Oper

Die Fledermaus

Johann Strauß (1825 – 1899)
Komische Operette in drei Akten | Libretto: Richard Genée, nach der Komödie »Le Réveillon« (1872) von Henri Meilhac und Ludovic Halévy in der deutschen Bearbeitung (1872) von Karl Haffner
Uraufführung: 1874 in Wien

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Lutz van der Horst, Benjamin Russell, Romina Boscolo, Chor
Foto: Karl & Monika Forster
Ensemble, Chor, Statisterie
Foto: Karl & Monika Forster
Ensemble, Statisterie
Foto: Karl & Monika Forster
Benjamin Russell
Foto: Karl & Monika Forster
Romina Boscolo, Stephanos Tsirakoglou, Felicitas Geipel, Gloria Rehm, Peter Bording, Netta Or
Foto: Karl & Monika Forster
Lutz van der Horst, Statisterie
Foto: Karl & Monika Forster
Lutz van der Horst, Peter Bording
Foto: Karl & Monika Forster
Erik Biegel, Peter Bording, Netta Or
Foto: Karl & Monika Forster
Lutz van der Horst
Foto: Karl & Monika Forster
Gloria Rehm, Lutz van der Horst
Foto: Karl & Monika Forster
Lutz van der Horst, Stephanos Tsirakoglou, Peter Bording, Aaron Cawley, Netta Or, Erik Biegel
Foto: Karl & Monika Forster
Benjamin Russell
Foto: Karl & Monika Forster
Peter Bording, Netta Or
Foto: Karl & Monika Forster
Lutz van der Horst, Stephanos Tsirakoglou
Foto: Karl & Monika Forster
Peter Bording, Aaron Cawley
Foto: Karl & Monika Forster
Netta Or
Foto: Karl & Monika Forster
Romina Boscolo, Benjamin Russell, Felicitas Geipel, Stephanos Tsirakoglou, Gloria Rehm
Foto: Karl & Monika Forster
Peter Bording, Gloria Rehm
Foto: Karl & Monika Forster
Lutz van der Horst, Benjamin Russell, Peter Bording, Romina Boscolo, Statisterie
Foto: Karl & Monika Forster
Aaron Cawley
Foto: Karl & Monika Forster
Peter Bording, Benjamin Russell, Ensemble, Chor, Statisterie
Foto: Karl & Monika Forster

»Die Majestät wird anerkannt: Es lebe Champagner der Erste!« Im Rausch des Maskenballs und vor allem des Alkohols soll alles möglich werden – doch der Kater kommt bestimmt. In der »Fledermaus« geht es um Sehnsüchte, darum, über das Mittelmaß der bürgerlichen Existenz hinausgehoben zu werden: Einmal ein anderer sein, die engen Fesseln der Ehe loswerden, den geheimen Lüsten nachgehen, die Geldsorgen abschütteln... So ziehen alle in die Champagnernacht, auf das Fest des steinreichen Fürsten Orlofsky. Doch dort treffen sie – ohne es zu merken, da sie incognito sind – nur wieder auf einander. So macht sich Eisenstein an seine eigene Frau Rosalinde heran, die sich mit einem Dritten einen Seitensprung erhofft hatte… Es knirscht stark in den Balken der ach so sicheren bürgerlichen Existenz, die sich das Ehepaar aufgebaut hat. Alle belügen und betrügen sich. Der Champagnerrausch endet in der Ausnüchterungszelle mit einigen herben Erkenntnissen für alle Beteiligten. »Die Fledermaus« von Johann Strauß bestätigt ihren Ruf als eine der prickelndsten, klügsten, doppelbödigsten Operetten. Die Musik ist unübertroffen beschwingt, die Handlung ist gültig in allen Zeiten, in denen Menschen den politischen und persönlichen Krisen entkommen wollen, indem sie sich in ihre Wunschwelten flüchten. Das Erwachen bleibt keinem erspart.

PREMIERE 16. September 2016

Besetzung

Musikalische Leitung Michael Helmrath, Christoph Stiller
Inszenierung Gabriele Rech
Bühne Dieter Richter
Kostüme Susanne Füller
Chor Albert Horne
Choreografie Myriam Lifka
Licht Andreas Frank
Video E.S. Mayorga
Dramaturgie Katja Leclerc
Gabriel von Eisenstein Peter Bording
Rosalinde Netta Or, Camila Ribero-Souza, Sharon Kempton
Frank Stephanos Tsirakoglou
Prinz Orlofsky Romina Boscolo, Silvia Hauer
Alfred Aaron Cawley, Richard Furman
Dr. Falke Benjamin Russell, Alexander Knight
Dr. Blind Erik Biegel
Ida Felicitas Geipel, Nina Links
Frosch
Adele Gloria Rehm, Katharina Konradi, Stella An
Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pressestimmen

Musikalisch wird einem eine solche »Fledermaus« selten gegönnt. Ein echter Star ist das Dienstmädchen Adele bei der ganz anderen Rollen gewachsenen Koloratursopranistin Gloria Rehm und muss selbstverständlich am Ende Künstlerin werden. Aaron Cawley prahlt als Tenor Alfred, Peter Bording und Netta Or sind fitte Eisensteins, Romina Boscolo ist kein fistelnder, sondern ein im Wohllaut der Partie tiefgründelnder Prinz Orlofsky. Michael Helmrath dirigiert einen entspannten, aber exakten, süffigen, aber feinsinnigen Johann Strauss. Enorm quick auch wieder die Sänger als Darsteller, und wenn es nur die beachtliche Übers-Sofa-Rolle des Gefängnisdirektors Frank ist, die Stephanos Tsirakoglou einen verdienten Szenenbeifall bringt.
Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 19.09.2016
Lutz van der Horst (aus der »heute-Show«) ist lustig, schon bevor er etwas sagt. Sein Frosch bleibt gegen die Tradition nüchtern. Das Publikum dagegen ist von dieser »Fledermaus« total berauscht. Überschwemmt die Bühne mit Applaus.
BILD, Dr. Josef Becker, 19.09.2016
Lutz van der Horst bekam den Sonderauftrag, in der Sprechrolle des Gefängniswärters Frosch für Quote zu sorgen. Dafür hat der gelernte Germanist einen Text gedrechselt, den er in der herzlich gefeierten Premiere achtbar über die Rampe bringt. Keineswegs textkonform im Slibowitz-Suff, sondern als nüchterner Konsument von Grünkohl-Smoothies. (...) Wenn der sahnig timbrierte Bariton Benjamin Russell zu einem zarten »Brüderlein und Schwesterlein« anhebt, bleibt die Zeit stehen, und die Geschichte hebt in Richtung utopischer Gemeinsamkeit ab. Da spürt man den doppelten Boden eines genialen Werks, das seine Tiefe, um mit Hofmannsthal zu sprechen, »an der Oberfläche versteckt.«
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 19.09.2016
Den Operettenklassiker über Dr. Falkes ausgeklügelte Rache an Gabriel von Eisenstein, der ihn da so schändlich hat liegen lassen, hat Regisseurin Gabriele Rech für die Neuinszenierung am Staatstheater Wiesbaden turbulent und mit viel Schwung in die Gegenwart geführt. (...) Wichtig ist doch nur das kleine bisschen Glück, das sich jeder in seiner eigenen kleinen Welt schafft. So wie die nach Höherem strebende »Hygienemanagerin« Adele (darstellerisch und mimisch am stärksten, mit viel Feuer im Hintern und nicht zuletzt mit einer verführerischen Stimme und glänzenden Koloraturen: Gloria Rehm). Oder die verheiratete Rosalinde, die noch immer ihrer großen Liebe Alfred verfallen ist (bodenständig und mit geschmeidiger Stimme: Netta Or). (...)
Die Herren der Schöpfung sind beim Thema Doppelmoral nicht besser als die Damen. Allen voran natürlich Gabriel von Eisenstein mit seiner »i-Watch«, der hier von Peter Bording mit großer Präsenz, Spielfreude und kräftiger Baritonstimme gegeben wird. (...) Den Tenor Alfred, der Rosalinde zunächst im Fernsehen, dann am hohen Fenster erscheint, gibt als feurigen Lover im pinkfarbenen Anzug nebst Cowboystiefeln galant Aaron Cawley. Als Gefängnisdirektor Frank/Chevalier Chagrin auch sehr präsent und köstlich komisch: Stephanos Tsirakoglou. Besonnen und genau beobachtend, der Dr. Falke des Benjamin Russell (mit klangschönem »Brüderlein, Brüderlein und Schwesterlein«). (...)
Der von Albert Horne einstudierte Chor ist als Partyvolk in bester Feierlaune. (...) Viel Spaß gibt es bei dieser Inszenierung nicht nur auf der Bühne, sondern auch davor. Unter der musikalischen Leitung von Gastdirigent Michael Helmrath spielt das Hessische Staatsorchester Wiesbaden mit viel Elan die populären Melodien von Johann Strauß.
kulturfreak, Markus Gründig, 17.09.2016