Mit der WIESBADEN BIENNALE 2018 vom 23.8. bis 2.9.2018 eröffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden die Spielzeit 2018/2019. Nach der erfolgreichen Neuausrichtung des traditionsreichenFestivals im Jahr 2016 in der Intendanz von Uwe Eric Laufenberg lädt die zweite Ausgabe unter der Leitung des Kuratoren-Duos Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammerknapp 25 internationale Künstler*innen, Kollektive und Ensembles in die Hessische Landeshauptstadt ein. An insgesamt elf Tagen präsentieren sie unter der Überschrift BAD NEWS zeitgenössische Positionen und vor Ort entwickelte Neuproduktionen aus den Bereichen Performance, Theater und Bildende Kunst.

BAD NEWS!
Als spekulative Zukunftsvision wird das Hessische Staatstheater einer Nachnutzung als Parkhaus, Shopping-Arcade und Autokino unterworfen. Die leerstehende City Passage hingegen, umstritten verwaistes Wasteland der Wiesbadener Innenstadt, eröffnet als neuer Ort der Künste. Während auf der großen Bühne des Staatstheaters täglich die Autos parken, entwerfen internationale Künstler*innen wie Roger Ballen, Florentina Holzinger oder Tetsuya Umeda neue Arbeiten für einen installativ-performativen Parcours in der City Passage. Mit dem Umzug von der historischen Kurpromenade in das Hinterland der Landeshauptstadt erprobt die WIESBADEN BIENNALE exemplarisch Praktiken konsumorientierter Profanierung und künstlerischer Wertschöpfung im Stadtraum und sucht die Konfrontation mit Ästhetiken vulgärer Drastik und populistischer Agitation. Im Keller des Nachgenutzten Theaters zeigt das Performative Pornokino die Arbeiten einer jungen Generation von Künstler*innen, die die Exponiertheit ihrer Körper, ihrer intimsten Sehnsüchte, Bedürfnisse und ihre Ängste zur ästhetischen Arbeitspraxis formen. Im Wechsel sind vier Soloarbeiten zwischen Performance und Videokunst von Katy Baird, Rosana Cade, Kim Noble und Samira Elagoz zu sehen. Auf der Schwalbacher Straße hingegen, im letzten Pornokino Wiesbadens, ist mit Erik van Lieshouts Videoarbeit »Sex is Sentimental«, das Selbstporträt eines schamlos Liebenden inmitten von ungehemmter Pornografie zu sehen. Die Wartburg, bisher Außenspielstätte des Staatstheaters – jetzt Migrantenstadl – erfindet sich für elf Tage neu als postmigrantische »Unterhaltungs-Mehrzweckhalle« mit täglich wechselndem Programm von und für radikal unterhaltsame Parallelgesellschaften aus Kanak-Stars, Textterroristen, Rap-Ladies, Boxkampf und Teesalon. An den topografischen Bruchlinien städtischen Wandels werden künstlerische Interventionen von Künstler*innen wie Santiago Sierra, Dries Verhoeven oder Vincent Glowinski die spekulative Verunsicherung im Stadtraum vorantreiben und eine erlebbare Kritik des Status quo schaffen.

Zur Eröffnung am 23.8.2018 weiht die kapverdische Choreografin Marlene Monteiro Freitas mit »Bacantes für die City Passage«, das neue pulsierende Herz der Biennale – die City Passage – mit  einem kultischen Ausnahmezustand zwischen Zombietanz, dadaistischer Performance und wilder Lebenssehnsucht ein.

Mit Festivalzentrum und Club an der Schwalbacher Straße und Sonnendeck auf dem Parkhaus der City Passagelädt die Wiesbaden Biennale ihre Besucher wieder zum lustvollen Verweilen, zu durchtanzten Nächten, Konzerten unter freiem Himmel und hitzigen Debatten ein.

»Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer ist es wieder gelungen, die ideale Ergänzung, auch einen Widerspruch und eine Neuausrichtung unserer Arbeit am Hessischen Staatstheater und der Internationalen Maifestspiele zu formulieren. Ihre konsequenten Setzungen fordern erneut dazu heraus, den Status quo spielerisch zu hinterfragen. Die Arbeiten, die die Künstler*innen hier vor Ort entwickeln, sind eine mitreißende Einladung zur Konfrontation mit den Ängsten und der aufkommenden Wut, die an der Stabilität der westlichen Demokratien rütteln und Europa auffordern, neu Stellung zu beziehen! Ausgang: Offen!«, so Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters.

Die Programmzeitung zur WIESBADEN BIENNALE 2018 ist gerade erschienen und liegt in Kürze im Staatstheater sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen aus. Der Vorverkauf startet am 18.4.2018.
Die Theaterpädagogik bietet am Samstag, den 21. April 2018, von 11 bis 12.30 Uhr eine »Führung hinter die Kulissen in Gebärdensprache« im Hessischen Staatstheater Wiesbaden an.

Interessierte können einen Blick hinter die Kulissen des Theaters werfen, auf den Spuren des Kaisers wandeln und Einblicke in Bereiche werfen, die sonst den Zuschauern verborgen bleiben. Die Führung findet in Begleitung einer Dolmetscherin für Gebärdensprache statt. Sie richtet sich speziell an Gehörlose und Hörgeschädigte.

»Führung hinter die Kulissen in Gebärdensprache«
Samstag, 21. April 2018
11 Uhr bis 12.30 Uhr
Treffpunkt: Kassenhalle
Preis: 5 Euro, online oder an der Theaterkasse erhältlich
Ein Tangoabend zum Zuschauen & Tanzen

Am Samstag, den 21. April 2018, um 21.45 Uhr findet im Foyer des Großen Hauses eine weitere Ausgabe des »Salón Tango« mit dem Ensemble »Finisterre« und Tanzlegende Gabriel Sala statt.
Das Ensemble »Finisterre« gastiert bereits zum zweiten Mal in Wiesbaden. Das Sextett ist mittlerweile in den wichtigsten Konzerträumen und Milongas der Stadt Buenos Aires vertreten. Aus ihrem überzeugenden Sound und visuellen Arbeiten entsteht ein Programm, das einen aktuellen Zugang zum Genre des Tangos gibt. Neben dem Spielen des traditionellen Tangos, hat sich das Sextett zur Aufgabe gemacht eigene Kompositionen zu entwickeln und steht damit für eine neue Generation des Tangos im 21. Jahrhundert.

Mit »Finisterre«

»Salón Tango«
Samstag, 21. April 2018
Beginn 21.45 Uhr
Theaterfoyer Großes Haus
Eintritt 14 Euro
Die »Kostprobe zu ›Ein Maskenball‹« am Montag, den 23. April 2018 verschiebt sich aufgrund des Ablaufs der Bühnenprobe von 18.30 Uhr auf 19 Uhr.
Am Freitag, den 20. April 2018, um 20 Uhr ist das Gastspiel »Romy Schneider – Zwei Gesichter einer Frau« von und mit Chris Pichler im Studio des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden zu erleben.

Ein berührender Soloabend, in dem Romy Schneider selbst zu Wort kommt, in ihren Tagebuchaufzeichnungen, Briefen, Telefonaten, Interviews: verletzlich und aufbegehrend, naiv und intellektuell, lebens- und liebeshungrig. Ein Stück deutscher Geschichte, zum Lachen, zum Weinen – und spannend wie Romy Schneiders Leben selbst.

»Romy Schneider – Zwei Gesichter einer Frau«
Freitag, 20. April 2018
20 Uhr
Studio
Eintritt 18 Euro
Wegen des großen Erfolgs und der großen Nachfrage hat das Hessische Staatstheater Wiesbaden eine Zusatzvorstellung von Houellebecqs »Unterwerfung« eingerichtet. Am Montag, den 16. April 2018, um 19.30 Uhr im Kleinen Haus ist das Schauspiel zum letzten Mal in dieser Spielzeit zu sehen.

Karten sind an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611. 132 325 oder online unter www.staatstheater-wiesbaden.de erhältlich.
Mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie

Am Sonntag, den 15. April 2018, um 15 Uhr findet im Foyer des Großen Hauses des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden das nächste Konzert des Musik-Theater-Labors mit dem Titel »Heimat / Fremde 4: Neue Musik im Spiegel der Kulturen« statt.

Die Internationale Ensemble Modern Akademie stellt die drei neuen Werke aus der Feder der jüngsten Komponistengeneration einem Werk von Olivier Messiaen gegenüber. Mit »Psi« von Mukai Wataru und »Ecton« von Koji Fukumaru stehen zwei Uraufführungen auf dem Programm, in welchen sich die Konfrontation des eigenen Kulturkreises mit den europäischen Traditionen des 20. Jahrhunderts zeigen. Die Uraufführung von Koji Fukumaru entstand im Rahmen einer Kooperation der IEMA mit dem Tokyo College of Music. Yongbom Lee notierte zu seinem Ensemblestück »Dessin d´encre«, dass die Komposition formal einer Rhapsodie ähnle, gleichzeitig aber auch an eine asiatisch nachempfundenen Tuschezeichnung erinnere. Schließlich erklingt Olivier Messiaens »Quatuor pour la fin du temps«, das er 1941 in deutscher Kriegsgefangenschaft geschrieben hat. Das Stück wurde durch seine Tonsprache ein wegweisendes Werk für alle folgenden Komponistengenerationen.

Eigene Ideen der Ausbildung umzusetzen, das musikalische Erbe weiterzutragen und neue Wege des zeitgenössischen künstlerischen Schaffens zu fördern sind die Maßstäbe, die sich die Mitglieder des Ensemble Modern bei Gründung der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) im Jahr 2003 setzen. Inzwischen bietet die IEMA unterschiedlichste Ausbildungsangebote an. Im Frühjahr 2018 ist das Ensemble sowohl bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik eingeladen als auch erstmals Gast in der Kölner Philharmonie.

Mit Internationale Ensemble Modern Akademie

Musik-Theater-Labor
Sonntag, 15. April 2018, 15 Uhr
Foyer
Eintritt 10 Euro
Programm:
Arnold Schönberg »Verklärte Nacht« für Streichorchester
Carl Maria von Weber Ouvertüre zur Oper »Oberon«
Robert Schumann Sinfonie Nr. 1 (»Frühlingssinfonie«)

Am Mittwoch, den 11. April 2018, um 20 Uhr, findet das 7. Sinfoniekonzert »WIR 7« mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden unter der Musikalischen Leitung von Oksana Lyniv im Kurhaus
statt.

Die gefragte ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv leitet erstmals das Hessische Staatsorchester. Mit Beginn dieser Spielzeit feierte sie ihren Einstieg als Chefdirigentin der Grazer Oper und des Grazer Philharmonischen Orchesters. Zuvor war sie Assistentin des GMD Kirill Petrenko an der Bayerischen Staatsoper München. Von 2008 bis 2013 war sie Dirigentin und Stellvertreterin des Chefdirigenten an der Nationaloper Odessa.

Arnold Schönbergs spätromantische Komposition »Verklärte Nacht« stimmt ein auf ein Programm mit musikalischen Liebesentwürfen, gefolgt von der Ouvertüre zu Carl Maria von Webers romantischer Feenoper »Oberon«. Zum Abschluss sprechen überbordende »Frühlingsgefühle« aus der Musik von Robert Schumanns Sinfonie Nr. 1. Der Frischvermählte komponierte sie »in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt«.

Vor allen Sinfoniekonzerten findet eine Stunde vor Beginn eine Konzerteinführung im Friedrich-von Thiersch-Saal statt.

Dirigentin Oksana Lyniv
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Am Sonntag, den 15. April 2018, von 11 Uhr bis 15 Uhr, findet der Theaterworkshop »Schau! Spiel!« mit Matze Vogel, Schauspieler des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, statt. Die neue Workshop Reihe soll zu verschiedenen Themen, angeleitet von unterschiedlichen Schauspielerinnen und Schauspieler des Ensembles, stattfinden.

In diesem vierstündigen Workshop haben alle Interessierten die Chance sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, auszuprobieren. Es geht darum spielerisch den Bühnenraum mit anderen Menschen zu erfahren. Der Spaß am Improvisieren, die eigene Fantasie und die gemeinsame Kreativität in der Gruppe stehen im Vordergrund. Ein Workshop für alle ab 16 Jahren. Die Anmeldung erfolgt durch den Erwerb der Eintrittskarten.

Theaterworkshop »Schau! Spiel!«
Sonntag, 15. April 2018
11 Uhr bis 15 Uhr
Treffpunkt Bühneneingang
Preis 30 Euro, online oder an der Theaterkasse erhältlich
Wochenendworkshop in der Wartburg

Am Samstag, den 28. April 2018 und am Sonntag, den 29. April 2018, jeweils von 10 Uhr bis 14 Uhr, findet das Schwarzlichttheater »PLAY NEON«, ein Wochenendworkshop mit der Theaterpädagogik, in der Wartburg statt.

In nur zwei Tagen wird auf der Probebühne der Profis ein kleines Schwarzlichttheaterstück gestaltet, die Bühne selbst gebaut und die Kostüme eigens dafür entworfen. Ein Workshop für alle zwischen 10 und 13 Jahren. Die Anmeldung erfolgt durch den Erwerb der Eintrittskarten.

Wochenendworkshop »PLAY NEON«
Samstag, 28. April 2018 und Sonntag, 29. April 2018
10 Uhr bis 14 Uhr
Treffpunkt Wartburgeingang, Spielstätte Schwalbacher Straße
Eintritt 50 Euro, online oder an der Theaterkasse erhältlich