La Bohème
Oper von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Großes Haus
Aufführungsdauer 2 Stunden 30 Minuten. Eine Pause.
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Die Geburtsstunde war an einem Regentag, als ich nichts zu tun hatte und mich daran machte, ein Buch zu lesen, das ich nicht kannte. Der Titel lautete Scènes de la Vie de Bohème, der Autor hieß Henri Murger. Das Buch nahm mich mit einem Schlag gefangen. In jener Umgebung von Studenten und Künstlern fühlte ich mich sofort zu Hause. Ich brauchte Episoden aus dem Gefühlsleben, die zu Herzen gehen. Und dann Gesang. In dem Buch von Murger war alles, was ich suche und liebe: die Frische, die Jugend, die Leidenschaft, die Fröhlichkeit, die schweigend vergossenen Tränen, die Liebe mit ihren Freuden und Leiden. Da ist Menschlichkeit, da ist Empfindung, da ist Herz. Und da ist der ideale Stoff für eine Oper.
Giacomo Puccini
Puccinis ‚La Bohème’ stellt etwas Neuartiges in der Opernliteratur dar. Der Mensch wird als Privatperson präsentiert. Die Oper wendet sich völlig dem alltäglichen Leben zu und die Katastrophe resultiert nicht aus menschlichen oder gar staatspolitischen Konflikten, sondern ereignet sich von innen heraus, als tödliche Krankheit.
Puccinis Frauengestalten wie Mimi sind nicht mehr Heroinen von ehedem, vielmehr zeigen sie sich als passive schwache und allenfalls triebhafte, leidende und erduldende Geschöpfe, deren Denken und Fühlen auf das Naheliegende, die kleinen Dinge des Lebens gerichtet ist.
‚Ein Glücksfall in allen Belangen der Wiedergabe (…). Hier stimmt endlich einmal wieder alles nicht nur zusammen, sondern auch in sich. (…) Hier spielt man temperamentvoll das tolle Treiben, dort konzentriert auf nur wenige Aktionen das Sterben der Mimì – in einer ausgesprochen berührenden, erschütternden Intensität.‘
Wiesbadener Tagblatt
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