Tim Plegge

Ballettdirektor & Chefchoreograf, Choreografie
Tim Plegge wurde in Berlin geboren und ließ sich nach einem Austauschjahr an der École de Cirque de Bordeaux in den Niederlanden und an der Ballettschule des Hamburg Ballett – John Neumeier zum Tänzer ausbilden. Nach Engagements als Tänzer nahm er ein Choreografiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin auf, gefolgt von Assistenzen bei Helena Waldmann und Christian Spuck. Von 2006 an entstanden Arbeiten für das Ballett Kiel, die Noverre-Gesellschaft Stuttgart, das Staatsballett Karlsruhe und das Staatsballett Berlin, von denen das 2012 in Karlsruhe uraufgeführte Handlungsballett Momo besonders starke Beachtung erfuhr. Aufsehen erregte auch das in Zusammenarbeit mit dem Maler Norbert Bisky geschaffene und im Berliner Club Berghain gezeigte Stück They (2013); es steht beispielhaft für Plegges Interesse, unterschiedliche Kunstformen über das Medium Tanz in einen kreativen Dialog zu bringen. In diesem Zusammenhang ist sowohl sein Debüt in Karlsruhe als Opernregisseur mit Strawinskys Die Nachtigall in der Saison 2013.2014 zu sehen als auch das in derselben Spielzeit mit der Medienkünstlerin Elke Reinhuber erarbeitetes Tanzstück Orpheus. Plegge wurde im Jahrbuch 2013 der Zeitschrift tanz unter den Hoffnungsträgern der Tanzkünstler geführt, »die hoffentlich die Zukunft bewegen«.

Produktionen

Choreografie in »Fake«
Choreografie in »Eine Winterreise«

Pressestimmen

Nicht nur Kinder brauchen Märchen. »Aschenputtel« ist tief eingegraben in unser kollektives Gedächtnis. Und genau deshalb funktioniert ein Ballett, das diese Geschichte ohne Worte, sondern nur durch Körper und Bewegung erzählt – auf wunderbare Weise. (...) Zum Höhepunkt der Choreografischen Arbeit Plegges aber gerät der Ball, auf dem sich Prinz und Aschenputtel zum ersten Mal begegnen und im Nu –wunderschön anzusehen – zueinander hingezogen fühlen. Hervorzuheben sind aber auch Claudia Arraiza und Anissa Bruley als die beiden Stiefschwestern, deren körperlicher und mimischer Ausdruckeindringlich ihre Bösartigkeit vermittelt.
Strandgut, Walter H. Krämer, 01.03.2015
Mit seiner ersten abendfüllenden Choreografie für das Hessische Staatsballett Darmstadt/Wiesbaden erzählt Tim Plegge das Märchen vom Aschenputtel neu. Mit stimmungsvoller Ausstattung und kleinen Gruseleffekten gelingt ihm ein familientaugliches Märchenballett. Das Publikum in Wiesbaden ist begeistert.
Darmstädter Echo, Julia Reichelt, 17.02.2015
Eine Punktlandung: Ohne Mäuse, Feen oder pompöse Zauberkutsche, aber durchaus mit märchenhaften Charme, der vor allem dem getanzten Beziehungszauber von Valeria Lampadovas expressivem Aschenputtel und ihrem Prinzen Vítek Kořínek zu verdanken ist.
Viel Gefühl zeigte Tim Plegge, Leiter des Staatsballetts, in seiner Choreografie für die Poesie der Begegnungen die ganz ruhige Berührung genauso umfasst wie kühne Hebungen und die Eleganz fließender Bewegung, die den [klassischen Bezug durchscheinen lässt.] (...) Plegge kann Geschichten erzählen, wie er in Karlsruhe mit seinem ,Momo‘-Ballett bewiesen hat.
Wiesbadener Kurier, Volker Milch, 16.02.2015