‚Okay, bringen wir es hinter uns. Ich gebe euch fünf Minuten. Fünf von fünfundvierzig. Fünf Minuten, in denen könnt ihr mit mir machen, was ihr wollt. Danach will ich meine Ruhe für den Rest der Stunde.‘
Bisher war Jürgen immer das Opfer, er wurde gemobbt und ausgegrenzt. Jetzt kommt er in eine neue Klasse. Das ist seine Chance. Er geht in die Offensive und provoziert die neuen Mitschüler. Ein gefährliches Unterfangen für den Neuen, aber darin sieht er seine einzige Chance. Jürgen versucht die Klassengemeinschaft zu spalten. Die Mitschüler müssen sich nun verhalten, sie müssen Position beziehen und werden somit mit ihrem eigenen Verhalten konfrontiert. Ort der Handlung: das Klassenzimmer.
Mit ‚Erste Stunde‘ hat Jörg Menke-Peitzmeyer ein starkes Stück zum allgegenwärtigen Schulthema Mobbing geschrieben. Ohne erhobenen Zeigefinger und mit einer guten Portion Humor gelingt es, die Schüler in ihrem Umfeld, dem Klassenzimmer, direkt und zupackend anzusprechen.
Das Junge Staatstheater beginnt mit ‚Erste Stunde‘ eine Reihe von Stücken, deren Bühne nicht das Theater ist, sondern das Klassenzimmer. Hier suchen wir den direkten Kontakt zu den Jugendlichen und wollen nicht nur spielen, sondern auch diskutieren.
Anmeldung und Informationen:
m.friedrich@staatstheater-wiesbaden.de / 0611 132-240
‚Erste Stunde‘ sei der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Stücken, die nicht auf der Bühne spielen, sondern im Klassenzimmer, mitten unter Schülern. (…) In ‚Erste Stunde‘ gehe es um Mobbing, sagt [Stefan] Schletter. (…) Jürgen Rickert, die einzige Figur im Stück, ist so ein Ausgegrenzter. (…) ‚Erste Stunde‘ sei kein mit erhobenem Zeigefinger geschriebener Text. (…) Über kurz oder lang werden die Schüler reagieren, sind er und Schletter überzeugt.
Wiesbadener Tagblatt, 01.10.2010
In die entstandene Stille hinein riss Zarnack die Tür auf und stürmte in den Raum. Sein Jürgen Rickert zeigt eine Entschlossenheit, die ihm nicht leicht fällt. Eigentlich fürchtet er sich. Wieder einmal hat er wegen Mobbing die Schule gewechselt. Jetzt geht er in die Offensive. Was hat er schon zu verlieren? (…) Zarnack alias Jürgen wendet sich mit seinem Text nicht nur an die fiktiven Schüler seines Textbuches, sondern auch und vor allem an die realen Jugendlichen. (…) Zweifellos gelang es Zarnack, seine Zuschauer in Atem zu halten. ‚Das war sehr emotional‘, meinte ein Jugendlicher in der anschließenden Diskussion.
Allgemeine Zeitung Mainz, 07.10.2010