Konrad Junghänel

Musikalische Leitung
Konrad Junghänel prägt als Lautenist, Dirigent und Lehrer das klassische Repertoire von Monteverdi bis Mozart. Lebendiges Musizieren und Ausdruckstiefe statt glatter Oberfläche machen seine historisch informierten Interpretationen zu modernen Klassikern. Viele seiner über 35 CDs sind preisgekrönt. Er arbeitete mit René Jacobs und Ensembles wie Les Arts Florissants und Musica Antiqua Köln zusammen. 1987 gründete er das Vokalensemble Cantus Cölln, das unter seiner Leitung international erfolgreich konzertiert. An der Musikhochschule Köln hat er seit 1994 eine Professur inne. Konrad Junghänel ist gefragter Operndirigent im In- und Ausland, u. a. in Berlin, Düsseldorf, Köln, Graz und bei den Wiener Festwochen. In Wiesbaden arbeitet er seit 2014 u. a. an einem Zyklus mit allen großen Mozart-Opern. Nach »Die Hochzeit des Figaro«, »Die Entführung aus dem Serail« und »Così fan tutte« folgt in dieser Spielzeit neu »Die Zauberflöte«. Außerdem leitete er hier musikalisch Glucks »Orpheus und Eurydike« sowie Händels »Alcina«.


Produktionen

Musikalische Leitung in »Don Giovanni«
Musikalische Leitung in »Jephtha«
Musikalische Leitung in »Die Hochzeit des Figaro«
Dirigent in »7. Sinfoniekonzert«
Musikalische Leitung in »Die Zauberflöte«
Musikalische Leitung in »Così fan tutte«
Musikalische Leitung in »Die Entführung aus dem Serail«

Pressestimmen

Es ist der Abend des Konrad Junghänel. Der Spezialist für historisch informierte Aufführungspraxis setzt seinen Wiesbadener Mozart-Zyklus mit der »Zauberflöte« fort und überzeugt auf ganzer Linie.
Der Opernfreund, Michael Demel, 14.10.2016
Der absolut transparente Idealklang aus dem Orchestergraben fasziniert das Publikum. Konrad Junghänel ist bei dieser Aufführung der eigentliche Zauberer, der seine Musiker, Mitglieder des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden sowie Zusatzkräfte, über sich hinaus wachsen lässt. Überdeutlich und perlend gelingen die reichen Verzierungen. Mühelos gestalten die Musiker federnd leicht und dicht im Zusammenklang, vielfarbig, klangschön und in jedem Moment fesselnd dramatisch Händels Meisterwerk
opernnetz.de, Christiane Frank, 11.04.2016
Bühnenbildner Matthias Schaller hat für Mozarts 1790 in Wien uraufgeführte Oper eine Doublette des vertrauten Wiesbadener Proszeniums auf der Bühne platziert, außerdem weitere Zuschauerreihen und große Spiegel. Zwischen dem Publikum, das dort in neuer Perspektive dem Geschehen folgen darf, sitzt der Chor. Gespielt wird ansonsten rings um den Orchestergraben; eine Treppe führt mittig ins Parkett, wo die jungen Idealisten Ferrando und Guglielmo mit dem Philosophen Don Alfonso ihre böse Wette um die Treue ihrer Verlobten starten. Eine stärkere Symbiose von Musik und Szene lässt sich kaum denken. Denn zwischen den Beziehungsstürmen spielt das Hessische Staatsorchester im erhöhten Graben unter der Leitung von Konrad Junghänel, der einmal mehr einen pulsierenden, dabei feingliedrig durchgearbeiteten Mozart verantwortet. Und der doch nie die Umsicht auf das Sechs-Personen-Ensemble verliert, das die Così-Premiere zum vokalen Großereignis macht.
Wiesbadener Kurier, Axel Zibulski, 03.11.2015
Die einfach plausible Umgebung bringt die ausgezeichneten Darsteller umso besser zur Geltung. Darauf legt Laufenberg offenbar immer Wert, schlanke, hübsche, junge Menschen lässt er gerne zeigen, was sie können, aber diesmal knistert es geradezu vor Lebendigkeit. Heather Engebretson und Silvia Hauer sind Fiordiligi und Dorabella, auch stimmlich beide ungemein agil – wobei die insgesamt hohe Beweglichkeit, das Singen nach hinten, zur gegenüberliegenden Seite hin Einschränkungen bringt, die es aber unbedingt lohnt, um die Figuren dermaßen in Szene zu setzen. Despina ist Gloria Rehm in einer Art Stewardessen-Look (Kostüme: Antje Sternberg), sagenhaft geradeaus in Gesang und Spiel. Ihre männlichen Pendants: Christopher Baldoc als zutiefst solider Guglielmo, Ioan Hotea als kraftvoller, der Zeit Mozarts in Richtung Großtenöre vorauseilender Ferrando und Wolf Matthias Friedrich, dessen volltöniger Don Alfonso die perfekten Signale für dieses Rolle aussendet – ein gemütlicher, aus der Entfernung nicht unsympathischer, aus der Nähe betrachtet unangenehm gemeingefährlicher Typus.
Auch Junghänel war schon in Potsdam dabei und ist in Wiesbaden derzeit regelmäßig zu Gast. Die behände, vorwärtsdrängende, aber detailreiche Mozart-Lesart des Alte-Musik-Spezialisten entspricht der halb wie aus dem Stegreif kommenden, aber eleganten Bewegungsfreude der Inszenierung.
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 03.11.2015
Laufenberg führt diese Idee der Grenzüberschreitung auf dem Theaterkonsequent über zwei Akte und nahezu dreieinhalb Stunden Aufführungsdauer durch. Sie ist gewiss nicht neu. Und zieht doch auch die, die vom Zuschauerraum aus folgen, in ihren Bann. Schon deshalb, weil sich eine stärkere Symbiose von Musik und Szene kaum denken lässt. Denn zwischen den Beziehungsstürmen spieltdas Hessische Staatsorchester im erhöhten Graben unter der Leitung von Konrad Junghänel, der einmal mehr einen pulsierenden, dabei feingliedrig durchgearbeiteten Mozart verantwortet. Und der doch nie die Umsicht auf das Sechs-Personen-Ensemble verliert, das die »Così«-Premiere zum vokalen Großereignis macht.
Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier, 03.11.2015
Direkt hinter dem Kopf des Dirigenten Konrad Junghänel (auch schon in Potsdam mit von der Partie, in bewährt zuverlässiger Perfektion, mit sprühendem Esprit) stapeln sich die Geldscheine, beschwert von einer Flasche Rotwein, die am Ende, als Doppelhochzeit gefeiert wird (fragt sich nur, wer nimmt wen), gemeinsam geleert wird.
F.A.Z., Eleonore Büning, 03.11.2015
Für Orpheus' Klage, seinen Gang ins Totenreich, die Visitation des Elysiums und die gefahrvolle Heimkehr mit der wieder verloren gehenden Gattin ließ sich Regisseur Ingo Kerkhof von seinem Bühnenbildner Gisbert Jäkel einen einzigen Raum bauen, in dem sich Verlust, Hoffnung und Zweifel samt finalen Versöhnungsversuchen von Orpheus und seiner Frau und dem hier auf eigene Rechnung agierenden Götterboten Amor zeigen. (...) Mit der Musik kommt Hoffnung in den mythischen Zwang: Nur die Musik kann uns retten. Und so war es auch in Wiesbadens Großem Haus. Konrad Junghänel, der 1953 geborene Spezialist für Alte Musik, der mit seinem Ensemble Cantus Cölln schon seit Jahrzehnten ein Wort in der historischen Aufführungspraxis mitzureden hat, leitete das Hessische Staatsorchester und bescherte einen Gluck-Klang, der von der ersten Sekunde an äußerst lebendig, mit starken Kontrasten und genau ausgehörten Details versehen war. Gluck, der Musiker des ewigen Klang-Maßhaltens und pastoraler Bescheidung war weit weg - auch in der Artikulation des Wiesbadener Opernchors.
Mit Franziska Gottwald als Orpheus hatte man einen Glücksgriff getan: gewichtig und jugendlich, lyrisch und doch markant ist dieser tragfähige Mezzosopran. Sehr schön kamen die quecksilbrigen Stimmen von Stella An (Amor) und Heather Engebretson (Eurydike) zur Geltung.
Frankfurter Rundschau, Bernhard Uske, 27.06.2015