Oper

Don Pasquale

Gaetano Donizetti (1797-1848)
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Opera buffa in drei Akten | Libretto: Giovanni Domenico Ruffini & Gaetano Donizetti | Uraufführung: 1843 in Paris

Aufführungen vom 17.06.2015 bis 10.07.2015

Ioan Hotea, Gloria Rehm, Patrick Carfizzi, Statisterie
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Benjamin Russell, Statisterie
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Ioan Hotea
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Benjamin Russell
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Ioan Hotea
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Ioan Hotea, Statist
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Patrick Carfizzi, Benjamin Russell, Gloria Rehm
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Gloria Rehm
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Benjamin Russell, Patrick Carfizzi, Gloria Rehm, Statisterie
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Benjamin Russell, Gloria Rehm, Ioan Hotea, Patrick Carfizzi
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Patrick Carfizzi
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Benjamin Russell, Patrick Carfizzi
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Patrick Carfizzi, Statisterie
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Gloria Rehm, Patrick Carfizzi, Ioan Hotea, Benjamin Russell
Foto: Karl-Bernd Karwasz
Chor, Ensemble
Foto: Karl-Bernd Karwasz

Der alte Mann und das Mädchen, der Reiche Hagestolz und die tugendhafte Arme – schon die italienischen Komödien der Renaissance erzählen von diesem ungleichen Paar und von allen witzigen Komplikationen, die sich ergeben, wenn eine Frau einem Mann über den Kopf wächst. Es ist eine Einladung, im Mantel der Komödie unangenehme Wahrheiten zu enthüllen, niedere menschliche Züge bloßzustellen. Im Falle von Gaetano Donizettis Opera buffa »Don Pasquale« ist es der Titelheld, der realisieren muss, dass sein Liebesverlangen nicht mehr angebracht ist. Vor allem, weil er sich die junge Norina, auf die bereits sein Neffe ein Auge geworfen hat, zur Braut erwählt hat. In Doktor Malatesta meint er, einen Kuppler in seinem Sinne gefunden zu haben. Doch wie der listige Figaro spielt Malatesta nach eigenen Regeln. Am Ende ist die Ordnung hergestellt: die Jungen heiraten, und der alte Tyrann kommt zur Einsicht. 
 
Donizetti knüpft mit seiner Stoffwahl an Rossinis »Der Barbier von Sevilla« und Mozarts »Le nozze di Figaro« an – das Operntrio steht in dieser Spielzeit komplett auf dem Wiesbadener Spielplan. Doch zwischen der Uraufführung des »Don Pasquale« 1843 in Paris und seinen beiden Vorgängern liegen knapp 30 beziehungsweise 60 Jahre. Die Französische Revolution, der Beginn der industriellen Revolution, die Entwicklung von Paris zu einer modernen Großstadt neben anderen Metropolen Europas – all das hat die Welt verändert. In Donizettis Musik findet sie ihr Abbild in rasanten, hektischen, lärmenden Momenten. Witz und Romantik, gekonnt überspitzte Charaktertypen und große ausdrucksstarke Ensembles im Geiste Mozarts gehen eine wunderbare Allianz ein.

Besetzung

Musikalische Leitung Daniela Musca
Inszenierung nach Markus Bothe
Bühne Ricarda Beilharz
Kostüme Dorothea Katzer
Chor Albert Horne
Dramaturgie Stephan Steinmetz
Spielleitung Beka Savić
Don Pasquale Patrick Carfizzi
Doktor Malatesta Benjamin Russell
Ernesto Ioan Hotea
Norina Gloria Rehm
Ein Notar Monte Jaffe
Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pressestimmen

Was im Staatstheater aus der kompakten, heiteren, eingängigen Fünf-Personen-Oper „Don Pasquale“ geworden ist, kann sich sehen, vor allem aber hören lassen. Bei der Premiere der Neueinstudierung bot diese Ausstattung samt ihren Bienchen, Blümchen oder huschenden Hecken weiterhin eine liebevolle Kulisse für das eigentliche Ereignis dieser Wiederaufnahme in den Wiesbadener Spielplan. Musikalisch ist durch „Don Pasquale“ nämlich ein richtig frischer Wind gegangen. Den Rahmen dafür bereitet Dirigentin Daniela Musca, die das Hessische Staatsorchester in passend schlanker Besetzung immer punktgenau mit den fünf Solisten schwingen, federn lässt und dabei, wo nötig, Drive, immer aber Präzision ins Spiel bringt. Humor im frühen Cello-Solo, Würze in den luftig-leichten Bläserstimmen: Das Staatsorchester zog motiviert mit, und die frisch zu Spielzeitbeginn nach Wiesbaden engagierte Korrepetitorin machte neugierig auf ihre Neueinstudierung von Lehárs Operette „Der Graf von Luxemburg“ kommende Saison.

Als Don Pasquale ging Patrick Carfizzi zu aller vordergründigen Clownerie erfreulich deutlich auf Distanz. Sein satter, perfekt fokussierter, tragender und dabei enorm beweglicher Bassbariton brachte Esprit in diese Partie, in der er in Wiesbaden zugleich debütierte. Norina, die sich ihm bald als Horror-Ehefrau entpuppt, wird dabei von Gloria Rehm herrlich überdreht, agil und wunderbar schnell in der Höhe gegeben. Auch Ernesto, Norinas wahrer Liebhaber, den Onkel Pasquale gerade frisch enterbt hat, findet in Ioan Hotea einen angenehm leichten, aber nicht leichtgewichtigen, hoch kultiviert und kontrolliert strahlenden Tenor von betörendem vokalem Charme.Weil zu all dem Benjamin Russell einen soliden Haus-Doktor Malatesta, Monte Jaffe einen ganz gesetzten Notar gibt und der Chor mit hörbarer Feinarbeit von Albert Horne einstudiert wurde, spielt und musiziert sich diese Neueinstudierung spritzige zweieinhalb Stunden der heiteren Auflösung und dem beflügelten Beifall entgegen.
Wiesbadener Kurier, Axel Zibulski, 19.06.2015