Franziska Bornkamm

Bühne & Kostüme
Franziska Bornkamm wurde 1981 in Freiburg im Breisgau geboren und absolvierte ihr Bühnenbildstudium an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Erich Wonder, das sie 2007 mit Auszeichnung abschloss. Im Rahmen ihres Studiums arbeitete sie sechs Monate am Theater in Salvador de Bahia/Brasilien.
Seit 2006 arbeitet sie regelmäßig mit Jan Philipp Gloger zusammen, den sie bei einem Gemeinschaftsprojekt mit Studierenden der angewandten Theaterwissenschaft Gießen kennenlernte. Gemeinsame Arbeiten in Schauspiel und Oper führten sie unter anderem an die Schaubühne am Lehniner Platz (»Kasimir und Karoline« von Ödön von Horváth, 2014), die Oper Frankfurt (»Idomeneo« von Wolfgang Amadeus Mozart, 2013), ans Bayerische Staatsschauspiel, das Staatstheater Mainz, in die Box des Deutschen Theater Berlin, und nun ans Hessische Staatstheater Wiesbaden.

Produktionen

Bühne in »Maß für Maß«

Pressestimmen

»Das Urteil« hat Jan Philipp Gloger zum archimedischen Punkt seines großartigen Theaterabends »Kafka / Heimkehr« gemacht.
(Er) hat am Staatstheater Wiesbaden mit der Dramaturgin Andrea Vilter aus fast einem Dutzend Werke und den Tagebüchern Kafkas einen Text gewebt, der, das ist schon die erste große Freude an diesem düster strahlenden Abend, niemals selbstgebastelt, sondern wie ein einzelner langer logischer und rhythmischer Fluss erscheint.
Gloger setzt das souverän in eine Bühnenwelt, die das Armselige, Gedrängte seiner Existenz und die sprichwörtlich kafkaesken Szenen seiner Romane und Erzählungen in einen soghaften, fast filmischen Kafka-Kosmos verwandelt. Das Trio Janning Kahnert, Stefan Graf und Nils Strunk entfaltet wie ein Orchester, mal leise, mal brüllend, die Widersprüche des »Sohnes«. Rainer Kühn spielt den »Vater«, den echten, erinnerten, und den ins Übergroße verzerrten als lauernden Gegner aller drei Söhne.
Franziska Bornkamm (Die Bühnenbildnerin) hat […] eine Plunder- und Wunderkammer gebaut.
Überhaupt erinnert vieles an Gemälde, Installation, Filme in dieser Kafka-Welt, an der auch das Licht, der Bühnennebel, die Gerüche von Gebratenem oder Seife teilhaben und zumal der Komponist Kostia Rapoport, der am Klavier minutenlang auf einem Ton insistiert, dann wieder einen Tango schmettert oder gebrochene Akkorde zwischen die Suada rieselt. So nähert sich die Sorgfalt dieses Theaterabends der Sorgfalt der Texte, nähert sich das Publikum Kafka.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ, Eva-Maria Magel, 05.11.2015