Gisbert Jäkel

Bühne & Kostüme
Gisbert Jäkel arbeitete u. a. am Wiener Burgtheater, am Theater Basel, an den Opernhäusern in Paris (Bastille), Brüssel, Berlin und Dresden mit Regisseuren wie Hans Neuenfels, Andrea Breth, Günther Krämer und Ingo Kerkhof. Mit Uwe Eric Laufenberg verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit, so entstanden u. a. in Bregenz Ernst Kreneks »Karl V.«, in Köln »Don Giovanni«, in Linz und Wiesbaden Wagners »Ring« und 2016 »Parsifal« für die Bayreuther Festspiele. Auch als Regisseur erarbeitete Gisbert Jäkel eigene Inszenierungen, u. a. für Graz, Bremen und Potsdam.
Für das Hessische Staatstheater Wiesbaden entwarf Gisbert Jäkel Bühnenbilder für »Die Frau ohne Schatten« und »Orpheus und Eurydike«, 2015.2016 für »Otello« und »Dr. med. Hiob Prätorius«. In der Saison 2016.2017 waren seine Bühnenbilder beim »Ring des Nibelungen« und im Schauspiel bei »Don Karlos« zu sehen. In der Spielzeit 2017.2018 folgen die Neuinszenierungen »Arabella« sowie im Schauspiel »Die Antigone des Sophokles«.

Produktionen

Bühne in »Arabella«
Bühne in »Götterdämmerung«
Bühne in »Otello«

Pressestimmen

Laufenberg verortet die Handlung zeitnah, zumindest lassen die Soldatenuniformen der Männer und die elegant-schlichten Kleider der Damen auf das 20. oder 21. Jahrhundert schließen. Aber die Zeit spielt eigentlich keine Rolle bei Laufenberg. Er legt den Fokus auf die Emotionen der Figuren und überrascht mit einem gesprochenen Prolog des Jago: Der Sänger Matias Tosi provoziert das vornehme Wiesbadener Premierenpublikum in mit Kernaussagen aus dem Credo des Jago, wie »Die Liebe ist eine Lüge, sie ist Betrug, und Betrug regiert die Welt.« Die Oper beginnt als Jagos Beweis für den perfekten Betrug.
Bühnenbildner Gisbert Jäkel hat auf dem schwarzen Boden große weiße antike Säulen aufgereiht, die kühl und distanziert den Lebensraum Othellos umrahmen. Im ersten Akt ist er noch Kriegsschauplatz, auf dem die Heimkehrer Flaggen mit Halbmond und Stern verbrennen und ihre Lust auf Frauen befriedigen. In den letzten beiden Akten umrahmen sie einen Sitzungssaal und das steril-weiße Schlafgemach. Es gibt viel Raum für die intimen Momente des Dramas. Laufenberg erzählt die Handlung haargenau: Jagos Manipulationen, und die Gewalt gegen Frauen werden schonungslos gezeigt. Othello erwürgt die blutjunge Desdemona tatsächlich in ihrem Bett und ersticht sich kurz darauf – genau wie bei Shakespeare vorgesehen.
Darstellerisch überzeugen alle Sänger in dieser Produktion. Cristina Pasaroiu singt einen ergreifenden letzten Akt. Matias Tosis dämonischer Jago hat eigentlich einen wunderbar lyrischen Bariton und muss das Dämonische mit Kraft erzeugen. Aufhorchen lässt die strahlende Tenorstimme von Aaron Cawley als Cassio und Scott Piper brilliert als sensibler Otello mit erstaunlicher Weichheit und Kraft in der Stimme. Es gelingt ihm, alle Facetten des an sich selbst zweifelnden und vor Eifersucht rasenden Mohren auszudrücken. Ein paar spröde Spitzentöne lässt man ihm da gerne durchgehen.
Leo McFall leuchtet mit dem Hessischen Staatsorchester die atmosphärisch dichte und dramatische Partitur Verdis plastisch und packend aus und ist immer bei den Solisten. Besonders prächtig gelingen die großen Chorszenen. Uwe Eric Laufenberg hat sich in diesem Otello szenisch auf das Wesentliche konzentriert und die Personen mit Liebe zum Detail plausibel und eindringlich geführt. Oberflächlichkeit kann man Laufenberg trotz seines immensen Inszenierungs-Pensums für diesen Otello jedenfalls nicht vorwerfen.
Deutschlandradio Kultur, Franziska Stürz, 17.09.2015
Man kann es freilich als Qualität von Laufenbergs Interpretation werten, dass sie die Spannung zwischen »Rosenkavalier«-Duft, der doch auch noch durch die Partitur weht, und großorchestraler, mythischer Waberlohe aushält und szenisch fruchtbar macht. [...] Dafür ist natürlich auch der Bühnenbildner Gisbert Jäkel verantwortlich, der betörend schöne Bilder gefunden hat. [...] Bezwingend ist sogleich der Rahmen der ersten Szene, dessen kühle, grafische Klarheit mit der abgehobenen Sphäre des hohen Paares korrespondiert. In dieser Welt geht mit der Stimme Erika Sunnegårdhs buchstäblich die Sonne auf. Brillanz, Wärme, Kraft: Es ist alles da, was diese Partie braucht, bis hin zum steinerweichenden Gesang, mit dem die Kaiserin den zur Diktatoren-Büste petrifizierten Gemahl zurück ins Leben holt.
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 15.09.2014