Schauspiel
Vertrauen verloren | Drei zeitgenössische Stücke in der Wartburg

Betrogen

Von Harold Pinter

Jerry und Emma haben betrogen – ihre Ehepartner, jahrelang. Und Jerry auch seinen besten Freund Robert, denn Emma ist dessen Frau. Nach dem Ende ihrer Affäre treffen sich Jerry und Emma noch einmal, und plötzlich müssen sie erkennen, dass der Betrug allgegenwärtig ist: Nicht nur, dass Robert seinerseits seine Frau betrügt, er hat auch über das Verhältnis seiner Frau mit Jerry seit Jahren Bescheid gewusst.

Der Nobelpreisträger Harold Pinter hat für sein Stück »Betrogen« einen besonderen Erzählkniff gefunden: Er entfaltet die Handlung in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge. Nach und nach offenbart sich so vor den Augen der Zuschauer, wie die desillusionierten Menschen, die sie zu Beginn sehen, zu dem geworden sind, was sie sind. Und wie sie über einen langen Zeitraum hinweg immer weiter an einem engmaschigen Netz aus Lügen und Selbstbetrug gewoben haben. Pinters Drama von 1977 besticht durch seine psychologische Genauigkeit. Seinem Gang in die Vergangenheit zu folgen, ist mitunter recht komisch. Und manchmal unendlich traurig.

Pinter wusste, wovon er schrieb: Zwei Jahrzehnte nach der Uraufführung wurde enthüllt, dass er sieben Jahre lang eine Affäre mit einer Fernsehmoderatorin unterhalten hatte. Eine Autobiografie ist das Stück trotzdem nicht, denn es gilt Pinters Satz: »Die Wahrheit im Drama ist immer trügerisch.«

Besetzung

Inszenierung & Bühne Matthias Schaller
Kostüme Julia Brülisauer
Dramaturgie Wolfgang Behrens, Anika Bárdos
Emma Sybille Weiser
Jerry Tim Kramer
Robert Thomas Peters
Ein Kellner Michael Beranek

Termine

PremiereWartburg19:30 - 22:30