La Bohème
Galavorstellung
Oper von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Wiederaufnahme am 17. Oktober. 2009
Samstag, den 09.01.2010, 19.30 Uhr
Großes Haus
Die Gäste sind:
Mit:
Schaunard, Musiker
Michael Bachtadze
Colline, Philosoph
Jacques-Greg Belobo
Benoît, ein Hausherr / Alcindoro, Staatsrat
Ein Sergeant der Zollwache
Orchester, Chor, Extrachor, Jugendchor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Willst du die volle Wahrheit wissen?
Die Geburtsstunde war an einem Regentag, als ich nichts zu tun hatte und mich daran machte, ein Buch zu lesen, das ich nicht kannte. Der Titel lautete Scènes de la Vie de Bohème, der Autor hieß Henri Murger. Das Buch nahm mich mit einem Schlag gefangen. In jener Umgebung von Studenten und Künstlern fühlte ich mich sofort zu Hause. Ich brauchte Episoden aus dem Gefühlsleben, die zu Herzen gehen. Und dann Gesang. In dem Buch von Murger war alles, was ich suche und liebe: die Frische, die Jugend, die Leidenschaft, die Fröhlichkeit, die schweigend vergossenen Tränen, die Liebe mit ihren Freuden und Leiden. Da ist Menschlichkeit, da ist Empfindung, da ist Herz. Und da ist der ideale Stoff für eine Oper.
Giacomo Puccini
Puccinis ‚La Bohème’ stellt etwas Neuartiges in der Opernliteratur dar. Der Mensch wird als Privatperson präsentiert. Die Oper wendet sich völlig dem alltäglichen Leben zu und die Katastrophe resultiert nicht aus menschlichen oder gar staatspolitischen Konflikten, sondern ereignet sich von innen heraus, als tödliche Krankheit.
Puccinis Frauengestalten wie Mimi sind nicht mehr Heroinen von ehedem, vielmehr zeigen sie sich als passive schwache und allenfalls triebhafte, leidende und erduldende Geschöpfe, deren Denken und Fühlen auf das Naheliegende, die kleinen Dinge des Lebens gerichtet ist.
Die Galagäste sind:
Cristina Gallardo-Domas (Mimì) wurde in Santiago de Chile geboren und studierte u.a. an der Juilliard School in New York. Sie wurde mit zahl-reichen Preisen ausgezeichnet. Ihr Europa-Debüt gab sie als Suor Angelica 1993 beim Spoleto Festival. Diese Rolle sang sie auch an der Oper Köln in der Inszenierung von Willy Decker. Seither gestaltet sie die großen italienischen Partien ihres Fachs weltweit: u.a. in Amsterdam, Buenos Aires, Florenz, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper in München, am Teatro alla Scala in Mailand, der Metropolitan Opera in New York, der Opéra National de Paris, bei den Salzburger Festspielen und an der Wiener Staatsoper. Ihr großes Rollenrepertoire umfasst Partien wie Manon, Violetta, Mimì, Liù, Madama Butterfly, Antonia und Giulietta in ‚Hoffmanns Erzählungen', Desdemona und viele andere Partien des italienischen und französischen Belcanto.
Zu den zahlreichen Preisen, die sie gewonnen hat, zählen u.a. der Gesangspreis ‚Regina Elisabetta' in Brüssel, der ‚Luciano Pavarotti International Opera Competition' und ‚Licia Albanese Competition'. Cristina Gallardo-Domâs eröffnete 2008 die Saison der Metropolitan Opera New York als Madama Butterfly unter der musikalischen Leitung von James Levine. 2007 debütierte sie als Leonora in Verdis ‚Il trovatore' am Opernhaus Zürich. Zuletzt gastierte sie u.a. als Manon Lescaut an der Deutschen Oper Berlin, als Mimì in Zürich sowie an der Bayerischen Staatsoper, an der Los Angeles Opera, an der Wiener Staatsoper, am ‚Teatro Liceu' in Barcelona sowie am Teatro Real in Madrid. Mehrere Auftritte, u.a. in ‚Hoffmanns Erzählungen' brachten sie auch wieder an die Metropolitan Opera New York.
Der junge mexikanische Tenor Arturo Chacón-Cruz (Rudolfo) zählt zu den großen Hoffnungen der internationalen Opernszene. Er wurde 1977 in Mexiko geboren und studierte Gesang u.a. bei seinem Landsmann Ramón Vargas. Seit mehreren Jahren wird er von keinem Geringeren als Placido Domingo künstlerisch betreut. Arturo Chacón-Cruz, der bereits im Alter von 22 Jahren am Palacio de Bellas Artes, dem berühmten Opernhaus von Mexiko City, debütierte, ist Preisträger zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe. Zu seinen Paraderollen zählt der Rodolfo in Puccinis ‚La Bohème‘, die er zuletzt im Dezember 2009 an der Berliner Staatsoper und zuvor am Kölner Opernhaus, der Washington Opera und dem Teatro Communale di Bologna interpretierte.
Arturo Chacón-Cruz ist nicht nur ein immer wieder gern gesehener Gast am Opernhaus von Mexiko City, sondern auch in den Vereinigten Staaten (Washington, Houston, Los Angeles) und in Italien (‚Gianni Schicchi‘ am Teatro San Carlos in Neapel, ‚La Rondine‘ am Teatro La Fenice in Venedig, ‚Hoffmanns Erzählungen‘ am Teatro Regio in Turin). Sein Debüt in Spanien gab er an der Seite von Placido Domingo in Alfanos ‚Cyrano de Bergerac‘ in Valencia. Im vergangenen Herbst sang er erstmals an der Hamburgischen Staatsoper die Rolle des Pinkerton in Puccinis ‚Madame Butterfly‘. Dieses Jahr wird Arturo Chacón-Cruz mit der Titelrolle von ‚Hoffmanns Erzählungen‘ in Japan debütieren und wieder einmal den Herzog von Mantua an der Opéra Royale de la Wallonie in Liège interpretieren.
Der Bariton Markus Brück (Marcello) stammt aus Speyer, kam nach Engagements in Hagen, Kaiserslautern und Wiesbaden, wo er viele Jahre lang als festes Ensemblemitglied u.a. Marcello und Don Giovanni gesungen hat, 2001 an die Deutsche Oper Berlin. Hier feierte er Erfolge u. a. als Papageno, Albert, Wolfram, Malatesta, Fritz in 'Die tote Stadt', Valentin, Fra Melitone in 'La forza del destino', Silvio, Conte Almaviva, Beckmesser und Giorgio Germont. Er gastierte u. a. in Tokyo, Seoul und am Teatro alla Scala in Mailand. 1999 debütierte er als Beckmesser bei den Bayreuther Festspielen. An der Bayerischen Staatsoper war er als Doktor Falke und Valentin zu erleben, als Orest in Hamburg sowie 2005 an der Opéra National de Paris. 2005 verkörperte er bei den Bregenzer Festspielen Henrik in 'Maskerade' von Carl Nielsen. 2007 war er als Ottokar an der Wiener Volksoper zu erleben und sang in der Uraufführung 'Unter Eis' von Falk Richter/Jörn Arnecke bei der RuhrTriennale. An der Deutschen Oper Berlin gestaltete er 2008/2009 u. a. Giorgio Germont, Wolfram von Eschenbach, Enricoin 'Lucia di Lammermoor' und Maurice in 'Marie Victoire'.
Geboren in Yaoundé in Kamerun studierte Jacques-Greg Belobo (Colline) am Conservatoire National de Musique in Nizza, wo er 1998 die Goldmedaille für Gesang gewann. Danach setzte er sein Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris fort und erhielt 2001 sein Diplom.
Er gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe, u.a. war er im Jahr 2000 er beim Internationalen Gesangswettbewerb in Genf zweiter Preisträger und gewann 2002 beim Internationalen Belvedere-Wettbewerb in Wien fünf Preise, darunter Engagements an die Semperoper Dresden, an die Oper Straßburg, an die Kammeroper Wien und für Konzerte in der Kölner Philharmonie.
Nach eineinhalb Jahren als Mitglied des Jungen Ensembles der Bayerischen Staatsoper in München, wechselte Belobo 2003 an die Semperoper Dresden, wo er in Partien wie Sarastro, Ramfis, Colline, Banco, Escamillo, Leporello und Komtur, Figaro und sowie u.a. als Kaspar, Eremit und Titurel zu hören ist.
Darüberhinaus tritt Jacques-Greg Belobo regelmäßig an anderen Opernhäusern und Festivals auf, in den letzten Jahren u.a. in Wien, Nizza, Salzburg, Tokyo und Tel Aviv.
Der gebürtige Georgier Michael Bachtadze (Schaunard) ist seit der Spielzeit 2009/2010 En-semblemitglied der Oper Halle. Der Bariton studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt Tbilissi (Tiflis) Gesang und Dirigieren im Fach Oper. Von 1994 bis 1999 gehörte er der Georgischen Staatskapelle Tbilissi als Solist an. Mit ihr führten ihn Gastauftritte an die unterschiedlichsten Häuser im In- und Ausland, darunter Konzerte in England (Royal Albert Hall in London), Frankreich, Norwegen (Grieg-Hall in Bergen), Deutschland (Berlin), der Schweiz und Österreich. Sein weiterer Weg führte ihn zunächst mit Rollen des Bassbariton-Faches als Ensemblemitglied ans Theater Bielefeld. Gleichzeitig nahm er Gastengagements u.a. in Kassel, Essen, Augsburg, Detmold, Regensburg und Münster wahr. In der vergangenen Spiel-zeit gastierte er am Nationaltheater Mannheim und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf. In einer konzertanten Produktion von ‚Pelleas et Melisande' sang er mit den Bochumer Symphonikern im Juni 2008. Zu seinem Repertoire zählen außerdem Rollen wie Amonasro, Escamillo, Nilakantha in ‚Lakmé', Lord Sidney in ‚Il viaggio a Reims', Figaro, Melot, Wurm in ‚Luisa Miller', Jago, die Titelpartie in ‚Eugen Onegin', Scarpia, Posa, Tonio in ‚Der Bajazzo' u.v.m. Für seine außergewöhnlichen Leistungen wurde er mit dem Operntaler 2007 ausgezeichnet und bei der Kritikerumfrage NRW 2007 Musiktheater als bester Nachwuchssänger nominiert (theater pur 07/08 2007). In dieser Spielzeit ist er in Halle als Marcello, Ford und in der Titelpartie von ‚Don Giovanni' zu erleben und wird ebenfalls als Schaunard in Köln gastieren.
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