Schauspiel

Ab jetzt

Komödie von Alan Ayckbourn
Deutsch von Corinna Brocher & Peter Zadek
Di, 02.05.2017
Kleines Haus19:30 - 22:00
Michael Birnbaum
Foto: Karl & Monika Forster
Karoline Reinke, Michael Birnbaum
Foto: Karl & Monika Forster
Michael Birnbaum, Karoline Reinke
Foto: Karl & Monika Forster
Michael Birnbaum, Nils Hausotte
Foto: Karl & Monika Forster
Camillo Guthmann
Foto: Karl & Monika Forster
Karoline Reinke
Foto: Karl & Monika Forster
Lisa Mies, Tom Gerber
Foto: Karl & Monika Forster
Lisa Mies
Foto: Karl & Monika Forster
Karoline Reinke
Foto: Karl & Monika Forster
Michael Birnbaum
Foto: Karl & Monika Forster
Karoline Reinke
Foto: Karl & Monika Forster
Karoline Reinke
Foto: Karl & Monika Forster
Lisa Mies, Michael Birnbaum
Foto: Karl & Monika Forster
Michael Birnbaum, Karoline Reinke
Foto: Karl & Monika Forster
Karoline Reinke, Lisa Mies, Michael Birnbaum
Foto: Karl & Monika Forster
Michael Birnbaum
Foto: Karl & Monika Forster
Karoline Reinke
Foto: Karl & Monika Forster

»Eine Komödie als Endspiel« schrieb der Spiegel 1989 über »Ab jetzt«. Haben wir die»nahe Zukunft«, in der der britische Altmeister seinen Science-Fiction-Boulevard ansiedelt, inzwischen erreicht?

Abgeschottet von der Welt arbeitet der Komponist Jerome besessen an einem Monumentalwerk über die Liebe. Dafür sampelt er Alltagsgeräusche und Sprachfetzen, die er ununterbrochen aufzeichnet. Seit Frau und Tochter ihn wegen dieses Abhörwahns verlassen haben, ist er in einer Schaffenskrise. Bar jeden Lebens, bietet sein Bunker keine Quelle für Inspiration – schon gar nicht, um über Gefühle zu arbeiten. Als das Jugendamt das Besuchsrecht für seine Tochter prüfen will, muss Jerome deshalb soziale Kompetenz zeigen. Anstelle seines Haushaltsroboters GOU 300 F muss nun eine »echte« Verlobte her, Schauspielerin Zoe.

Als Versuchsanordnung zum Gefühl in Zeiten seiner technischen Reproduzierbarkeit, entfaltet »Ab jetzt« enorme Situationskomik. Im Zentrum die ständig um- und fehlprogrammierte GOU 300 F. Ursprünglich zum Babysitten gebaut, leidet der hochkomplexe Androide an chronischer Unterbeschäftigung. Den Leerlauf im Programm füllt die mütterliche Maschine, indem sie menschliche Verhaltensmuster ihrer Umgebung kopiert. Während Jerome also für das perfekte Kunstwerk all seine Lebens- und Liebesgeräusche aufzeichnet, Zoe sich beim Versuch, seine Geliebte zu verkörpern, wirklich in ihn verliebt, wird all dies von einem dysfunktionalen Roboter endgültig ad absurdum geführt.

PREMIERE 13. Januar 2017

Besetzung

Regie Ulrike Arnold
Bühne & Kostüme Bartholomäus Martin Kleppek
Musik & Sounddesign Mathis Nitschke
Video E. S. Mayorga
Dramaturgie Katharina Gerschler
Jerome, ein Komponist Michael Birnbaum
Corinna, seine Frau Lisa Mies
Geain, ihre Tochter Camillo Guthmann, Nils Hausotte
Zoe, eine Schauspielerin Karoline Reinke
Mervyn Bickerdyke, ein Sozialarbeiter Ulrich Rechenbach
GOU 300 F
Lupus (im Video) Tom Gerber
In weiteren Videos Stefan Graf, Alina Hagedorn, Ada Janssen, Gesine Janssen, Bartholomäus Martin Kleppek, Sascha Kölzow, Rainer Kühn, Rolf Lonz, Rebecca Mayer

Pressestimmen

Schon visionär. Als Alan Ayckbourn 1987 seine kleine, mit schwarzem Humor durchtränkte Science-Fiction-Groteske »Ab jetzt« schrieb, da gab es noch keine Staubsauger-Roboter, keine Debatten um selbstfahrende Autos, keine Entwicklung von Sex-Androiden. Aber der britische Komödien-Altmeister sah all das wohl kommen – und schuf die Figur GOU 300 F, einen Haushaltsroboter, programmiert für die Betreuung von Kindern, aber bereits wegen Fehlfunktionen vom Markt genommen. Eine Steilvorlage für jede Komödiendarstellerin. [...] Interpretationsspielraum bietet das starke, surreale Schlussbild: Ist die Liebe zu anstrengend, lebt es sich besser mit der Maschine. Auch, wenn diese die Macht übernimmt? Starker Beifall.
Wiesbadener Kurier, Birgitta Lamparth, 16.01.2017
Am Laptop bastelt Jerome an elektronischer Musik, oder eher: an Sprach- und Geräuschkollagen (Sounddesign Mathis Nitschke). Es wird sich herausstellen, dass er ein Schmarotzer ist: Schon das Gebrabbel seiner kleinen Tochter hat er vor Jahren zu einem »Babylied« für die Werbung gemixt. Andererseits sucht er offenbar nach dem perfekten Klang der Liebe. […] »Ab jetzt« ist ein Jux, aber einer mit einigermaßen ernstem Hintergrund. Heutzutage sogar ernster als zur Uraufführung. Die Dinge haben sich in Ayckbourns Richtung entwickelt.
Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude, 16.01.2017
Zum Glück unternimmt Ulrike Arnolds Inszenierung nicht den Versuch, Gegenwartsbezüge oder differenzierte Kritik an der Computertechnik in den Mittelpunkt des Abends zu stellen. Das gibt Ayckbourns schräge Klamotte nicht her. Aber als Komödie funktioniert sie hervorragend, besonders dann, wenn sie mit solcher Leichtigkeit durchgespielt wird. Bartholomäus Martin Kleppek hat als Bühne ein perfektes Tonstudio mit hölzernen Schallschluckpaneelen gebaut, in dem sich in bester Boulevard-Manier Türen durch Lichtschranken öffnen. […] Die Komik entsteht durch Slapstickklassiker wie das immer neue Anrennen gegen eine sich nicht automatisch öffnende Tür, dann wieder durch falschverstandene Befehle. Dass am Ende das Maschinchen für Jeromes Kind der beste Mensch ist, ist die letzte Pointe in diesen unterhaltsamen zwei Stunden Comedy-Science-Fiction.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Matthias Bischoff, 19.01.2017

Termine

Kleines Haus16:00 - 18:30
Kleines Haus19:30 - 22:00
Kleines Haus19:30 - 22:00
Zum letzten Mal!Kleines Haus19:30 - 22:00