Schauspiel

Böll in Wiesbaden:
Der Engel schwieg

Lesung aus dem Roman von Heinrich Böll
mit Claudia Amm & Günter Lamprecht

Günter Lamprecht
Foto: Sylke Gall
Claudia Amm
Foto: Rosa Frank

8. Mai 1945: Ein junger Deserteur, knapp der Hinrichtung entronnen, kehrt in seine völlig zerstörte Heimatstadt zurück. Er sucht Brot, eine Bleibe, Menschen, denen er nahe sein kann. Er findet Menschlichkeit, aber auch egoistische Härte, verbrämt mit christlicher Doppelmoral.
 
Heinrich Böll gelingt mit seinem erst 1992 posthum veröffentlichten Roman einer der wenigen Nachkriegstexte, die eine annähernde Vorstellung von der Tiefe des Entsetzens der Menschen in den Ruinen vermittelt. Vor allem aber ist seine Geschichte eine berührende Liebesgeschichte, »klar und spröde, die der Phrasenlosigkeit der ›heimkehrenden‹ Generation entspricht.«
Heinrich Böll

Günter Lamprecht, berühmt unter anderem als Franz Biberkopf in der Fassbinder-Verfilmung von »Berlin Alexanderplatz«, hat zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Claudia Amm, eine Lesefassung des Buches erarbeitet. Über seine Beweggründe, es auf die Bühne zu bringen, sagt er: »Dieses Buch hat einen starken Bezug zu unserer aktuellen Situation. Menschen widerfährt heute genau das, was Böll – und auch mir – vor 70 Jahren passiert ist. Ich finde mich in diesem Buch wieder«.

Besetzung

Mit Claudia Amm, Günter Lamprecht & Dr. Hans-Gerd Koch