. Phänomen war der Niederösterreicher Andreas Schager, derzeit bewunderter Star der Wagner-Sänger-Szene: Er sang zweimal den Siegfried und den Siegmund, also drei der anspruchsvollsten Heldentenorrollen innerhalb von fünf Tagen, und er tat es mit einer Stimmkraft, Hingabe und Unermüdlichkeit, dass er wohl Träume erfüllte. Stark auch der Rest der Besetzung (...).

Der Linzer „Ring“ hat Wiesbaden Glück gebracht und erntete bei einem begeisterten Publikum den schrankenlosen Jubel, den er verdiente.
Neues Volksblatt (Österreich), Renate Wagner, 03.05.2017

Termine

WiederaufnahmeGROSSES HAUS17:00 - 22:30
WiederaufnahmeGROSSES HAUS17:00 - 22:30
WiederaufnahmeGROSSES HAUS17:00 - 22:30
Internationale Maifestspiele 2018 | WiederaufnahmeGROSSES HAUS17:00 - 22:30