Aufführungsdauer: 2 Stunden. Keine Pause.
[Fritschs] ‚Volpone‘ (…) ist eine fabelhafte Mixtur aus Tüftelei und Enthemmung.
(…), die Schauspieler in diesem kuriosen Konstrukt von 111 Minuten und einer zunehmend geblümten Wand laufen von Anfang an auf Hochtouren. Volpone ist Rainer Kühn, der Spinnenmann, der seinen langgliedrigen Körper klappt, wie die Umstände (Verbrechen) es erfordern, und dem die Freude am Schurkischen (…) aus jedem Glotzauge springt.
Frankfurter Rundschau, 10.11.2009
Von dem Moment an, in dem Rainer Kühn (Volpone) und Wolfgang Böhm (Mücke) die Bühne entern, ist unübersehbar, dass Fritsch Jonsons böse funkelnden Klassiker über menschliche Niedertracht, Habgier und Geilheit in der Shakespeare-Zeit zwischen Comic und Commedia dell’Arte positioniert und die Pointenkanone auf Dauerfeuer eingestellt hat.
(…) sind es die Körper, die hier das Sagen haben, und wie Fritsch aus dem mit ungeheurer Lust agierenden Ensemble groteskes Ballett formt, wie er den tanzenden, schiebenden und sich wälzenden Haufen zusammenfügt, in seine Bestandteile zerlegt und in immer neue Juxtableaus zusammensetzt, ist allein schon das Zusehen wert. Das gilt auch für die überzeichneten Kostüme von Victoria Behr und die zwei Stunden lang vor sich hin blubbernde Videoinstallation.
Als reines Schau-Spiel also ist dieser ‚Volpone‘ eine Augenweide, ein unterhaltsames Vergnügen für die Zuschauer, die Regisseur und Ensemble sehr zu Recht frenetisch feierten.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2009
Fritsch kreuzt das körperbetonte und akrobatische Spiel der Comedia dell’Arte mit Slapstick à la Buster Keaton, choreografiertem Spieldosenzauber und ein bisschen Geisterbahngruselhorrorshow.
Fritsch gelingen (…) Immer wieder sagenhaft schräge Bilder.
Krachender Beifall (…). Fazit: zwei Stunden Aufputsch-Theater oder: einfach mal was anderes.
Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 10.11.2009
Ein durchgeknalltes, buntes Spektakel, mit Karacho inszeniert und spielwütig auf die Spitze getrieben von einem außer Rand und Band und wie aufgezogen agierenden Ensemble.
[Volpone] stets zur Seite ist Mücke, den Wolfgang Böhm als herrlich unmöglichen Narren im Strampelanzug gibt. Dabei spricht er so unwahrscheinlich schnell, dass man schon beim Zuhören ins Stolpern gerät.
Theater im Schleudergang. 11.000 Umdrehungen die Minute. Laut und hysterisch.
(…) wir verlassen das Theater richtiggehend aufgeputscht. Irgendwie gut.
Nachtkritik, 09.11.2009
Das Chaos rockt mit Vivaldi, die Truppe rennt röhrend zur Rampe: Auf sie mit Gebrüll!
Es ist so clever wie konsequent. Die entzückten Zuschauer feiern, (…).
Darmstädter Echo, 12.11.2009
In ausgeklügeltem Commedia-Stil überschlagen sich die clownesken Aktionen, Worttiraden kommen präzise über die Rampe, Slapstick schlägt Kapriolen – (…).
Das Team bewältigt den ungewohnten Stil – (…) mit Bravour und wohltuender Sprechdisziplin.
Rainer Kühn brilliert als Herr Fuchs. Geiz und Geldgier blitzen aus den Augenhöhlen, gewitzt leidet er komödiantisch auf hohem Niveau, derweil sein Diener Mücke (Wolfgang Böhm) mit List, Tücke und schonungslosem Körpereinsatz perfekt sekundiert.
Ovationen.
Frankfurter Neue Presse, 13.11.2009
Ben Jonsons Komödie ‚Volpone‘ begeistert im Staatstheater Wiesbaden.
Gießener-Allgemeine.de, 17.11.2009
Tolles Stück, spielfreudige Schauspieler, einfallsreicher Regisseur.
Dem Premierenpublikum gefiel es (…).
Lauter, heftiger Applaus.
Gnadenlos lässt [Herbert Fritsch] seine Komödienmaschine in immer rasenderem Crescendo auf den großen Knall zusteuern. Die Schauspieler (…) wirken wie entfesselt, spielen virtuos Slapstick, sprechen in einem irrsinnigen Tempo, wobei sich besonders Wolfgang Böhm als Mücke hervortut.
die deutsche bühne, 03.12.2009
Gnadenlos lässt [Fritsch] seine Komödienmaschine in immer rasenderem Crescendo auf den großen Knall zusteuern. Die Schauspieler sind Typen, wirken wie entfesselt, spielen virtuos Slapstick, sprechen in einem irrsinnigen Tempo, wobei sich besonders Wolfgang Böhm als Mücke hervortut. Aber die Aufführung ist mehr als nur ein Spaß, immer wieder blitzen Gier und Bosheit Volpones und seiner Freunde auf, wird die ganze Hinterhältigkeit dieser Gesellschaft sichtbar.
die deutsche bühne Online, Dez.2009