Oper

Der Liebestrank

Gaetano Donizetti (1797 – 1848)
Melodramma in zwei Akten | Libretto: Felice Romani, nach Augustin Eugene Scribes Libretto zur Oper »Le Philtre« von Daniel-François-Esprit Auber |
Uraufführung: 1832 in Mailand
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
So, 15.10.2017
WiederaufnahmeGROSSES HAUS16:00 - 18:35
Ioan Hotea, Gloria Rehm, Christopher Bolduc, Chor
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Ioan Hotea
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Chor
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Christopher Bolduc
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Ioan Hotea
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Christopher Bolduc, Patrick Carfizzi, Chor
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Gloria Rehm
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Ioan Hotea
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Ioan Hotea, Gloria Rehm
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Chor
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Christopher Bolduc, Patrick Carfizzi, Chor, Statisterie
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Christopher Bolduc, Chor
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Stella An, Chor
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Ioan Hotea, Stella An, Chor
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Gloria Rehm
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Ioan Hotea
Foto: Karl-Bernd Karwasz

Donizettis »Liebestrank« ist sowohl die romantischste als auch komischste aller italienischen Buffa-Opern des 19. Jahrhunderts. »Der musikalische Stil dieser Partitur ist lebhaft, glänzend, dem Buffa-Genre treu. Die Gefühle werden mit der musikalischen Leidenschaft behandelt, für die der Komponist der »Anna Bolena« berühmt ist«, schwärmte ein Kritiker nach der Mailänder Uraufführung. Ein naiver Bursche verliebt sich – zunächst unglücklich – in eine gutsituierte, aber kapriziöse Landschöne. Zusammen mit dem angeberischen Herzensbrecher Belcore, dem Wunderdoktor und Straßenhändler Dulcamara, dessen Liebestrank die Emotionen und Melodien perlen lässt, und dem agilen Chorvolk bilden sie das Personal für einen turbulenten Tag im Flair südlicher Sonne.
 
Die Musik reiht eine Kette musikalischer Kabinettstückchen von verschwenderischer Pracht aneinander. Von melodischer Süße über rasante Cabaletten bis zu lärmenden Volksszenen breitet Donizetti seinen vielfarbigen Bilderbogen italienischen dolce-vita-Gefühls in schier unerschöpflichem Einfallsreichtum aus. Dabei durchschreitet die turbulente Geschichte vor dem glücklichen Ende auch tragische Tiefen wie Nemorinos fassungslose Klage »Una furtiva lagrima«, die auch das Publikum zu Tränen rührt.

PREMIERE 16. Juni 2016

Besetzung

Musikalische Leitung Daniela Musca
Inszenierung Jim Lucassen
Bühne & Kostüme Marc Weeger, Silke Willrett
Licht Ralf Baars
Chor Albert Horne
Dramaturgie Regine Palmai
Adina Olesya Golovneva
Nemorino Ioan Hotea
Belcore Christopher Bolduc
Dulcamara Stephanos Tsirakoglou
Gianetta Marta Wryk
Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pressestimmen

Die Premiere von Donizettis Oper »L'Elisir d'amore« gelingt am Staatstheater Wiesbaden – dank eines formidablen Sängerquintetts, der pfiffigen Personenregie von Jim Lucassen und Daniela Musca, die in letzter Minute als Dirigentin einsprang.
Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 18.06.2016
Die Begeisterung ist allgemein und stürmisch.
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 18.06.2016
loan Hotea braucht kein Elixier, um geliebt oder bewundert zu werden. Mit seiner wunderbaren Stimme bringt er alle Herzen zum Schmelzen und versetzt das Publikum in Verzückung. Wertung: SEHR GUT
Bild, Dr. Josef Becker, 20.06.2016
Der Schmelz von Ioan Hoteas Timbre geht durchs Ohr direkt ins Herz, und mit dem großen Crescendo zur Anrufung des Himmels hin (»Cielo«) scheint sich selbiger auch für die bald frenetisch applaudierenden Zuhörer zu öffnen. Gloria Rehm, unlängst die Marie in Zimmermanns »Soldaten«, ist nun eine hinreißende Adina, deren Sopran sich mit steigender Gefühlstemperatur deutlich erwärmt und sich auch in den Koloraturen brillant durchsetzt. Mit der stimmlichen Wandlungsfähigkeit korrespondiert ein großes komödiantisches Talent, das zwischen cooler Diva und verliebtem Herzchen über die Bühne fegt und das Publikum immer wieder schmunzeln lässt. Dafür sorgen freilich auch Patrick Carfizzi, ein souveräner Bassbariton mit MET-Erfahrung, als Quacksalber und Liebestrank-Verkäufer Dulcamara sowie Christopher Bolducs prächtiger Belcore.
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 18.06.2016
Die 34-jährige Daniela Musca traf als Dirigentin mit akzentuierter Rhythmik und flüssiger Interpretation genau den heiteren Charakter der Musik. Mit glücklichen Händen breitete sie in der Premiere für die Solisten ein elastisches Sprungtuch aus, von dem sie sicher und präzis zu ihren Koloratursaltos abheben konnten. Jim Lucassen, der für die Oper Frankfurt bereits eine wunderbar geheimnisvolle »Rusalka« ins Senckenberg-Museum verlegt hat, zeigte in Wiesbaden viel Sinn für Shakespeares »Theater im Theater«. Mit dem rumänischen Preisträger loan Hotea (26) hatte er einen prachtvollen Tenor zur Hand, der mit Ausdruckskraft und leuchtenden Obertönen aufwartete und zudem als Darsteller glaubhaft in rührender Einfalt der schönen Primadonna Adina hinterherwedelte. Dass Gloria Rehm mit ihrem lyrischen Koloratursopran samt gestochen klarer, dramatischer Spitzentöne eine ideale Adina abgeben würde, war abzusehen. Dass sie unter der psychologisch wendigen und ungemein spritzigen Personenregie von Lucassen zu Höchstform auflief, erfreute umso mehr.
Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 18.06.2016
Mit loan Hotea hat das Staatstheater einen lyrischen Tenor in seinem Ensemble, der keineswegs nur die unverwüstliche Nemorino-Arie »Una furtiva lagrima« mit reiner Kopfstimme und feinem Legato singt, sondern auch sonst mit großem Gespür für Ausdrucksnuancen phrasiert und bis ins Pianissimo vorzüglich intoniert. Gloria Rehm steht ihm als Adina nicht nach, singt offen-prägnant, mit dramatischerem Nachdruck und satter Eleganz. Patrick Carfizzi singt mit unbeschwertem bis wendigem Bass den reisenden Quacksalber. Christopher Bolduc tritt als testosterongesteuerter Belcore auf: Er bringt sich so zuverlässig in die Szene ein wie Stella An in der kleinen Partie der Gianetta.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Axel Zibulski, 18.06.2016
Patrick Carfizzi macht das sehr gut: in Körpergeste und Stimme wirbelnd, das jokose und ironische, süffisante und trickreiche Potenzial der Rolle ausschöpfend. Treffend gestelzt als Typus ist Christopher Bolduc als Belcore mit schlanker, markanter Stimme.
Daniela Musca leitet umsichtig das Hessische Staatsorchester Wiesbaden und bringt sehr gut durchartikulierte Streicher und feine Holzbläser zum Klingen.
Frankfurter Neue Presse, Bernhard Uske, 20.06.2016
Als einziges italienisches Requisit steht ein Toskana-Häuschen zur Verfügung, das Marc Weeger mit Rundbögen, Treppe und Blumenkästen klischeegetreu erschaffen hat. Viele Lacher erntete Bühnentier Patrick Carfizzi, der seinen Quacksalber Dulcamara mit ebenso virilem wie ideal fokussiertem Bassbariton intonierte und dabei jede Menge verschmitzten Spaß am Liebestrank-Hokuspokus versprühte.
Immer wieder zog Jim Lucassen gekonnt das Tempo an. Nur zu gern verfolgte man die artistischen Duelle mit Glasreiniger, Sprühflasche und Schmierseife oder genoss das feine Klacken, wenn die verliebten Chordamen ihre Lippenstifte zuschnappen ließen. Am Ende zu Recht viel Applaus für alle Beteiligten.
Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 18.06.2016

Termine

Internationale Maifestspiele 2018 | WiederaufnahmeGROSSES HAUS19:30 - 22:05
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