Schauspiel

Mein Kampf

Farce von George Tabori
Deutsch von Ursula Grützmacher-Tabori
Sa, 20.05.2017
PremiereKleines Haus19:30
Ein junger ambitionierter, aber untalentierter Zeichner aus Braunau am Inn kommt nach Wien, um Kunst zu studieren. Es handelt sich um Adolf Hitler, und er kommt in einem Männerasyl unter. Dort trifft er auf Schlomo Herzl, der an einem Roman namens »Mein Kampf« arbeitet und ihm erst einmal Manieren beizubringen versucht. Dass Herzl Jude ist und Hitler mit seinem Antisemitismus nicht gerade hinterm Berg hält, hält den großherzigen Buchhändler nicht davon ab, sich rührend um den Neuankömmling zu kümmern. Nicht nur, dass er ihn über die vergeigte Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie hinwegtröstet und ihm in Gesprächen und Geschichten unermüdlich eine etwas weniger verquere Weltsicht anempfiehlt – er räumt hinter ihm auf, überlässt ihm in kalten Winternächten seinen Mantel und schließlich auch den Titel »Mein Kampf« für dessen krude politische Schriften. Auch den markanten Scheitel und das später nach Hitler benannte Bärtchen hat ihm Herzl frisiert. Doch all die liebende Fürsorge wird nicht verhindern, dass Frau Tod Hitler holen kommt. Nicht als Leiche, sondern als den besten Würgeengel, den sie je hatte.
 
Seit einigen Jahren haben wir uns auch in Deutschland daran gewöhnt, Hitler humoristisch und komödiantisch behandelt zu sehen. George Taboris bereits 1987 uraufgeführte Farce aber ist bis heute unerreicht in ihrem fantastisch-grotesken Zusammenführen von klugem Witz und schwermütigem Tiefsinn, auf die Spitze getriebener Komik und der grauenhaften Realität – auch dessen, was nach dem Ende der Handlung noch kommen wird.

PREMIERE 20. Mai 2017

Besetzung

Regie Bernd Mottl
Bühne & Kostüme Friedrich Eggert
Musik / Soundcollage Christoph Kalkowski
Dramaturgie Laura Weber