Marco Jentzsch

Tenor
Marco Jentzsch war Ensemblemitglied in Erfurt und Hannover. Er gastierte u. a. als Froh (»Rheingold«), Stolzing (»Die Meistersinger von Nürnberg«), Erik (»Der fliegende Holländer«, 2016 Zürich), Lohengrin und Parsifal an der Mailänder Scala, Berliner Staatsoper und Komischen Oper, in Amsterdam, Hamburg, Dortmund (auch Max im »Freischütz«), Köln (auch Bacchus in »Ariadne auf Naxos«, Tambourmajor in »Wozzeck«) und Glyndebourne. 2014.15 sang er in Basel Apollo (»Daphne«) und in Saarbrücken Kaiser (»Die Frau ohne Schatten«). In Wiesbaden war er als Rodolfo (»La Bohème«) und Lohengrin zu erleben, in dieser Spielzeit singt er hier Erik.

Produktionen

Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«

Galerie

Foto: Lena Obst
Der fliegende Holländer
Erika Sunnegårdh, Marco Jentzsch

Pressestimmen

Mit großem Schlussapplaus und Bravos ging am Staatstheater Wiesbaden die Neueinstudierung von Richard Wagners romantischer Oper »Lohengrin« unter Leitung von Magdalena Weingut über die Bühne. Gegenüber der 2012 von Kirsten Harms verantworteten Premiere [sind] vor allem aber (...) die Hauptrollen weitaus besser besetzt.
Hier brilliert der Tenor Marco Jentzsch mit Strahlkraft und erprobter Bühnenpräsenz als weiß gekleidete, inmitten der tiefschwarzen höfischen Herrengesellschaft als Glanzpunkt erscheinende märchenhafte Erscheinung, die es Elsa sofort angetan hat. Die südafrikanische Sopranistin Johanni van Oostrum singt und spielt die im Hochzeitsstaat prangende Braut mit feiner Zurückhaltung und lyrischem Schmelz in der gepflegten Stimme. Oliver Zwarg besticht als eiskalter und machtgieriger Graf Telramund, und die Mezzosopranistin Andrea Baker gibt der heimtückischen Ortrud mit schneidender Stimme starkes Profil.
Im Zentrum der im Mythisch-Märchenhaften angesiedelten Oper steht der von Albert Horne fabelhaft einstudierte Chor. Am Pult agiert Generalmusikdirektor Zsolt Hamar, der mit ebenso viel Feingefühl wie dramatischem Schwung für Farbenreichtum und effektvolle Abschattierungen sorgt.
Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Britta Steiner-Rinneberg, 20.03.2015
Man muss aber nicht bis zu den Maifestspielen warten, um am Staatstheater einen wirklich bemerkenswerten Schwanenritter zu hören. In die empfindsame, dabei doch durchsetzungsfähige Richtung geht auch die Auffassung von Marco Jentzsch (…). Seine Gralserzählung wird, auf dem Opferstein am Bühnenrand sitzend, in fast kontemplativer Gestaltung einer der vokalen Höhepunkte dieser vom Generalmusikdirektor Zsolt Hamar dirigierten, vom Publikum gefeierten Wiederaufnahme. (…)
Die Intensität, mit der Oliver Zwarg, der Färber der letzten Spielzeiteröffnung, die Telramund-Partie gestaltet, lässt indes alle szenischen Lächerlichkeiten vergessen. Hochspannung herrscht in der ersten Szene des zweiten Aktes im Dialog mit Ortrud, der wieder Andrea Baker ihre Stimme leiht. Deren böser Biss kennt keine Angst vor ästhetischer Grenzüberschreitung und lässt spüren, welche enorme Energie da am Werk ist. Eine wahre Lichtgestalt dagegen die Elsa der südafrikanischen Sopranistin Johanni van Oostrum, die (…) eine anrührend mädchenhafte Klarheit mit dramatischen Höhenflügen verbindet. Bjarni Thor Kristinsson lässt als voluminöser König Heinrich patriarchale Fülle hören. (…)
Die höchst erfreuliche Besetzung und die kraftvolle, von Albert Horne einstudierte Leistung der Chöre versöhnen mit Schwächen der Inszenierung, die im Bühnenbild von Bernd Damovsky doch schön mystisch schimmert und im Dämmerlicht an Nietzsches Diktum von der »blauen Musik« denken lässt. Für deren atmosphärische Qualitäten zeigt Zsolt Hamar nicht nur im fein ausgesponnenen Vorspiel Sinn. (…)
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 17.03.2015