Anja S. Gläser

Anja S. Gläser wurde 1989 in Wiesbaden geboren und schloss 2014 ihr Schauspielstudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK) ab. 2013 gewann sie zusammen mit ihrem Jahrgang den Günther–Rühle-Preis für die Produktion »Desirevolution«. Ihr erstes Gastengagement führte sie noch während des Studiums 2014 ans Theater Pforzheim. Ab der Spielzeit 2014.2015 war sie für zwei Jahre festes Ensemblemitglied am Theater Osnabrück und spielte dort u. a. die Ronja in »Ronja Räubertochter« und Lotte in »Die Leiden des jungen Werthers«. Das Stück »The Trip« von Anis Hamdoun, in dem sie auch weiterhin die Rolle der Freiheitskämpferin Sarah spielt, gewann 2016 den ersten Platz des nachtkritik-Theatertreffen und wurde u. a. an die Schaubühne Berlin eingeladen. Sie hat darüber hinaus auch verschiedene Rollen in Kinofilm und Fernsehen übernommen, so z.B. »Ursula Mayer gegen der Rest der Welt (AT)« von Petra Lüschow und in »Marder« von Sebastian Hilger. In der Spielzeit 2016.2017 stößt sie nun fest zum Ensemble des Hessischen Staatstheaters in ihrer Geburtsstadt.

Produktionen

Stubenmädchen in »Reigen«
Happy Family in »Shockheaded Peter«

Galerie

Foto: Bettina Müller
Der Spieler : Dostojewski
Anja S. Gläser
Foto: Bettina Müller
Der Spieler : Dostojewski
Anja S. Gläser, Janning Kahnert
Foto: Bettina Müller
Der Spieler : Dostojewski
Anja S. Gläser, Janning Kahnert
Foto: Karl & Monika Forster
Shockheaded Peter
Mats Beyer, Barbara Dussler, Anja S. Gläser, Hanno Friedrich
Foto: Karl & Monika Forster
Shockheaded Peter
Barbara Dussler, Anja S. Gläser, Ensemble
Foto: Karl & Monika Forster
Shockheaded Peter
Anja S. Gläser, Barbara Dussler, Mats Beyer, Michael Birnbaum, Sólveig Arnarsdóttir, Karoline Reinke

Pressestimmen

Welche Brutalität aber im »Reigen« steckt, das sieht man so richtig nurin der Szene zwischen dem Soldaten (Matze Vogel), dem schon zehn Minuten Umwegfür Gratissex zu lang sind, und dem dicken Stubenmädchen, das Anja S. Gläsermonströs ausgestopft als Michelinmädchen verkörpert. Wie er mit ihr triebhaftauf den Treppen turnt, bis sie als Wellfleischklumpen vornüber von ihm abfällt,das ist bizarr. Und wie sie im Blechbottich mit Glitter ihre Scham abwäscht,das ist anrührend.
Wiesbadener Kurier, Stefan Benz, 03.04.2017
Am eindrücklichsten verkörpert Anja S. Gläser als Stubenmädchen ihre unerfüllte Sehnsucht, gehüllt in einen riesigen Fettanzug. Wie der Soldat sie in ihrer ganzen Körperfülle von hinten nimmt, wie sie dabei staunend-irritiert nach vorne stiert, um sich nach diesem lieblosen Quickie verschämt ihr grünes Kleid über den Allerwertesten zu schieben, und so ängstlich wie hoffnungslos fragt »Sag wenigstens, hast mich gern?«, und wie er antwortet »Na, das musst doch g’spürt haben, Fräul’n Marie, ha!« – das ist einer jener starken Bühnenmomente, die im Gedächtnis bleiben.
Frankfurter Rundschau, Grete Götze, 03.04.2017
So wie Kahnert alias Dostojewski in der Folge die Rollen seines Roman-Alter-Ego Aleksej, des Generals und der anderen Männer übernimmt, so wird Gläsers Anna zur allseits begehrten Polina, zu Mademoiselle Blanche und vor allem zur grandiosen Babuschka. Der Auftritt der herrischen Greisin in der Spielbank ist der Höhepunkt des Romans und der Höhepunkt der Inszenierung.
Strandgut, Winnie Geipert, 01.02.2017
Wer mit einer guten Portion Halbwissen in das Kurhaus geht, kann sich aber an der herrlichen Spielfreude und Wandlungsfähigkeit von Anja S. Gläser »berauschen«. Mühelos spielt sie unter anderem in Faltenröckchen, mit Blumen besticktem Blüschen und mit großen Augen die ruhige Anna ebenso wie die exzentrische, reiche Tante, die in einen überlangen, protzigen Fellmantel gehüllt und über allem thronend das Roulettespiel verfolgt.
Frankfurter Neue Presse, Astrid Biesemeier, 20.01.2017
Wenn Anja S. Gläser wie der Dracula in Coppolas Film auf einem Bademeister-Hochsitz mit überlangem Mantel thront, Schatten wirft und die gruselige reiche Großmutter gibt, die alles verspielt, worauf ihre Verwandten spekulieren, dann denkt man nicht nur über eine Gefahrenzulage für Schauspieler nach, sondern auch über Aspekte des Aussaugens durch Glücksspiel und Erben.
Wiesbadener Kurier, Birgitta Lamparth, 18.01.2017
Dabei steigt der Abend äußerst langsam und leise ein und nimmt eigentlich erst Fahrt auf, als die bezaubernde Anja S. Gläser in der Rolle der Anna mit Ukulele unterm Arm in den Raum rauscht. Auf ihrem Instrument stenografiert sie die von Dostojewski diktierten Texte willfährig und blickt ihren Arbeitgeber dabei so unverwandt und frisch gewaschen liebreizend an, dass es einen kein bisschen wundert, dass er sie später zur Frau nehmen wird. Ausgiebig kommen später auch die Erbtante und Mademoiselle Blanche aus dem Roman zu Wort und ins Bild. Die eine als überlebensgroße Matrjoschka oder als nervensägende Tussi.
nachtkritik.de, Shirin Sojitrawalla, 17.01.2016

Termine

GROSSES HAUS19:00 - 20:45
GROSSES HAUS19:30 - 21:15