Ariadne auf Naxos
Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel von Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hofmannsthal
Mit Übertiteln
Neuinszenierung einer Produktion des Festspielhauses Baden-Baden
Großes Haus
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hierDie Geburt der Oper ‚Ariadne auf Naxos‘, bis heute eine Delikatesse für jeden Liebhaber dieses Genres, war durchaus schmerzensreich. Zunächst wurde 1912 am Stuttgarter Hoftheater die zweite Werkhälfte als Teil der Molière-Komödie ‚Le Bourgeois Gentilhomme‘ uraufgeführt, aber diese Kombination war aufwendig und konnte sich nicht durchsetzen: ‚Ein Publikum, das ins Schauspiel geht, will keine Oper hören, und umgekehrt‘, schrieb Strauss in weiser Selbsterkenntnis. Erst die Version, die 1916 in Wien an der Hofoper unter der Leitung von Franz Schalk über die Bühne ging, wurde in ihrer melancholisch-ironischen Stimmung ein Welterfolg.
Bei Richard Strauss trifft in der Geschichte der auf einer öden Felseninsel schmählich verlassenen Ariadne die hehre Welt der antiken Tragödie mit der lustigen Stimmung der Komödianten um Zerbinetta zusammen, die Ariadne den Rat gibt, das Leben nicht so schwer zu nehmen. Meisterhaft sind die musikalischen Sphären miteinander verknüpft, subtil und abgründig ist der Humor, kostbar die Orchestrierung. Mit ‚Ariadne auf Naxos‘ legte Strauss den Grundstein für jenen leichtfüßigen Neoklassizismus, der dem Musiktheater in der Wagnernachfolge die stärkste Konkurrenz wurde.
Regisseur, Bühnenbildner und Lichtkünstler Philippe Arlaud inszenierte bisher unter anderem an der Opéra de Paris, an der Wiener Staatsoper, der Scala in Mailand, am Grand Théâtre in Genf, an der Deutschen Oper Berlin sowie bei den Bayreuther und den Bregenzer Festspielen. Seine Inszenierung ‚Ariadne auf Naxos‘ ist eine Übernahme aus dem Festspielhaus Baden-Baden. Unter der musikalischen Leitung von Zsolt Hamar singen u.a. Tatiana Plotnikova (Ariadne), Emma Pearson (Zerbinetta) und Merit Ostermann (Komponist).
Auf dem Gipfel gutgelaunter Parodie residiert Thomas de Vries, der in der Rolle des Musiklehrers beiläufig seine Visitenkarte für die nächste Beethoven-Verfilmung abgibt. Merit Ostermann verströmt in der Hosenrolle des Komponisten den Charme des jungen Hugh Grant. Emma Pearson versprüht als Zerbinetta Lebensenergie, wobei ihr geschmeidiger Sopran in den halsbrecherischen Koloraturen erkennbar, aber nicht beeinträchtigend an Grenzen getrieben wird. Tatiana Plotnikova weiß als auf der Insel gestrandete Titelheldin die Statik der Diva alter Schule mit beeindruckender vokaler Fülle zu verbinden. Wolfgang Vater sitzt der steife Anmaßungsanzug des kaltschnäuzigen Haushofmeisters perfekt; das Commedia-dell’arte-Quartett mit Harlekin (Brett Carter), Scaramuccio (Erik Biegel), Truffaldino (Martin Busen) und Brighella (Jonas Gudmundsson) bildet dazu den quirligen Antipoden.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2013
Dem jungen, für die Kunst glühenden Komponisten gab Merit Ostermann überzeugend Profil. Emma Pearson gelang eine leichte Zerbinetta, geschmeidig in den mörderischen Triller- und Koloraturketten. Im Vorspiel blasser, gewann die Ariadne Tatiana Plotikovas zusehend an Format.
Frankfurter Neue Presse, 11.03.2013
Für die Wiesbadener ‚Ariadne auf Naxos‘, die Neuinszenierung einer Produktion des Festspielhauses Baden-Baden unter Philippe Arlaud, gibt es viel Beifall. Arlauds Handschrift trägt nicht zuletzt der Umgang mit dem Licht, das eine ganz eigene Transparenz auf der gesamten Bühne schafft und die Akteure visuell gekonnt in Szene setzt.
Wetzlarer Neue Zeitung, 12.03.2013
Star des Premierenabends war Emma Pearson als Zerbinetta. Natürlich, muss man sagen – denn zum einen ist eine Zerbinetta immer die Partie mit dem größten Furor. Zum anderen ist eben Emma Pearson immer Wiesbadens Garant für gelungene Umsetzungen. Ihr Sopran ist einfach ungemein beweglich und agil, die Bühne gehört ihr.
Frankfurter Rundschau, 11.03.2013
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