Asmik Grigorian

Sopran
Geboren in der litauischen Hauptstadt Vilnius, studierte Asmik Grigorian in Litauen und Nizza. Sie war im Ensemble der Nationaloper Riga, sang an der Litauischen Nationaloper und gastierte vielfach am Mariinskij Theater, am Bolschoi Theater unter anderem in der Titelpartie von »Rusalka«, an der Komischen Oper Berlin als Manon Lescaut. Für die Partie der Tatjana in »Eugen Onegin«, die sie in Moskau und an der Komischen Oper Berlin übernahm, erhielt sie 2016 den London Opera Award als „Beste Nachwuchssängerin“. In Rom und Stockholm sang sie Cio-Cio-San in »Madama Butterfly«, in Köln und Amsterdam Marie in »Wozzeck« (2017 auch Salzburger Festspiele), in St. Petersburg Senta in »Der fliegende Holländer« und Desdemona in „Otello“. Als Judit in »Herzog Blaubarts Burg«, mit der sie auch in Gent und Antwerpen gastierte, war sie 2016 erstmals in Wiesbaden zu erleben. 2016.2017 singt sie hier Tatjana in »Eugen Onegin«.



Pressestimmen

In Wiesbaden agiert Asmik Grigorian mit einer Bühnenpräsenz, als wolle sie diese Vorschusslorbeeren Tschaikowskis noch einmal bestätigen. Ihr Sopran, anfangs innig-lyrisch, später dramatisch akzentuiert, zeichnet den individuellen Entwicklungsroman einer Frau, der in Puschkins Versen angelegt ist, eindrucksvoll nach. Vielleicht überwiegt noch zu sehr die technische Performance. Doch reift hörbar eine Tatjana heran, die zumindest mit dieser Rolle auf eine Weltkarriere angelegt ist.
o-ton online, Ralf Siepmann, 14.03.2017
Für die Partie der Tatjana gelang dem Staatstheater Wiesbaden ein Besetzungscoup! Tschaikowsky dachte ursprünglich daran, seine Oper „Tatjana“ zu benennen. An diesem Premierenabend wäre dies genau die zutreffendste Bezeichnung gewesen. Denn mit Asmik Grigorian wurde eine der besten Vertreterinnen dieser so vielschichtigen Partie verpflichtet. Der Reifeprozess von der Kindfrau zur Dame der gehobenen St. Petersburger Gesellschaft ge­lang ihr großartig. Ausgeprägte Hingabefähigkeit in der Darstellung bei hemmungsloser Spielfreude, gepaart mit einer absolut souveränen gesungenen Partie, ließen Asmik Grigo­rian zum absoluten Mittelpunkt der Aufführung werden. Hier verschmolz eine außerordentlich begabte Künstlerin völlig symbiotisch mit ihrem Rollencharakter.
Der neue Merker, Dirk Schauß, 14.03.2017
Asmik Grigorian ist als Tatjana phänomenal.
Bild, Dr. Josef Becker, 13.03.2017
Asmik Grigorian bezauberte als Tatjana mit der poetischen Feinheit ihrer Partie ebenso, wie sie mit hochdramatischer Verve wil­den Szenenapplaus auslöste. Mehr noch: Die schöne Sopranistin ist sogar als weibliches Pendant in Ralph Fiennes’ „Onegin“ denkbar, der opulenten britischen Film- Hommage an Puschkins Klassiker.
Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 13.03.2017