Matthias Schaller

Ausstattungsleitung, Bühne & Kostüme
Matthias Schaller, geboren 1964 in Schmölln (Thüringen), arbeitete zunächst als Bühnentechniker am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Seit 1994 ist er als freischaffender Bühnenbildner tätig. Ausstattungsarbeiten von ihm waren u. a. am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Karlsruhe, Nationaltheater Weimar, Maxim-Gorki-Theater Berlin, am Bayerischen Staatsschauspiel München sowie an der Oper Köln zu sehen. Von 2007 bis 2009 war er während der Intendanz von Uwe Eric Laufenberg Ausstattungsleiter des Hans Otto Theaters Potsdam. Seit der Spielzeit 2014.2015 ist er Ausstattungsleiter am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Produktionen

Bühne in »Wie's Baden mal war«
Bühne & Kostüme in »Römische Trilogie«
Bühne in »Faust 1«
Bühne in »The Hard Problem«
Bühne in »Unterwerfung«
Bühne in »Die Zauberflöte«
Bühne in »Katja Kabanowa«
Bühne in »Così fan tutte«
Bühne in »Norma«

Pressestimmen

Generalmusikdirektor Zsolt Hamar trägt im Großen Haus, wo das Publikum die Premiere feiert, die Verantwortung für die gleißende Pracht der großen Orchester-Tableaus und das hartnäckige Blut-Motiv, das Judit und Blaubart durch den Versuch einer Annäherung folgt.
Der ungarische Dirigent ist hier bei Bartók ganz in seinem Element und sorgt im Orchestergraben für eine konzentrierte Intensität (...) Auf der Bühne stehen für Bartók freilich auch zwei Sängerdarsteller zur Verfügung, bei denen er nicht den Schongang einlegen muss: Stargast Vesselina Kasarova ist mit ihrem kraftvoll glühenden Mezzo eine großformatige Judit von starker Bühnenpräsenz. An ihrem Blaubart, den der vorzüglich gestaltende Gerd Grochowsld für den erkrankten Johannes Martin Kränzle übernommen hat, klebt nicht nur das Blut der Exfrauen und anderer Opfer seiner Macht, sondern auch das Bürograu eines Funktionärs. (...) Hier ersticht Blaubart die Frau, die, ähnlich wie Lohengrins Elsa, zuviel wissen wollte. Wie das in der Oper immer mal wieder passiert, darf Vesselina Kasarova trotzdem noch weitersingen in einer szenisch wie musikalisch eindringlichen Interpretation, an deren Erfolg auch Susanne Füllers Kostüme und Matthias Schallers Bühne ihren Anteil haben. Atemberaubend ist der synästhetische, auch orchestral glanzvoll illustrierte Ausblick auf Blaubarts weite, wüste Seelenlandschaft, für die sich die Bühnenarchitektur weit öffnet. (...) Julia Migenes, Jahrgang 1949, fasziniert in einer Filmfassung der Monooper, die sie vor einem Vierteljahrhundert mit George Prêtre, dem Dirigenten der Uraufführung, eingespielt hat. (...) Der Regisseur Thorleifur Örn Amarsson sozusagen aus dem Verfall Konzept macht, das Altern einer Künstlerin selbst: thematisiert: Schallplatten liegen in ihrer beengten, ausweglosen, von Susanne Füller gestalteten Guckkasten-Garderobe auf dem Boden verstreut. Sie künden von glanzvolleren Zeiten. (...) Die anrührendsten Passagen aber zeigen in großformatigen Videoprojektionen des Gesichts von Julia Migenes, dass diese Sängerin immer noch eine große Darstellerin ist – mit einem Ausdruck in den Augen, um den sie auch Stummfilmstars wie Gloria Swanson beneiden müssten.
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 21.04.2015