Aida
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Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Antonio Ghislanzoni
In italienischer Sprache mit Übertiteln
Großes Haus
Aufführungsdauer 3 Stunden 10 Minuten. Eine Pause.
Musikalische LeitungZsolt Hamar, Christoph Stiller
InszenierungImmo Karaman
ChoreografieFabian Posca
Bühne und KostümeOkarina Peter, Timo Dentler
ChoreinstudierungAnton Tremmel
DramaturgieStephan Steinmetz
Mit:
Der KönigBernd Hofmann, Hye-Soo Sonn
Amneris, seine TochterAndrea Baker, Dalia Schaechter
Aida, äthiopische SklavinEszter Sümegi
Radamès, FeldherrRubens Pelizzari, Zurab Zurabishvili
Ramphis, OberpriesterDennis Wilgenhof, Jakobsh Randall
Amonasro, König von ÄthiopienKiril Manolov, Anton Keremitdchiev
Ein BoteOsvaldo Daniel Navarro Turres
Eine TempelsängerinSarah Jones
 
  Orchester, Chor, E-Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge
Ausführliche Informationen erhalten Sie hier
‚Aida‘ nimmt unter den Opern Giuseppe Verdis in vielerlei Hinsicht eine besondere Stellung ein. Sie ist nicht nur zu Verdis berühmtestem Werk geworden, sondern auch zum Inbegriff von ‚Oper‘ schlechthin: Figuren, Konflikte, Leidenschaften, Schauplätze – das alles entsteht kraft der Musik und der Gesangsstimme. Während nahezu alle anderen Opern Verdis ihre Idee und Gestaltung großen literarischen Werken verdanken, beruht die Handlung von ‚Aida‘ auf dem Szenenentwurf von Auguste Mariette, eines einflussreichen Ägyptologen im Dienste des Khediven Ismail Pascha. Für sein 1869 eröffnetes Opernhaus in Kairo wollte der Khedive um jeden Preis ein neues Werk des größten Komponisten der Zeit: Giuseppe Verdi. Der nahm nach langem Zögern das ungewöhnliche Angebot an und damit die Gelegenheit wahr, eine Oper allein nach musikdramatischer Idee und Wirkung zu gestalten. Das Ägypten, in das uns Giuseppe Verdi entführt, ist eine Welt der Rituale, der strengen Regeln und der starken Emotionen. Der siegreiche Feldherr Radames wurde für die Pharaonentochter Amneris bestimmt, doch keine Macht der Welt kann ihn von seiner Liebe zur äthiopischen Sklavin Aida abbringen. Keine andere Oper Verdis endet so tragisch und doch mit einem so vollständigen Sieg der Liebe wie ‚Aida‘ .

Als Aida stellt sich die renommierte ungarische Sopranistin Eszter Sümegi erstmals in Wiesbaden vor. Der Tenor Rubens Pelizzari kehrt als Radames ans Staatstheater zurück, ebenso wie Kiril Manolov in der Rolle von Aidas Vater Amonasro und Andrea Baker als Amneris.

Regisseur Immo Karaman hat zusammen mit dem Choreografen Fabian Posca in Wiesbaden bereits ‚Luisa Miller‘ inszeniert. Ihre Produktion von John Adams’ ‚Doctor Atomic‘ (Saarbrücken/Helsinki) wurde 2010 für den FAUST-Theaterpreis nominiert. An der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf erarbeiten beide einen Britten-Zyklus mit ‚Peter Grimes‘, ‚Billy Budd‘ und ‚The Turn of the Screw‘. Beeindruckende Inszenierungen entstanden außerdem an der Oper Leipzig und am Staatstheater am Gärtnerplatz in München.
Im Staatstheater hat der neue Generalmusikdirektor Zsolt Hamar Giuseppe Verdis ‚Aida‘ als seine erste Wiesbadener Premiere dirigiert. Das Publikum feierte ihn mit Schlussapplaus. Der Einstand konnte sich in der Tat schon im wundersam sensibel musizierten Vorspiel hören lassen. Hamar führte die Sänger mit großer Aufmerksamkeit und hatte die Massenszene fest im Griff.

Wiesbadener Kurier, 10.09.2012


Überaus sorgfältig hat Wiesbadens neuer GMD Zsolt Hamar gearbeitet. Sein Trumphmarsch klingt nie bloß affirmativ, die Arien sind nie sentimental, weil er die Sänger straff führt und Ihnen trotzdem Raum lässt, die Chöre (Anton Tremmel) sind kraftvoll und homogen. Und weil bei all der klugen Strukturiertheit auch Glut und Leidenschaft nicht fehlen, das Orchester des Staatstheaters bestens eingestellt ist, bleibt die musikalische Interpretation der Höhepunkt.

Mannheimer Morgen, 10.09.2012


Das Publikum restlos begeistert. Buhs und Bravos für die Regie, heftiger Kampf. Immo Karaman inszeniert den monumentalen Politliebesthriller als bilderreiche Parodie. Eszter Sümegi ist eine liebesstarke Aida, Rubens Pelizzari ein strahlender Radames, Andrea Baker als Amneris gigantisch, glutvoll, herzzerreißen. Wertung: Sehr gut.

Bild, 10.09.2012


Von Anfang an bestach allerdings das Bühnenbild (Timo Dentler), das sich in Verbindung mit reizvoller Licht- und Rauchregie (Klaus Krauspenhaar) exponieren konnte. In der Triumphmarsch-Szene ergab sich ein regelrechtes tableau vivant, wie es von Neo Rauch hätte stammen können. Nachdrückliche Bildwirkung bescherte auch die mit einer goldgefärbten Choreografie von Fabian Posca ausgestattete Weihe-Szene. Großartig in stimmlicher Flexibilität und mimischer Glaubwürdigkeit die Aida Eszter Sümegis, ein nicht zu weicher Sopran, der bei den finalen, ganz zurückgenommenen Kundgebungen des Leids sehr eindringlich war. Die Amneris von Andrea Baker als liebende Verräterin kam immer souveräner ins Spiel, wo ihr in der Höhe etwas zur Schärfe neigender Mezzo sehr gut passte. Der Radames Rubens Pelizzari war kein tumber Soldat sondern ein existentiell Getroffener. Markant der Amonastro von Kiril Manolov und der Krieger-Priester von Denis Wilgenhof. Der Einstand des neuen Wiesbadener GMD Zsolt Hamar hätte besser kaum sein können: Verdis Partitur, ausgebreitet zwischen Furioso und subtilster Lineatru, illustrativ und illuminierend, verklanglicht durch das auf Hochglanz polierte Orchester und den volumendifferenzierten Chor.

Frankfurter Rundschau, 10.09.2012


Einstand am Pult bestens gelungen. In Verdis ‚Aida‘ motivierte der neue Chefdirigent das Orchester und die Sängerriege zu ausgesprochen guten Leistungen. Ein sehr gutes Zusammenspiel von Graben und Bühne, knackige Tempi, aber auch den Atem für individuelle Phrasierungen. Immo Karaman zeigt ‚Aida‘ nicht als ägyptischen Prunk, sondern mit Fokus auf das Leiden des äthiopischen Volkes, dem auch die Sklavin Aida entstammt. Der Regie Karamans und der Choreografie Fabian Poscas lässt sich viel Sinnvolles abgewinnen, ohne weit ums Eck denken zu müssen, ihre Deutung ist ohne Einschränkung sehenswert. Ebenfalls erfreulich: Zum Einstand hat Zsolt Hamar seine Landsmännin Eszter Sümegi als Aida verpflichtet. Ein so reicher Verdi-Sopran war in Wiesbaden lange nicht zu hören.

Rheinzeitung, 10.09.2012


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