Libretto by Victor Léon and Leo Stein, based on Henri Meilhac’s comedy ‘L’Attaché d’ambassade’
Running time 2 hours 20 minutes. One intermission.
The Balkan State of Pontevedro is in acute danger of going bankrupt, and no prospective loans are in sight. Thus the country’s embassy in Paris is charged with the delicate mission of rescuing the state: the merry and exceedingly rich widow Hanna Glawari hast to be married by a dutiful Pontevedrian gentleman to prevent her from squandering millions in Paris or – even worse – allowing her money to fall into the wrong hands. One can think of only one man suitable for this patriotic endeavor: Count Danilo, the First Secretary of the Pontevedrian embassy. However, Danilo seems far more interested in relishing the nightlife at Maxim’s than he is in putting in dutiful hours at the embassy. Making things even more complicated, the French would be more than happy to take the self-confident widow’s millions off of her hands. Consequently, Hanna Glawari finds herself bombarded with proclamations of eternal love and marriage proposals from all sides. But: ‘What to think, what to say, what to do?’
Not only did Franz Lehár’s waltz-filled operetta about money and love from 1905 hit a contemporary nerve with its virtuosity, it also found a delightful way to approach the relationship between women and men, which by then had gotten completely out of control due to rapid progress and changing times. ‘The Merry Widow’ is now considered the most successful operetta of all time. Nearly every one of its musical numbers have become hits: ‘Love Unspoken’ (‘Lippen Schweigen’), the ‘Vilia’ song and the riders’ duet, ‘I’m Off to Chez Maxim’ (‘Dann geh’ ich zu Maxim’) and the Grisettes’ melody remain eternally embedded in the minds of modern audiences.
‘The Merry Widow’ marks Iris Gerath-Prein’s return to the Hessisches Staatstheater Wiesbaden, where she has previously directed such successful musicals as ‘La Cage aux Folles,’ ‘Kiss Me, Kate,’ ‘My Fair Lady’ and the operetta ‘The Land of Smiles.’ Further productions of hers can be seen in Karlsruhe, Pforzheim and Lüneburg.
Nach der Premiere der ‚Lustigen Witwe‘ konnten sich Iris Ini Gerath, ihr Bühnenbildner Manfred Kaderk und Ursina Zürcher (Kostüme) über uneingeschränkt freundliche bis freudige Publikumsreaktionen freuen. Sicher: die Neuproduktion wird ihren Platz im Repertoire finden. (…) Sharon Kempton als Botschaftergattin Valencienne und Markus Francke als Camille de Rosillon geben ein vorzügliches zweites Paar, mit feinen, leichten, flexiblen Stimmen. Im Übrigen dominiert das breite Format, mit Show-Brücke, Ballkleidern, Blumentapete und einem ziemlich aufgedrehten Grisetten-Sextett. Überhaupt zeigt Iris Ini Gerath eine Vorliebe fürs Revuehafte: ‚Ja das Studium der Weiber ist schwer‘ tänzeln die Herren, und der Spiegel über der Szene senkt sich.
Wiesbadener Kurier, 08.10.2012
Die in Wiesbaden als Erste Spielleiterin und Regisseurin bekannte Iris Ini Gerath nutzt diese günstigen Voraussetzungen zu einer bodenständigen, soliden Inszenierung, die auf Banalitäten, heikle Anachronismen oder fragwürdige Aktualisierungen verzichtet. Geradlinig, (…), erzählt sie die Geschichte um Diplomatengeschick, Liebe und verletzten Stolz.
Das Orchester des Staatstheaters Wiesbaden unter Leitung von Wolfgang Wengenroth verstärkt diesen Eindruck mit klangsinnlich ausgebreitetem Musizieren. Wengenroth nimmt Lehárs schmelzende Partitur ernst und zeigt, dass auch ohne Operettenschluchzer und schmachtende Ritardandi anrührende Musik gemacht werden kann. Lang anhaltender Applaus des Premierenpublikums am Samstagabend in Wiesbaden.
Darmstädter Echo, 08.10.2012
Ohne regietheatralisch naheliegende Strauss-Kahn- und Frauen-Opfer-Attitüden ausgekommen zu sein, war ein Pluspunkt von Iris Ini Geraths Wiesbadener Inszenierung. Einen Lehár von innen, einen der Distinktion im bunten Treiben der Operetten-Mechanik – dem wurde Raum gegeben, den die Sängerin der Witwe mit den 20 Millionen, Annette Luig, ohne das ewige Sektglas in der Hand und ohne Salonlöwinnen-Süffisanz nutzte. Ruhig, fast gemessen, jedenfalls mit Kompass im Trubel steuernd Herrin des Verfahrens. Auch stimmlich kam ihr das Attribut der Galionsfigur des Abends zu.
Frankfurter Rundschau, 08.10.2012
Die Geschichte um die reiche Witwe, die nach Paris geht, um dort letztendlich doch Danilo für sich zu gewinnen, wird hier mit starkem Fokus auf ebendieses Paar erzählt, ein stummes Vorspiel zur eigentlichen Finalmelodie ‚Lippen schweigen‘ erzählt die Vorgeschichte. Und die Chemie stimmt bei diesem Bühnenpaar: Joachim Goltz ist ein ganz heutiger, grandios singender und aufspielender Danilo, Annette Luig hat in der Mittellage als Titelfigur wohltuend viel zu bieten und punktet mit starken Höhen. Es ist ihr Abend, die beiden durchtanzen die Produktion (Choreografie: Teresa Rotemberg).
Rheinzeitung, 12.10.2012
Und nicht ausbleiben darf der Lokalbezug: Der umtriebige Erik Biegel träumt als Botschaftskanzlist Njegus davon, Wiesbadens Nerobergbahn eine ganze Nacht lang auf- und abfahren zu lassen. Eine hübsche, skurrile Idee!
Frankfurter Neue Presse, 12.10.2012