Running time ca. 90 Minuten, eine Pause
‘Once upon a time there was – ‘A King!’ my little readers will promptly say. No, children, you are mistaken. Once upon a time there was a piece of wood. It was not an expensive piece of wood. Far from it. Just a common block of firewood, one of those thick, solid logs that are put on the fire in winter to make cold rooms cozy and warm.’
Thus begins the children’s book by Carlo Collodi titled ‘Le avventure di Pinocchio,’ written in 1883. Since then, the enchanting rascal whose wooden head is full of mischief instead of obedience and who is plagued by a nose that grows when he lies has become an integral part of our children’s lives.
A carpenter finds a piece of wood. But as he goes about chiseling it down, the log begins to speak to him. Frightened, he quickly decides to give it to the woodcarver Geppetto, who would like to make a marionette out of it. He names the marionette Pinocchio because it is made of pine. While Geppetto is still at work carving, Pinocchio comes to life. No sooner has Geppetto finished carving feet onto his wooden legs than the puppet laughs in his father’s face and takes to his heels. Pinocchio’s fantastical life begins with a journey packed with adventures and dangers – the kind that he is always getting into due to his impertinent curiosity and blatant stupidity. It’s not only Madame Fox's and Mr. Cat's fault, there are so many temptations in life that a lazy little dawdler like him just cannot resist: the marionette theatre, where the other puppets greet him so joyously, the field, where you can plant pieces of gold and reap golden trees, and last but not least, the magical children’s wonderland, where little boys can do whatever they want all day long. He owes the fact that he is able to find his dear father Geppetto in the belly of the giant shark Il Monstro at the end of the story to the untiring Cricket and the Blue Fairy. It is only with their help that Pinocchio is able to break himself of his habit of lying and actually become a real boy.
Tickets for performances during the Christmas season may be purchased from the Rhine-Main Visitor Ring (Rhein-Mainische Besucherring). Advance ticket sales for school classes begin on May 16, 2011: Tel. 0611.30 10 00,
wiesbaden@besucherring.de. Advance ticket sales for family performances begin during the theatre celebration on September 3, 2011.
Wenn 820 Kinder zwischen fünf und elf Jahren das große Haus des Staatstheaters bevölkern, entsteht eine andere Stimmung, als am Abend in der großen Oper. Aufstehen, winken, lachen, albern, schreien, singen – die Aufgeregtheit der Kinder vor der Vorstellung ist spürbar. Manche sind zum erstenmal im Theater. Die großartige Produktion des Weihnachtsmärchens ‚Pinocchio‘ bringt die Augen der kleinen Besucher zum Leuchten, helles Kinderlachen ertönt. Und wenn Pinocchio bei seinen Abenteuern fast den (Holz)Kopf verliert, fiebern sie mit und versuchen, ihn mit Zurufen zu warnen. So ist Theater nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ein märchenhaft-weihnachtliches Erlebnis.
Die Zugabe-Rufe, die auch nach der zweiten Zugabe noch nicht gestillt scheinen, sprechen für sich.
Wiesbadener Tagblatt, 10.12.2011
Oliver Wronka hat am Staatstheater Wiesbaden Collodis ‚Pinocchio‘ inszeniert: ein Meisterwerk der Kinder-Weltliteratur als Weihnachtsmärchen.
Sind die großen Kinderstoffe wieder da? Carlo Collodis 130 Jahre alte Geschichte spielt im Großen Haus fast offensiv im herrlichsten, vielfältigsten Bühnenbild (Bernd Holzapfel), und zwar je nachdem in fantasievollen bis geschichtstreuen Kostümen für Carabinieri und Handwerker, Volk und Tierwesen. Dies zum Klang einer sorgfältigen Mandolinen-, Akkordeon-, Gitarren- und Posaunen-Musik der kostümierten Instrumentalisten (Timo Willecke), die von der Tarantela über Canzone-Klassiker Italiens (‚Ti amo‘, ‚Azzurro‘) und Zirkusmusik bis zur ‚Pinocchio‘-Fernsehserie reicht und an dunklen Höhepunkten horrend aufdreht.
Ein Augen- und Ohrenschmaus ist das, der frei genug mit dem literarischen Stoff umgeht, ihn aber nie als Vorwand für eigene Einfälle missbraucht.
Gespielt wird frisch, flink und lebendig, wobei das Junge Staatstheater als Ensemble und die tollen Musiker allesamt glänzen.
Frankfurter Neue Presse, 15.11.2011
Carlo Collodis Klassiker eignet sich zum Weihnachtsmärchen aber auch, weil zwischen den pädagogischen Einsprengseln die fabelhaftesten Sachen passieren. Im Staatstheater Wiesbaden hat Oliver Wronka einige Höhepunkte herausgepickt die geschwind und zwanglos verknüpft werden. Aus dem herumjammernden Holzstück, ist unter den Händen von Gepetto (Wolfgang Zarnack) flott ein sehr überzeugend gemaserter Holzjunge geworden, Sergej Gößner ist schön und blöd und lieb, genau richtig. Die Nase ist sehr gelungen, das Geheimnis ihres vorzüglich funktionierenden Ausfahr-Mechanismus kann man nur ahnen.
Frankfurter Rundschau, 14.11.2011
Eine rundum gelungene Inszenierung , in der Kostüme, Bühnenbild und Videoprojektionen mit genialen Details wie dem sich verdunkelnden Mond beim Auftritt der Bösewichte wie Zahnrädchen perfekt ineinander greifen. Goldenes Sternchen für alle.
Wiesbadener Kurier, 14.11.2011
Die wahre Herausforderung jedoch hat das Ensemble zu bewältigen: da sind nicht nur die zahlreichen Rollenwechsel, fast jeder Darsteller spielt dazu noch ein Instrument und singt, auch wenn auf die großen Stücke und Choreografien weitgehend verzichtet wird. Ebenso auf ein Orchester, stattdessen sorgen die Straßenmusikanten unter der Leitung von Timo Willecke für Live-Musik. Und allein dafür, Howard Carpendales ‚Ti amo‘ in ‚Du Holzkopf‘ umzudichten und zum Szenenwechsel das Intro von ‚Pulp Fiction‘ auf Gitarre und Xylophon zu spielen, gibt es ein goldenes Extra-Sternchen.
Wiesbadener Tagblatt, 14.11.2011