Lucia di Lammermoor
Dramma tragico in zwei Teilen (drei Akten) von Gaetano Donizetti
Libretto von Salvatore Cammarano nach dem Roman ‚The Bride of Lammermoor‘ von Walter Scott
In italienischer Sprache mit Übertiteln
Premiere
Samstag, den 24.11.2012, 19.30 Uhr
Großes Haus
Aufführungsdauer: 2 Stunden 50 Minuten. Eine Pause
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hierEnrico Ashton, der Lord von Ravenswood, beabsichtigt, seine Schwester Lucia mit dem einflussreichen Lord Arturo Bucklaw zu verheiraten, um seine eigene Existenz vor dem Bankrott zu bewahren. Doch Lucia widersetzt sich seinem Vorhaben, denn ihr Herz gehört einem Unbekannten, der sie aus tödlicher Gefahr gerettet hat. Als Enrico erfährt, dass Lucias Geliebter sein Todfeind Edgardo di Ravenswood ist, dessen Vater er um die Herrschaft gebracht hat, ist er zu allem bereit. Das Libretto von Salvatore Cammarano basiert auf dem Roman ‚The Bride of Lammermoor‘ von Walter Scott, einem der populärsten Werke des schottischen Dichters. Was die Protagonisten in ihrem Handeln bestimmt, sind die bis ins Extrem getriebenen Leidenschaften: der Hass Enricos auf Edgardo, der nur notdürftig sein schlechtes Gewissen verbirgt und der alsbald auch auf Lucia übergreift, als sie sich seinen Plänen widersetzt; auf der anderen Seite die tiefe Liebe Lucias zu Edgardo, die von Beginn an den Keim des Verhängnisses in sich trägt und im Wahnsinn endet.
Die Uraufführung 1835 in Neapel verschaffte dem Komponisten Gaetano Donizetti einen spektakulären Erfolg. Heute gilt Donizettis Werk als einer der Höhepunkte in der Epoche des Belcanto.
Regie führt Konstanze Lauterbach, die sich in Wiesbaden nach der Beschäftigung mit ‚Lulu‘ und ‚Lolita‘ nun einer weiteren tragischen Frauengestalt der Opernliteratur widmet. Konstanze Lauterbach inszeniert u.a. in Berlin, an der Semperoper Dresden, in Bremen und Leipzig sowohl im Schauspiel als auch in der Oper. Zuletzt war in Wiesbaden ihre Schauspielinszenierung ‚Die Kinder Agamemnons‘ zu sehen.
Die Rolle der Lucia übernimmt Emma Pearson, die mit Konstanze Lauterbach bereits Lulu und Lolita erarbeitete und als Sophie (‚Der Rosenkavalier‘) und Norina (‚Don Pasquale‘) in Wiesbaden zu erleben war.
Emma Pearson überzeugte in Wiesbaden nicht nur gesanglich, sondern auch durch intensives, mädchenhaftes Spiel, und entsprach genau des Vorstellungen des Dichters Walter Scott von der Lucia in seinem Roman ‚The Bride of Lammermoor‘. Mit glockig zarter Stimme und lieblich schwärmerisch schildert sie in der ersten Szene am Brunnen das tragische Schicksal ihrer Ahnfrau, und in der berühmten Wahnsinnsarie brilliert die Sopranistin mit getupften Staccato-Höhen, guten Übergängen in den Sprechgesang und vor allem durch ein berückendes Piano im Duett mit dem einfühlsam spielenden Soloflötisten.
Als ihr Geliebter Edgardo von Ravenswood verfügte Felipe Rojas Velozo über eine biegsame, charakteristische Tenorstimme mit anrührender ‚Träne‘, wodurch in der Schlussszene ‚Tombe degla’vi miei…‘ seine Verzweiflung glaubhaft und ergreifend wirkte. Joachim Goltz als Lucias intriganter Bruder Enrico Ashton zeichnete sich durch ein kraftvolles Timbre aus, welches diese fordernde, verleumderische Figur gut charakterisiert. Raimondo, Geistlicher und Erzieher, der im heimtückischen Komplott mitspielt, wurde von Hye-Soo Sonn schlicht überlegen dargestellt.
Das Opernglas, Januar 2013
Konstanze Lauterbachs einfühlsame Regiesprache ist unmittelbar ansprechend, kraftvoll und klar. (…) Die Sopranistin Emma Pearson kann die seelische Zerbrechlichkeit der liebenden Frau, die Bluttat in der Brautnacht und schließlich ihren Wahnsinn stimmlich wie darstellerisch großartig vermitteln. (…) Felipe Rojas Velozo als ihr Geliebter Edgardo, der am Ende unter herabrieselndem Herbstlaub sterben darf, steuert mit hellem, durchschlagskräftigem Tenor Belcantoglanz bei. Joachim Goltz verleiht mit mächtigem Bariton dem Enrico die finster-dämonischen Züge eines Scarpia. Zsolt Hamar am Dirigentenpult hat keine Scheu, mit dem Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden kräftige Farben und Knalleffekte zu entfachen. Zurecht zeigte sich das Premierenpublikum hellauf begeistert.
Darmstädter Echo, 27.11.2012
Emma Pearson brilliert als Lucia di Lammermoor am Staatstheater Wiesbaden. (…)
Mit Emma Pearson hat das Haus eine Sängerin, die schon vor Jahren stimmlich und darstellerisch aufhorchen ließ, unvergessen die Lolita in Schtschedrins gleichnamiger Oper bei den Maifestspielen 2011. Sie gibt die Lucia bis in die expressive Mimik hinein intensiv und war in der Premiere am Samstag sängerisch in Hochform; selbst die berühmte Wahnsinnsszene war nicht bloß virtuoser Glanzpunkt, sondern machte Erlittenes glaubwürdig. (…)
Die musikalische Seite beeindruckte durchweg positiv. Das Orchester des Staatstheaters klang unter der Leitung von Zsolt Hamar schlank und ausgefeilt bis in die Details.
Gießener Allgemeine Zeitung, 26.11.2012
Felipe Rojas Velozo ist ein Edgardo, wie man ihn sich vorstellt, mit Stimmglanz und Strahlkraft in der Höhe. Emma Pearson ist als Lucia fantastisch, mit zarter Leichtigkeit meistert sie schwierige Koloraturen, die Wahnsinns-Arie gerät zum fulminanten Meisterwerk.
BILD, 26.11.2012
Leicht und hell ist Lucias Verwirrung, denn leicht und hell ist die Stimme von Emma Pearson – wie in den vergangenen Spielzeiten von Lauterbach inszenierten Opern ‚Lulu‘ und ‚Lolita‘ singt auch hier wieder die erstklassige Wiesbadener Ensemblesopranistin die Titelpartie. (…)
In etlichen Details zeigte Konstanze Lauterbach ihr wahres Können: So zum Beispiel im Auftritt des Arturo, der in wenigen Bewegungen sich schon als Person der vollendeten Arroganz zu erkennen gibt. Das Abfertigen des (mit Ensembleneuling Joachim Goltz ausnehmend gut besetzten) Enrico hatte die Klasse des Widerwärtigen, dieser Ekel hat Format.
Frankfurt Rundschau, 26.11.2012
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