Oper

Arabella

Richard Strauss (1864 – 1949)
Lyrische Komödie in drei Aufzügen | Libretto: Hugo von Hofmannsthal
Uraufführung: 1933 in Dresden
In deutscher Sprache.
Mit Übertiteln.
Mi, 14.03.2018
GROSSES HAUS19:30 - 22:30
Sabina Cvilak
Foto: Karl & Monika Forster
Thomas Blondelle, Katharina Konradi
Foto: Karl & Monika Forster
Maria Rebekka Stöhr, Romina Boscolo
Foto: Karl & Monika Forster
Katharina Konradi, Sabina Cvilak
Foto: Karl & Monika Forster
Wolf Matthias Friedrich
Foto: Karl & Monika Forster
Gloria Rehm
Foto: Karl & Monika Forster
Ryan McKinny, Arabella
Foto: Karl & Monika Forster
Ryan McKinny
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Sabina Cvilak, Wolf Matthias Friedrich, Thomas Blondelle, Romina Boscolo
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Sabina Cvilak
Foto: Karl & Monika Forster
Sabina Cvilak, Aaron Cawley
Foto: Karl & Monika Forster
Sabina Cvilak
Foto: Karl & Monika Forster
Katharina Konradi, Ryan McKinny, Sabina Cvilak, Romina Boscolo, Wolf Matthias Friedrich, Thomas Blondelle, David Bruwer
Foto: Karl & Monika Forster
Ryan McKinny, Gloria Rehm, Ensemble
Foto: Karl & Monika Forster
Sabina Cvilak
Foto: Karl & Monika Forster
Sabina Cvilak, Ryan McKinny
Foto: Karl & Monika Forster
Romina Boscolo
Foto: Karl & Monika Forster
Ryan McKinny, Wolf Matthias Friedrich
Foto: Karl & Monika Forster

»Arabella« ist eine Publikumsoper – vielleicht die letzte. Mit dem Tod Hugo von Hofmannsthals 1929 markiert sie das Ende der bedeutenden Zusammenarbeit von Richard Strauss und seinem Librettisten. Die Entstehungszeit der 1930er Jahre hat sich dem Werk unter seiner glamourösen Oberfläche eingeschrieben; die Katastrophe zieht am Horizont auf, gerade als alle meinen, sich gerettet zu haben. »Arabella«, die ein »zweiter Rosenkavalier« werden sollte, fängt den Glanz des nostalgischen Wien ein und lässt einen Hauch Operette ins 20. Jahrhundert hinüberwehen.

PREMIERE 11. März 2018



»Arabella« wurde von einer Opern-Patenklasse begleitet. Die Schüler des Musik-Leistungskurses der Oranienschule haben ein Programmheft entworfen, das wir hier zum Download anbieten:

Besetzung

Musikalische Leitung Patrick Lange
Inszenierung Uwe Eric Laufenberg
Bühne Gisbert Jäkel
Kostüme Antje Sternberg
Chor Albert Horne
Licht Andreas Frank
Dramaturgie Katja Leclerc
Graf Waldner Wolf Matthias Friedrich
Adelaide Romina Boscolo
Arabella Sabina Cvilak
Zdenka
Mandryka Ryan McKinny
Matteo Thomas Blondelle
Graf Elemer Aaron Cawley
Graf Dominik Benjamin Russell
Graf Lamoral Alexander Knight
Fiakermilli Gloria Rehm
Kartenaufschlägerin Maria Rebekka Stöhr

Pressestimmen

Es gibt in Richard Strauss‘ Oper „Arabella“ einen Moment, den man eigentlich gar nicht verstehen kann: Der Leutnant Matteo wird von Zdenka mit einem Hotelzimmerschlüssel ausgerüstet und meint, ein Liebesabenteuer mit seiner angebeteten Arabella zu erleben und merkt nicht, dass es deren Schwester Zdenka ist, mit der er schläft. Der Regisseur und Intendant Uwe Eric Laufenberg hat bei seiner Inszenierung am Wiesbadener Staatstheater dieser operettenhaften Szene eine überraschende Plausibilität gegeben, indem er in der langen Zwischenaktmusik ein sehr gut gemachtes Video von Gérard Naziri einbaut, bei dem man nicht nur denkt, ja, so könnte man Sex haben, ohne sich zu erkennen, sondern auch noch zeigt, dass „Arabella“ 1933 uraufgeführt wurde und die Nazi-Machthaber auch sofort das Musikleben in Beschlag nahmen. Damit ist jede Operettensüßlichkeit getilgt, auch dadurch dass Laufenberg im dritten Akt Menschen mit beschädigten Seelen vorführt. Dass Arabella und Mandryka einmal glücklich werden, glaubt man nicht mehr. Umgekehrt hat Laufenberg schon ganz am Anfang der Oper auf eine fast beiläufige Weise gezeigt, dass Zdenka nicht, wie es das Libretto von Hofmannsthal glauben machen will, ein unbedarftes Wesen im Bubenkostüm ist, sondern eine vom ersten Wort an selbstbewusste Frau mit Empathiefähigkeit, die mit dringlicher Energie und auch immer mit wieder betörender Anmut von Katharina Konradi gesungen wird. So gesehen ist „Arabella“ in Wiesbaden eben nicht die letzte chauvinistische Oper im Wohlklang, für die man sie wegen Arabellas Aussprüchen wie „Du sollst mein Gebieter sein und ich Dir untertan“ oft hält.Das Bühnenbild von Gisbert Jäkel reflektiert die Doppelgesichtigkeit der Stücks. In dem rot eingefärbten pompösen Ballsaal im 2. Akt wirken die Personen immer hilflos, weil sie riesige Wege gehen müssen, um zueinander zu sprechen. Im 3. Akt werden sie dann auf einem Sofa mit nach vorne umkragenden Seitenlehnen förmlich zusammenzwängt und im 1. Akt beobachtet man das Geschehen wie ein Analytiker durch ein riesiges, Distanz schaffendes Passepartout, während sich an den Seiten schemenhaft hinter Gazevorhängen die Nebenhandlungen ereignen.Doppelgesichtig ist auch die Partitur von Richard Strauss: Der Wiesbadener GMD Patrick Lange zelebriert dies geradezu, indem er vom raschen Konversationston und einem geradezu rhetorischen Orchestersatz sofort umschalten kann in den schönsten Wohllaut wie bei Arabellas „Aber der Richtige - wenn's einen gibt für mich auf dieser Welt“. Patrick Lange kennt das Stück offenbar sehr gut und will ihm zu seinem musikalischen Recht verhelfen. Seine Mittel sind handwerklich ausgefuchste Balanceakte zwischen klar und schwelgend.Auch bei den Sängern gibt es in dieser Produktion die eine wie den anderen: operettenhaft Wolf Matthias Friedrich als Graf Waldner mit beweglichem Bassbuffo mit komischen Spieltalent, Sabina Cvilak als eine erratische, unnahbare Arabella wie eine griechische Statue. Den Leutnant Matteo stellt Thomas Blondelle mit seiner Tenorpotenz als triebgesteuerten Dümmling wie in einer Soap Opera dar, während Ryan McKinny im Gesang wie in der Mimik den Mandryka mit einer Mitleid erregenden Larmoyanz versieht. Und – wie gesagt – neben und über allen – als heimliche Hauptrolle die Zdenka von Katharina Konradi, bei ihr eine Person von Mozartscher Tiefe.
wdr.de, Richard Lorber, 12.03.2018
Das muss man sich mal vorstellen. Da ist der junge Offizier Matteo verliebt in die schöne Arabella. Er hat keine Chance, also verlegt er sich auf Erpressung, droht bei Arabellas Bruder Zdenko mit Selbstmord, und der Tenor Thomas Blondelle legt so heftigen Schmerz und Schmelz in die Stimme, dass man seiner Verzweiflung glaubt. Das tut auch der Bruder, der aber eine verkleidete Schwester ist, die Matteo in Arabellas Zimmer lotst, sich aber selbst ins Bett legt und den ahnungslosen Verliebten glücklich macht. [...] Die Titelheldin ist unsterblich in den Grafen Mandryka verliebt, der jetzt glaubt, Grund zur Eifersucht zu haben. Ryan McKinny spielt ihn in der Wiesbadener Neuinszenierung nicht als ungehobelten Rumpelmacho aus dem exotischen Slawonien, sondern als eleganten Träumer [...]. Die Inszenierung des Intendanten Uwe Eric Laufenberg bringt die Geschichte sorgfältig auf die Bühne und trifft die Typen. Das Elternpaar, das die Tochter wegen der Spielschulden des Vaters meistbietend verkauft, ist mit satirischem Witz getroffen. [...] Antje Sternbergs ansehnliche Kostüme führen in die Entstehungszeit der Oper, und für den Ball, auf dem Gloria Rehm als Fiaker-Milli mit sauberen Koloraturen gefällt, hat Jäkel einen Foyersall der 1930er Jahre gebaut, in dem die Tische mit Naziwimpeln dekoriert sind. Auch im Video zur Einleitung des dritten Aktes sieht man nicht nur, was Zdenka und Matteo über und unter der Bettdecke tun, sondern auch Bilder der hakenkreuzgeschmückten Semperoper. Dort präsentierte Richard Strauss seine Geschichten aus dem alten Wien, während die neue Diktatur sich breitmachte, und der Komponist strich die Widmung an den von den Nazis vertriebenen Dirigenten Fritz Busch aus der Partitur. Die Erinnerung daran ist gerechtfertigt, zumal sie zum damals schon eher antiquierten Frauenbild passt, das diese Oper preist. Viele Gründe dafür, sie trotzdem zu spielen, kommen aus dem Orchestergraben, und die meisten Bravos an dem mit großem Beifall aufgenommenen Abend gab es für das glänzend aufgelegte Staatsorchester und Patrick Lange: Der Generalmusikdirektor schien die Partitur in jedem Augenblick neu zu modellieren, bewies feines Gespür für Stimmungswechsel und feine Klangfarben. Bei aller Präzision gelang eine sehr entspannt wirkende Wiedergabe, die auch die dramaturgischen Hängepartien dieses Stückes elegant überbrückte.
Wiesbadener Kurier, Johannes Breckner, 13.03.2018
Für die Wiesbadener Neuproduktion von »Arabella« haben sich nach Richard Wagners »Tannhäuser« zum zweiten Mal der Regie führende Intendant Uwe Eric Laufenberg und der seit Saisonbeginn als Generalmusikdirektor engagierte Patrick Lange zusammengetan. Dem Dirigenten und dem Hessischen Staatsorchester gelingt es dabei ganz vorzüglich, die um 1860 in Wien spielenden Stürme im Wasserglas mit viel Esprit, Farben und Wendigkeit zu grundieren. [...] So lebendig und facettenreich wie »Arabella« in Wiesbaden im Orchestergraben ausmusiziert ist, wird die Oper ganz überwiegend auch gesungen. Sabina Cvilak gestaltet die Titelpartie mit mädchenhafter Leichtigkeit, aber reifem Verständnis, als ihre Schwester Zdenka hatte Katharina Konradi in der Premiere ebenso starken Beifall erhalten [...] Gloria Rehm trumpfte mit den feschen Koloraturen der Fiakermilli auf, die auf der Strauss-Bühne noch einmal richtig das Wiener Blut wallen lassen sollte. So weltvergessen wie im »Rosenkavalier« wollte das trotzdem nicht mehr gelingen. Daran erinnern uns Lange und Laufenberg in Wiesbaden treffend.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein-Main-Zeitung, Axel Zibulski, 17.03.2018
Überhaupt weht ein Hauch von »Cabaret« durch die eleganten Arrangements Gisbert Jäkels, der opulente Salons, riesige Freitreppen und freigeräumte Tanzsäle auf die Bühne des Wiesbadener Staatstheaters zaubert. In diesen überdimensionalen Leerräumen sucht Arabella die wahre Liebe. Unsterblich ist sie in einen Fremden verliebt, der sich später als zahlungskräftiger Idealbewerber Graf Mandryka entpuppt. Ryan McKinny verleiht dem als blutrünstigen Bärentöter und Naturburschen angelegten Grafen die Eleganz eines noblen Parkett-Romeo [...]. Sabina Cvilak gelingt es, ihre Arabella mit einer geheimnisvollen Aura zu umgeben und ihre Sopranstimme in vieldeutigem Glanz schimmern zu lassen. Jeden Augenblick, den Katharina Konradi samt ihrem blitzsauberen Sopran in ihrer Hosenrolle als Zdenka auf der Bühne verbringt, ist den Besuch dieser Aufführung wert. Und ebenso die rührende Dringlichkeit, mit der sie um ihre scheinbar vergebliche Liebe zu Offizier Matteo kämpft. Der wird von Thomas Blondelle mit dem für ihn typischen Überengagement gesungen, was aber zu dieser Rolle bestens passt. [...] Großartige Sängerdarsteller sind der humorvolle Wolf Matthias Friedrich als prassender Papa Waldner, die vibratoreich intonierende Romina Boscolo als Helikopter-Mutter und Gloria Rehm, die einen spritzigen Luderauftritt als Fiaker-Milli hinlegt und die beides kann: auf dem Bankett-Tisch Cancan tanzen und gleichzeitig Strauss' schwierige Koloraturen stemmen.
Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 15.03.2018
Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Staatstheaters Wiesbaden, hat für sein Haus jetzt eine neue »Arabella«-Inszenierung erarbeitet. Mit Strauss hatte er sich 2014 auch als Intendant in Wiesbaden vorgestellt, seine »Frau ohne Schatten« wurde hoch gelobt. »Der Rosenkavalier« in Dresden, »Elektra« in Wien, Laufenberg bringt einige Erfahrung für diesen Komponisten mit. Und auch »Arabella« jetzt kann als gelungen bezeichnet werden [...]. Nicht weniger als 18 Rollen sieht »Arabella« vor, und in Wiesbaden sind sie gut bis exzellent besetzt. Sicher, Sabina Cvilak ist eine wunderbar sinnliche Titelsängerin mit angenehm elegischer Note, aber in Katharina Konradi als Arabellas Schwester Zdenka bekam sie hier eine kaum zu überbietende Konkurrenz. Die Sopranistin aus Kirgisien sang sich mit Temperament, Höhensicherheit, Frische und heller Leichtigkeit in die Herzen, as war Richard-Strauss-Gesang vom Innigsten. [...] Erstklassig auch Thomas Blondelle als Matteo, ein ebenso strahlender wie beweglicher Tenor und der Buffo-Bass des Wolf Matthias Friedrich als Vater. Aaron Cawley sang so martialisch, wie es der strammen Haltung des hier Uniform tragenden Grafen Elemer gebührt [...].GMD Patrick Lange ließ den opulenten Strauss-Orchesterklang nur selten allzu phonstark von der Leine. Meistens blieb der Ton kontrolliert und dennoch potent. Warm das Blech, wohlklingend die offenen Streicher-Soli, die technisch heikel sind und die scheußlich klingen können in zweitklassiger Ausführung. Hier war durchweg Klasse eins zu hören.
Frankfurter Rundschau, Stefan Schickhaus, 14.03.2018
Nur Könner und Kenner verstehen es, die zuckersüß schillernde Patina darüber abzukratzen. Wiesbadens Intendant Uwe Eric Laufenberg sollte dazugehören: »Ariadne auf Naxos« am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, »Der Rosenkavalier« an der Semperoper Dresden, »Elektra« an der Wiener Staatsoper, »Die Frau ohne Schatten« in Wiesbaden und jetzt eben »Arabella« belegen eine lange und intensive Beschäftigung mit dem Opernschaffen von Richard Strauss. Seine Vorgehensweise ist erfolgsversprechend. Laufenberg setzt auf Regietheater, erzählt erfrischend ruhig und schlüssig. Dabei berücksichtigt er, was das Schauspiel von der Oper unterscheidet: die Verstärkung des Ausdrucks durch das gesungene Wort [...]. Das Duett der Schwestern wurde zum sängerischen Höhepunkt des Abends. Katharina Konradis Sicherheit und Glanz bezauberten, in höchsten Höhen verzückte sie durch Leichtigkeit und Geschmeidigkeit, dabei gelang ihr ein Aufblühen des Tons, über das man ins Schwärmen gerät. Nur ihre sprachliche Artikulation müsste sie enthärten. Eine weitere Meisterleistung lieferte Gloria Rehm als Fiakermilli mit ihren so sicher wie erfrischend entschärft gesetzten, kaskadenartig perlenden Koloraturen. Unter den Sängern trat Thomas Blondelle als Matteo hervor.
klassik.com, 14.03.2018
Mit der Neuinszenierung der Lyrischen Komödie »Arabella« von Richard Strauss ist Uwe Eric Laufenberg, Chef des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, der die Geschichte selbst in Szene gesetzt hat, ein Geniestreich gelungen. Alle Rollen waren stimmlich und optisch typengerecht besetzt. So brauchte es nicht viel an Personenregie, denn die Künstler sprachen für sich selbst. Gisbert Jäkel verzauberte die Bühne in ein heimeliges Wohnzimmer mit großen Fenstern, von wo aus Arabella und Zdenka das Geschehen auf der Straße beobachten können. Im Ballsaal fand sich auch für den glamourösen Auftritt der Fiaker-Milli der richtige Rahmen, und im Schlussakt verwandelte er diesen in ein glanzvolles Foyer mit schöner Treppe und minimalistischen Möbeln. Der Liebesakt zwischen Zdenko und Matteo wird diskret per Video gezeigt, während draußen Nazi-getreue Truppen durch die Stadt ziehen. [...] Die wunderbare Musik von Richard Strauss und die unterhaltsame Inszenierung sprachen für sich! GMD Patrick Lange am Pult gab zusammen mit dem Hessischen Staatsorchester die fließende, blühende, fast leuchtende Tonsprache von Richard Strauss mit viel Gefühl und Sensibilität wieder. Die zuweilen an den »Rosenkavalier« erinnernden Melodiebögen, schwungvolle Walzer und slawische Volksweisen unterstreichen das Wiener Milieu zur Fastnachtszeit. Die Klangfreude aus dem Graben übertrug sich auf die Protagonisten. Die Arabella von Sabina Cvilak ist von kultivierter Eleganz. Der gut geführten Sopranstimme fehlt es nur noch etwas an Dramatik und verständlicher Diktion, wofür sie aber mit ihrem Spiel und ihrer Erscheinung weitgehend entschädigt. Katharina Konradi als Zdenka ist entzückend. Sie schlüpft in die Hosenrolle mit ungeheurer Leichtigkeit und Glaubwürdigkeit, ihr jugendlich dramatischer warmer Sopran kommt ihr dabei zugute und ihre Verwandlung zur Zdenka am Schluss zeigt sie als liebenswürdige Darstellerin. Mit viel Komik udn Satire agieren die Eltern Graf Waldner und seine Frau Adelaide, die mit Wolf Matthias Friedrich sowie Romina Boscolo ideal besetzt sind. Auch Thomas Blondelle als schüchterner, sehr verliebter Matteo singt und spielt seinen Part mit Nonchalance und ausgezeichneter Stimme. Da kann man die Eifersucht des Grafen Mandryka, der in ihm einen Konkurrenten sieht, gut verstehen, denn er ist jung und hübsch. Doch für Arabella war es Liebe auf den ersten Blick, als sie dem Grafen begegnete. Ryan McKinny ist die Rolle auf den Leib geschrieben. Mit seinem grau melierten Haar, schlanker Figur, wohltönender Baritonstimme und charmanter Gestaltung kann er nicht nur Arabella, sondern auch das Publikum als Kavalier von adliger Herkunft überzeugen. Locker und quirlig, dazu noch von erstaunlicher Gelenkigkeit, präsentierte sich die Fiaker-Milli alias Gloria Rehm, die zudem mit halsbrecherischer Koloraturfähigkeit glänzte. Perfekt auch die restliche Solistenbesetzung sowie der spielfreudige Chor des Hessischen Staatstheaters. Das ansprechende Bühnenbild und die schönen Kostüme, die Antje Sternberg an die Entstehungszeit der Oper angepasst hat, vervollkommneten den erfreulichen Gesamteindruck. Man wurde von der guten Laune einfach mitgerissen.
Der neue Merker, Inge Lore Tautz, 01.04.2018