Konzert

Liederabend
Johannes Martin Kränzle, Bariton
Hilko Dumno, Klavier

Ewige Rätsel – Juden- und Christentum im Lied
Gustav Mahler Lieder aus »Des Knaben Wunderhorn«
Frank Martin Sechs Monologe aus »Jedermann« (Texte: Hugo von Hofmannsthal)
Maurice Ravel Deux mélodies hébraïques (Texte: Aramäisch / Traditional )
Richard Rudolf Klein Zwölf jiddische Lieder (Traditional)
Do, 14.06.2018
Foyer Grosses Haus19:30
Der Abend beginnt mit Liedern aus »Des Knaben Wunderhorn« von Gustav Mahler. In den Textsammlungen von Achim von Arnim und dem Frankfurter Clemens Brentano zeigt sich ein Kaleidoskop unterschiedlichster Themen, von Soldatenliedern über ironische Tierballaden bis hin zu schlichten Volksliedern. Mahler hat sie in seiner einzigartigen Tonsprache komponiert und dabei, durchaus bewusst, einige jüdisch-traditionelle Weisen und Phrasen, zum Beispiel in der »Fischpredigt« oder im »Lob des hohen Verstandes«, hineinkollagiert.

Das nach dem Vorbild jesuitischer Mysterienspiele des Mittelalters entstandene Drama »Jedermann - Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes« wurde 1911 von Hugo von Hofmannsthal in Versen geschrieben. Aus diesem Drama hat der Schweizer Komponist Frank Martin 1943 sechs Monologe der Hauptfigur Jedermann komponiert. Die aufgezeigten unterschiedlichsten seelischen Stationen des Protagonisten bringen ihn nach einem ausschweifenden Leben zur Einsicht und zum christlichen Glauben, als er sein Ende erkennen muss.
 
Maurice Ravel schrieb 1914 »Deux mélodies hébraïques« im Rahmen seiner Chansons populaires. Das erste Lied ist »Kaddish«, ein jüdisch-aramäisches Glaubensbekenntnis und eine Lobpreisung Gottes, das andere Lied hat einen jiddischen traditionellen Text. Diese Textvorlage wurde auch von Richard Rudolf Klein, Professor an der Musikhochschule und an Dr. Hoch's Konservatorium in Frankfurt am Main, zusammen mit elf anderen jiddischen Liedern vertont. Der Zyklus beschreibt eindrücklich den Alltag, die Gebräuche, Weisheiten und Besonderheiten der gläubigen jiddischen Gemeinde.

Besetzung