Anatevka
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Austauschgastspiel des Staatstheaters Darmstadt


Musical von Jerry Bock
Buch von Joseph Stein, nach der Kurzgeschichtensammlung ‚Tewje, der Milchmann‘ von Sholem Alejchem
Gesangstexte von Sheldon Harnick
Deutsch von Rolf Merz und Gerhard Hagen
Großes Haus
Aufführungsdauer 3 Stunden 15 Minuten. Eine Pause.
Musikalische LeitungBartholomew Berzonsky
InszenierungJohn Dew
ChoreografieAnthoula Papadakis
BühneHeinz Balthes
KostümeJosé-Manuel Vázquez
Choreinstudierung Markus Baisch
Dramaturgie Christoph Gaiser
Mit:
Tewje, ein MilchmannMonte Jaffe
Golde, seine Frau Monika Mayer
Zeitel, deren Tochter Anja Vincken
Hodel, deren Tochter / Oma Zeitel Margaret Rose Koenn
Chava, deren Tochter Evelyn Czesla
Sprintze Nora Geisler
Jente, eine Heiratsvermittlerin Christa Platzer
Frumah Sarah Bernd Kaiser
Tevje Monte Jaffe
Mottel Kamzoil, ein Schneider E. Marc Murphy
Perchik, ein Student David Pichlmaier
Lazar Wolf, ein MetzgerMalte Godglück
Schandel Gabriela Fliegel
Fedja, ein junger Mann Oliver Fobe-Dörr
Motschach Christopher Ryan, Tom Schmidt
Rabbi Lawrence Jordan
Mendel Lasse Penttinen
Awram Werner Volker Meyer
Nachum Radoslav Damianov
Jussel Alin Codreanu
Wachtmeister Georg Heckel
Fiedler auf dem Dach Isabel Aguilera
Erster Mann Wiktor Czerniawski
Erste Frau Barbara Haber
Zweite Frau Gundula Schulte
Dritte Frau Florence Bonnefont
Erster Russe Juri Lavrentiev
Tänzer Celedonio Indalecio Moreno Fuentes, Christoper Basile, Damián Alberti, Geoffroy Poplawski, Julio Andrés Escudero, Lee Bamford, Pavel Povrazník, Trun Pham Bao, Wout Geers
 
  Orchester, Chor, Herren des Tanztheaters und Statisterie des Staatstheaters Darmstadt, Kinderstatisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolgen
Ausführliche Informationen erhalten Sie hier
In dem kleinen, hauptsächlich von Juden bewohnten Dorf Anatevka in der Ukraine haben sich die Bewohner auf ein Leben im Althergebrachten eingerichtet. Doch der Geist der Veränderung hält irgendwann auch im entlegensten Winkel Einzug, das muss der Milchmann Tewje am eigenen Leibe erfahren. Seine drei ältesten Töchter widersetzen sich den Verheiratungsabsichten der Eltern, doch der gutmütige Tewje lässt die jungen Leute gewähren, wiewohl es im Falle von Chava, die sich mit einem ‚goi‘ (einem Nichtjuden) einlässt, zumindest offiziell zum Bruch zwischen Eltern und Kind kommt. Mittlerweile hat es im Lande zu rumoren begonnen, und die Juden bekommen die Erstickung der revolutionären Umtriebe besonders hart zu spüren. Tewje und seine Familie müssen Anatevka in Richtung einer unsicheren Zukunft verlassen, doch in seinem unerschütterlichen Gottvertrauen fügt er sich auch in dieses schwere Schicksal.

Auf der Grundlage dreier in jiddischer Sprache verfasster Kurzgeschichten und unter Würdigung des im bildnerischen Schaffen von Marc Chagall exponierten Motivs des Fiedlers auf dem Dach (das dem Stück seinen Originaltitel gab) gestalteten die Autoren Mitte der 1960er Jahre ein Musical, welches das Leben in einer untergegangenen Welt, dem des osteuropäischen ‚Schtetl‘, beschreibt und vor dem heiklen Thema der Judenverfolgung (hier in Gestalt der brutalen Pogrome in Russland am Vorabend der Februarrevolution von 1905) nicht zurückschreckt. Dass in diesen Rahmen eine Familiengeschichte eingebaut ist, deren Konflikte auch heute noch unmittelbar nachvollziehbar sind, hat ‚Anatevka‘ trotz des traurigen Grundtons eine seit der Uraufführung ungebrochene Beliebtheit beim Publikum gesichert – nicht zuletzt auch aufgrund berühmt gewordener Melodien wie ‚Wenn ich einmal reich wär‘‘.
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