Oper

Eugen Onegin

Peter Tschaikowski (1840 – 1893)
Lyrische Szenen in drei Akten | Libretto: vom Komponisten und Konstantin Schilowski, nach dem Roman von Alexander Puschkin
Uraufführung: 1879 in Moskau
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster
Christopher Bolduc, Silvia Hauer, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian, Christopher Bolduc
Foto: Karl & Monika Forster
Thomas Blondelle, Silvia Hauer
Foto: Karl & Monika Forster
Wolf Matthias Friedrich, Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian, Christopher Bolduc
Foto: Karl & Monika Forster
Anna Maria Dur, Romina Boscolo, Silvia Hauer, Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster
Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Romina Boscolo, Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster
Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Foto: Karl & Monika Forster
Christopher Bolduc, Silvia Hauer, Thomas Blondelle, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian, Thomas Blondelle, Romina Boscolo, Christopher Bolduc, Silvia Hauer
Foto: Karl & Monika Forster
Christopher Bolduc, Thomas Blondelle, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian, Wolf Matthias Friedrich
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster
Romina Boscolo, Asmik Grigorian, Silvia Hauer
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster
Asmik Grigorian
Foto: Karl & Monika Forster

»Eugen Onegin« ist der große Wurf von Peter Tschaikowski und die schönste, berührendste und meistgespielte russische Oper. Zwischen Verdi und Wagner, zwischen dramatischer und epischer Gestaltung führen die »Lyrischen Szenen« in gegensätzlichen Welten von russischem Landleben und städtischem Geldadel: Der Außenseiter Eugen Onegin (Christopher Bolduc) hatte sich gegen die Banalität und Langeweile seiner Umgebung hinter Ironie und Zynismus verbarrikadiert. Dies machte ihn aber zum Gefangenen seiner selbst: Leichtsinnig bringt er sich erst um eine große Liebe und dann um seinen besten Freund. Jahre vergehen. Inzwischen hat Tatjana, die ihn einst angebetet hat, ihren Platz in der Welt gefunden – an der Seite des reichen Fürsten Gremin. Beim Wiedersehen auf einem Ball in der Stadt entzündet sich Onegins Liebe zu Tatjana, aber sie kann und will ihr Leben nicht ändern. Einsam bleibt Onegin zurück.

Tschaikowski kannte den Opernbetrieb seiner Zeit und zweifelte daher an seinem Werk: »Ja, diese Oper hat keine Zukunft«, schrieb der Komponist über seinen »Eugen Onegin«. Wenig Handlung, wenig Bühneneffekte würden zwar durch den Reichtum an Poesie, Lebenswahrheit und die genialen Verse Puschkins mehr als aufgewogen, aber »sie wird niemals Erfolg haben«. Die Zeit seit der Uraufführung 1879 in Moskau hat eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen. Ausgehend vom Lied formte Tschaikowski einfühlsam die Partien und Szenen. Als Kernstück verbindet Tatjanas berühmte Briefszene intensive psychologische Schilderung heftigster Gefühlsstürme mit schlichter Menschlichkeit. Gerade dadurch ist der Figur der verschmähten Liebenden bis heute eine Dimension von schmerzlicher Schönheit und natürlicher Würde verliehen.

Als Tatjana ist die international preisgekrönte Asmik Grigorian zu hören, Regisseur ist Vasily Barkhatov, in Wiesbaden bekannt für seine erfolgreiche und spektakuläre Inszenierung von »Die Soldaten« von Bernd Alois Zimmermann. Am Pult des Staatsorchesters steht die Dirigentin Daniela Musca, die schon mit Daniel Barenboim, Kent Nagano und Simon Rattle gearbeitet hat.


PREMIERE 11. März 2017


Besetzung

Musikalische Leitung Daniela Musca
Inszenierung Vasily Barkhatov
Bühne Zinovy Margolin
Kostüme Olga Shaishmelashvili
Licht Andreas Frank
Chor Albert Horne
Dramaturgie Regine Palmai
Eugen Onegin Christopher Bolduc
Tatjana Asmik Grigorian
Olga Silvia Hauer
Lenski Thomas Blondelle
Fürst Gremin Wolf Matthias Friedrich
Larina Romina Boscolo
Triquet Erik Biegel, Tobias Hunger
Filipjewna Anna Maria Dur
Saretzki / Ein Hauptmann Christian Balzer, Leonid Firstov
Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pressestimmen

Ungetrübte Begeisterung! Nach dem faszinierenden „Peter Grimes“ wieder eine besondere,sehenswerte Produktion. Das Staatstheater Wiesbaden ist derzeit auf einem gutenWeg!
Der neue Merker, Dirk Schauß, 14.03.2017
This was an excellent piece ofmusic theatre that was brought to life with unfailing commitment by the entirecast.
operatraveller.com, 13.03.2017
Asmik Grigorian ist als Tatjana phänomenal.
Bild, Dr. Josef Becker, 13.03.2017
Wie großherzig, berührend und atmosphärisch dicht Tschaikowskys beliebteste Oper „Eugen Onegin“ sein kann, wird in der wohldurch­dachten Sicht des Russen Vasily Barkhatovs sichtbar. Der junge Re­gieberserker, dem Wiesbadener Pu­blikum mit seinen spektakulären „Soldaten“ zur Eröffnung der Mai­festspiele 2016 in bester Erinne­rung, verzichtet hier auf allen Rum­mel und konzentriert sich ganz auf die sensible, teils erfrischend hu­morvolle Ausgestaltung der uner­füllten Liebesgeschichte.
Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 13.03.2017
Die Inszenierung von Vasily Barkhatov besticht durch eine durchdachte, schlüssige Personenführung, die erfreulicherweise nicht platt aktualisiert. Barkhatov bleibt in seiner Lesart nah an der Vorlage und zeigt in der ungewöhnlichen Bühnenraumgestaltung von Zinovy Margolin packendes Theater. Der Ideenreichtum in dieser klugen Inszenierung ist ungemein.
Der neue Merker, Dirk Schauß, 14.03.2017
Im abtrennbaren Hin­tergrund auf  einer schiefen Ebene liefert sich das lebhafte Volk aus Chor und Statis­terie, quirlig animiert vom Vorsänger Jo­chen Elbert, Schneeballschlachten und Schlittenrennen, in die sich, rein aus gelangweiltem Zynismus, auch Onegin (für seine gekonnte Darstellung als schmieri­ger Schnösel hätte Christopher Bolduc sehr viel mehr Beifall verdient) mit Lenskis Olga mischt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Doris Kösterke, 13.03.2017
Asmik Grigorian bezauberte als Tatjana mit der poetischen Feinheit ihrer Partie ebenso, wie sie mit hochdramatischer Verve wil­den Szenenapplaus auslöste. Mehr noch: Die schöne Sopranistin ist sogar als weibliches Pendant in Ralph Fiennes’ „Onegin“ denkbar, der opulenten britischen Film- Hommage an Puschkins Klassiker.
Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 13.03.2017
In Wiesbaden agiert Asmik Grigorian mit einer Bühnenpräsenz, als wolle sie diese Vorschusslorbeeren Tschaikowskis noch einmal bestätigen. Ihr Sopran, anfangs innig-lyrisch, später dramatisch akzentuiert, zeichnet den individuellen Entwicklungsroman einer Frau, der in Puschkins Versen angelegt ist, eindrucksvoll nach.
o-ton online, Ralf Siepmann, 14.03.2017
Für die Partie der Tatjana gelang dem Staatstheater Wiesbaden ein Besetzungscoup! Tschaikowsky dachte ursprünglich daran, seine Oper „Tatjana“ zu benennen. An diesem Premierenabend wäre dies genau die zutreffendste Bezeichnung gewesen. Denn mit Asmik Grigorian wurde eine der besten Vertreterinnen dieser so vielschichtigen Partie verpflichtet.
Der neue Merker, Dirk Schauß, 14.03.2017
Bestens disponiert und stimmlich hocherfreulich Christopher Bolduc in der Rolle des Onegin. Ebenbürtig sein Freund und Feind Lenski, den Thomas Blondelle markant und stimmstark gab.
Frankfurter Rundschau, Bernhard Uske, 13.03.2017
Silvia Hauer spielt das unbekümmerte Mädchen mit erfrischendem Timbre und mitreißendem Charme. Seinen Seelenschmerz und seine übergroße Trauer offenbart Christopher Bolduc im dritten Akt in den leisen Stellen mit einem klangschönen Bariton. Ihm gegenüber imposant, sicher im Ton und angenehm im Klang verleiht Wolf Matthias Friedrich der Partie des Fürsten Gremin Ausstrahlung und Akzeptanz.Das gilt auch für Lenski. Thomas Blondelle spielt ihn als einen selbstverliebten Poeten. Mit berückender Geschmeidigkeit und langem Atem gestaltet er seine lyrischen Kantilenen und beweist bei großem Stimmvolumen packende Expressivität.
Klassik.com, Christine Franke, 13.03.2017
Große Freude bereitete das Hessische Staatsorchester Wiesbaden unter der musikalischen Leitung von Daniela Musca. Mit viel Temperament, aber auch dem Mut, inne zu halten, prägte ihre Interpretation den Abend nachhaltig.
Der neue Merker, Dirk Schauß, 14.03.2017
Die Regie konzentriert sich aufs psychologisierende Kammerspiel, nutzt aber die großen, mit unübersichtlich vielen individuellen Aktionen belebten Chorszenen als Kontrastfolie; die von Albert Home einstudierten Chöre haben schöne, kernig klin­gende Auftritte.
Wiesbadener Kurier, Johannes Breckner, 13.03.2017

Termine

NeuinszenierungGROSSES HAUS19:30 - 22:30
NeuinszenierungGROSSES HAUS19:30 - 22:30
NeuinszenierungGROSSES HAUS19:30 - 22:30
NeuinszenierungGROSSES HAUS19:30 - 22:30