Schauspiel

Auerhaus

Nach dem Roman von Bov Bjerg
In einer Bühnenfassung von Andrea Vilter

Llewellyn Reichmann, Nils Strunk, Maximilian Pulst
Foto: Karl & Monika Forster
Llewellyn Reichman
Foto: Karl & Monika Forster
Nils Strunk
Foto: Karl & Monika Forster
Maximilian Pulst
Foto: Karl & Monika Forster
Maximilian Pulst, Nils Strunk
Foto: Karl & Monika Forster
Nils Strunk, Maximilian Pulst
Foto: Karl & Monika Forster
Max Pulst, Llewellyn Reichmann, Nils Strunk
Foto: Karl & Monika Forster
Nils Strunk, Llewellyn Reichmann, Maximilian Pulst
Foto: Karl & Monika Forster
Maximilian Pulst
Foto: Karl & Monika Forster
Nils Strunk
Foto: Karl & Monika Forster
Llewellyn Reichmann
Foto: Karl & Monika Forster
Nils Strunk, Llewellyn Reichmann, Maximilian Pulst
Foto: Karl & Monika Forster

»Birth, school, work, death« – ist es das, was das Leben letztlich gewesen sein wird? Mitte der Achtziger in der dörflichen Provinz sieht jedenfalls alles danach aus: Hätte man die anderen aus der Klasse vor einer Klausur gefragt »Wozu lebst du eigentlich?«, sagt Hühnerhöppner, dann hätten sie geantwortet: »Das kommt nicht dran, das müssen wir nicht wissen.« Dass es für Höppner trotzdem anders läuft, hat mit seinem Freund Frieder zu tun. Dessen Versuch, dem normalen Leben durch Selbstmord zu entgehen, ist zwar schief gegangen, damit er jetzt aber auch weiter am Leben bleibt, darf er mit Höppner und ein paar anderen ins leer stehende Haus seines Großvaters ziehen. Eine Schüler-WG mitten auf dem Land. Am Ende wohnen sie zu sechst da: mit Harry, der Drogen vertickt, und Pauline, der »unfassbar symmetrischen « Brandstifterin, die Frieder in der Psychiatrie kennengelernt hat. Während ein Leben jenseits des Elternhauses endlich Gestalt annimmt – verrückt, unbeschwert, wild und manchmal auch gefährlich – ringt Frieder weiter um sein Glück. Diese Last gilt es zu tragen und zu teilen. Denn alle wissen, dass er es, wenn nötig, wieder tun kann. Gegen die Angst wird angelebt – mit voller Kraft. Gemeinsam.
 
Bov Bjerg erzählt in seinem Sensationserfolg mit hinreißendem Ton und größtem Gespür für die jungen Protagonisten von Freundschaft, Lebensmüdigkeit, Trost und Liebe – ein »langer Prosablues über das Aufwachsen im Kaff, über die Melancholie, den Wahnsinn und die paar Jahre, in denen man wirklich lebt« (Rolling Stone).

PREMIERE 14. Januar 2017

Begleitmaterial zu »Auerhaus«
Die Materialmappe für Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und andere Interessierte enthält Hintergrundinformationen zu Stück, Autor und zur Inszenierung sowie Vorschläge zur pädagogischen Einordnung und zur Vor- und Nachbereitung im Unterricht.

Besetzung

Regie Barbara Hauck
Bühne & Kostüme Susanne Füller
Musik Nils Strunk
Dramaturgie Andrea Vilter

Pressestimmen

Barbara Hauck hat die Textfassung von Dramaturgin Andrea Vilter mit viel Gespür für die Abgründe der Pubertät inszeniert. Nils Strunk, Maximilian Pulst und Llewellyn Reichman spielen sämtliche Rollen. Mal wird der Erzählerbericht gesprochen, daran schließt sich nahtlos eine Handlungssequenz an, darin wiederum geht nahtlos eine Figur in die andere über. […]
Und doch wischt vor allem der Elan der drei Darsteller alle Mäkeleien hinweg. Hier gelingt durch den mal spröden, mal lakonischen, mal urkomischen Romantext hindurch eine erstaunliche Authentizität und Lebendigkeit. Obwohl schon ein paar Jahre älter als die Romanfiguren zeigen Strunk, Pulst und Reichman die Jugendlichen glaubwürdig und ohne peinliche Momente […]. Der frenetische Jubel des Premierenpublikums galt ihnen zuerst.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Matthias Bischoff, 16.01.2017
Der Abend, der auch mit seiner Ernsthaftigkeit besticht, punktet ferner mit manch schöner Bildidee, etwa wenn zwei vor der offenen Kühlschranktür »Stille Nacht« intonieren […]. Dabei gelingt es den Schauspielern immer wieder ein Lebensgefühl zu reanimieren, das den Geschmack von Spaghetti mit Ketchup verströmt.
Wiesbadener Kurier, Shirin Sojitrawalla, 16.01.2017
Aber so feine, prägnante und auch lässige Dialoge würde man zum Beispiel im »Tatort« gern durchweg hören.
Frankfurter Rundschau, Sylvia Staue, 17.01.2017
Unter der Regie von Barbara Hauck wird in der Wartburg gezeigt, dass es nicht mal Videos braucht, um den Nerv der Geschichte zu treffen. […]
Nils Strunk, Llewellyn Reichman und Maximilian Pulst spielen Höppner, Vera und Frieder, aber auch alle anderen Figuren, was mit nur wenigen Requisiten auch deswegen funktioniert, weil sich die drei als virtuose Könner erweisen. Vor allem Pulst besticht, wenn er Frieder jene brodelnde innere Unruhe mit Sehnsuchtsaugen verleiht, die das Stück […] nie zur Ruhe kommen lässt.
Strandgut, KritikerIn unbekannt, 01.03.2017
Dramaturgin Vilter changiert im Sprechtext zwischen epischem Draufblick (verteiltes Erzählen) und Dialogen. Das Darstellertrio stellt seine Personen flüssig in den Spielraum von Susanne Füller (Bühne und Kostüm), der, hufeisenförmig eingerahmt, elisabethanisch leer bleibt, mit seinem aus dem Blaulicht stürzenden Weihnachtsbaum und viel realistischer Requisite aber aus dem Nichts heraus anschaulich und schlagkräftig wird. Lichtwechsel und Songs, wie Laurie Andersons »Superman« oder »Koyanisqaatsi«, gliedern die epische Masse in Spielszenen.
Frankfurter Neue Presse, Marcus Hladek, 18.01.2017